Vielleicht doch besser Sport machen

20. Mai 2003, 09:30
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"Konsument" befindet Muskelstimulationsgeräte bestenfalls für "durchschnittlich" - und teilweise sogar gefährlich

Wien - Laufen, Fahrrad fahren, Schwimmen oder Krafttraining - der Weg zur Traumfigur ist anstrengend, zeitaufwändig und langwierig. Immer mehr Hersteller bieten daher so genannte Muskelstimulationstrainer an, welche die Fettpölsterchen vor dem Fernseher oder während der Arbeit dahinschmelzen lassen sollen. Doch die Versprechen der Anbieter werden nicht gehalten. Denn laut einem Test der Zeitschrift "Konsument" ist der Effekt der Geräte gering und es können bei der Verwendung sogar gesundheitliche Risiken entstehen.

Ergebnisse

Nur fünf der 21 getesteten Muskelstimulationstrainer im Preisbereich von 60 bis 700 Euro wurden mit einem Gesamturteil "durchschnittlich" benotet . Der Rest ist nur mehr mit einem "Weniger zufrieden stellend" bewertet worden. Dabei wären die Techniken bei vielen Geräten akzeptabel und könnten bei richtiger Anwendung auch zu Erfolgen führen.

Aber: Die meisten Beschreibungen sind unzureichend, auf Gefahren wird offenbar nur ungenügebnd hingewiesen und die Programme verwirrend beschildert. Der Nutzer wird sich schwer tun, den grundsätzlichen Unterschied zwischen "Karate Chop" und "Shiatsu-Massage" zu finden. Deshalb wurde vom "Konsument" die Umsetzung der Stimulationsgeräte als das größte Problem beschrieben. Hier mussten alle Produkte mit "nicht zufrieden stellend" beurteilt werden.

Risiken

Bei unsachgemäßer Anwendung bergen die Geräte eine ganze Palette an gesundheitlichen Risiken, schreibt die Zeitschrift in seiner neuesten Juni-Ausgabe. Wer zu starke Impulse setzt oder die Stimulation an der falschen Stelle ausführt, riskiert schmerzhafte Muskelkrämpfe, Zerrungen, im schlimmsten Fall sogar Rhythmusstörungen des Herzens.

Denn je besser ein Stimulator den Anforderungen einer professionellen Handhabung gerecht werde, umso riskanter werde auch dessen Einsatz durch Laien, so "Konsument". Ohne eine ausführliche Kenntnis der Anatomie, der Trainingslehre und der Reizphysiologie sei eine Effektivität nicht gegeben.

Es wurden sogar einige Geräte für therapeutische Zwecke nach einem Unfall, bei Lähmungen oder Bettlägerigkeit angeboten. Von derartigen Versuchen durch den Laien rät der "Konsument" ab. Solche Therapien sollten ausschließlich von Experten durchgeführt werden. (APA)

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