Österreicher setzen weiter auf Anleihenfonds

11. August 2003, 19:40
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Über eine Milliarde Euro wurden auf die "sichere Seite" investiert - Das drückt die Haltung zu Aktien deutlich aus - mit Infografik

Wien - International halten einander negative und positive Einschätzung zu Aktien die Waage. In den vergangenen Wochen sind sowohl Aktien- als auch Anleihenkurse gestiegen - eine paradoxe Situation. Die heimischen Privatanleger haben ihre Meinung im April deutlich ausgedrückt: Sie haben Aktienfonds verkauft und dafür Anleihen und geldmarktnahe Fonds eingekauft. Dies, nachdem der April auf der Aktienseite Kursgewinne gebracht hatte.

"Sichere Seite" weiter ausgebaut

Laut jüngster Statistik des Verbandes der heimischen Investmentfondsgesellschaften (VÖIG) wurden bei den Aktien- und gemischten Fonds (Aktien und Anleihen) Rücknahmen von 169 Mio. Euro verzeichnet. Bei den Renten- und geldmarktnahen Fonds dagegen gab es ein Plus von 1,52 Mrd. Euro.

Damit haben die heimischen Anleger ihre "sichere Seite" weiter ausgebaut. Traditionell halten die Österreich von über 90 Milliarden Fondseinlagen seit dem Jahr 2002 rund 60 Prozent Anleihen. Damit sind sie in den schmerzhaften Monaten der Aktien^talfahrt auch besser gefahren. Ende 2001 betrug der Aktienanteil an heimischen Fondseinlagen noch etwa 20 Prozent - jetzt sind es knapp 15.

Insgesamt erfreulich

Unterm Strich war der April für die 22 heimischen Fondsgesellschaften - eine Konzession für C-Quadrat ist noch nicht entschieden - erfreulich. Mit 1,2 Mrd. € Kursgewinnen konnten sogar die Verluste der Vormonate wettgemacht werden, sodass die ersten vier Monate 2003 mit einem Plus von insgesamt 644 Mio. € abschlossen werden konnten. Insgesamt erhöhte sich das platzierte Fondsvolumen heuer bis Ende April um zwei Prozent oder 1,8 Mrd. € auf 92,2 Mrd. €. Der Nettomittelzufluss belief sich auf 1,9 Mrd. €; die Kursgewinne betrugen 644 Mio. € und die Ausschüttungen 805 Mio. €.

Der größte Anteil des neuen Fondabsatzes entfiel auf Publikumsfonds mit einem Nettoabsatz von 1,35 Mrd. € - das sind rund 69 Prozent des gesamten Nettoabsatzes. Im institutionellen Bereich herrschte bei der Neuveranlagung Zurückhaltung. (Karin Bauer, DER STANDARD Print-Ausgabe, 20.5.2003)

  • Heimischer Investmentfonds-Markt

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