Verbot gefordert

Unkrautkiller hat Nebenwirkungen

Günther Strobl , 15. Juni 2011, 19:22
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    foto: corbis

    Breitbandherbizide wie Roundup vernichten alles, was nicht resistent ist gegen das Mittel

Es ist das meistverkaufte Herbizid, das auch im Baumarkt zu haben ist - Nun wird davor gewarnt

Wien - Unkraut vergeht nicht, heißt es im Volksmund. Unter Zuhilfenahme von Pestiziden aber schon, sollte man der Vollständigkeit halber hinzufügen. Totalherbizide aus den Labors der internationalen Chemiekonzerne, die das hartnäckigste Unkraut zum Verdorren bringen, haben Hochkonjunktur. Seit mehrere Studien Zweifel an der Unbedenklichkeit dieser Mittel aufkommen lassen, gibt es Gegenwind.

Im Mittelpunkt der Kritik steht Glyphosat. Vom internationalen Saatguthersteller Monsanto wird das Spritzmittel unter dem Markennamen Roundup auch in Österreich vertrieben. Dabei handelt es sich um ein Breitbandherbizid, das über grüne Pflanzenteile aufgenommen und hauptsächlich gegen Unkräuter im Acker-, Wein- und Obstbau, auf Wiesen, Rasenflächen sowie im Garten verwendet wird. Es ist das meistverkaufte Herbizid weltweit - ein Milliardengeschäft.

Fehlgeburten, Missbildungen

Eine Studie des Naturschutzbundes Deutschland e. V. (Nabu) belegt nun aber die großen Risiken für die Umwelt und damit auch die Gesundheitsgefahren für den Menschen. "Der Wirkstoff Glyphosat und seine Abbauprodukte sind toxisch für viele Produkte und verseuchen Gewässerökosysteme", sagte Steffi Ober, Nabu-Expertin für Agrogentechnik, dem Standard. Die Bevölkerung in betroffenen Regionen leide vermehrt an Fehlgeburten, Missbildungen und Krebserkrankungen. Das sehe man insbesondere dort, wo Glyphosat in großem Stil aus Flugzeugen versprüht werde, etwa in Argentinien und Brasilien.

Für Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen, ist keine Zeit mehr zu verlieren: "Ich fordere Gesundheitsminister Gerhard Stöger und Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich auf, sofort aktiv zu werden und die Zulassung dieser Pestizide auszusetzen, um eine aktuelle Sicherheitsüberprüfung auf Basis der neuen Studien zu veranlassen." Noch vor der parlamentarischen Sommerpause wollen die Grünen einen entsprechenden Antrag einbringen.

Im steirischen Landtag haben die dortigen Grünen in der Vorwoche einen Antrag gestellt, in dem sie Auskunft verlangen, welche Mengen des Wirkstoffs Glyphosat in der grünen Mark in den letzten fünf Jahren in Verkehr gebracht und welche Mengen im Ackerbau ausgebracht wurden. Zudem verlangen sie, dass im Sinne des Vorsorgeprinzips Glyphosat zumindest bis zur endgültigen Klärung der offenen Fragen verboten wird.

"Bei Pflanzenschutz ist es kompliziert", sagte Lampert Schönleitner, einer der Unterzeichner des Antrags und ausgebildeter Gärtner. "Dafür ist eigentlich der Bund zuständig, die Ausführung liegt bei den Ländern. Wenn wie bei Roundup jetzt neue Fakten vorliegen, könnten die Länder von sich aus das Mittel verbieten."

In der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (Ages) wiegelt man ab: Die Stichhaltigkeit der Studien sei nicht so, als dass ein Verbot zu rechtfertigen sei.

Weniger Diskussion als in Deutschland und Österreich gibt es in der Schweiz. "Bei uns ist die Lage etwas anders. Landwirte, die Direktzahlungen vom Bund wollen, müssen die Fruchtfolgen einhalten und dürfen gewisse Substanzen nur zurückhaltend einsetzen", sagte Bernadette Oehne vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (Fibl). "Das wird großteils gemacht."

In Österreich wurden 2008 rund 490 Tonnen Glyphosat in Umlauf gebracht. Zum Vergleich: 1999 waren es erst 112 Tonnen. Zumindest aus den Baumärkten sollte das Mittel verschwinden, fordert der Grüne Pirklhuber. (stro, DER STANDARD Printausgabe, 16.6.2011)

Wissen

Der Saatgut- und Biotechnologiekonzern Monsanto vertreibt unter dem Markennamen Roundup in mehr als 130 Ländern der Welt eine Serie von Breitbandherbiziden. Sie finden vor allem in der Landwirtschaft, aber auch bei Hobbygärtnern Verwendung. Parallel zu Roundup verkauft Monsanto gentechnisch verändertes Saatgut von Mais, Soja, Raps und Baumwolle, das eine Toleranz gegenüber Roundup aufweist. In der Landwirtschaft wird Round-up seit 1974 eingesetzt, um Felder vor einer Neuansaat von Unkraut oder konkurrierenden Pflanzen in der Fruchtfolge zu befreien.

 

Kommentar posten
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living reef
11
18.6.2011, 08:44
demnächst gibt es von monsanto

genmanipulierte blumensamen die in sich die fähigkeit haben dem roundup zu widerstehen. dann kann man bedenkenlos blumensamen streuen, dann gleich mit roundup drüberspritzen und ich hab ein unkrautfreies blumenbeet ;-)

Josef Fischer
00
17.6.2011, 18:35
Round Up im Augarten

Im Augarten in Wien wurde auch Round Up gesprüht. Jetzt nicht mehr – es gibt Alternativen: s. http://gruene.blog2.at/2011/06/1... -augarten/

Gobi Todic
00
11.8.2011, 12:26
gute aktion!

negative seite: hab weitergeklickt und ein merkwürdiges wort gefunden:
http://gruene.blog2.at/2011/07/1... empfohlen/

sind gäste nicht einfach gäste?

watzlilaus "walmoerder" wondratschek
 
110
17.6.2011, 11:33
Biomafia schlaegt zurueck

Um vom Fiasko mit den EHEC-verseuchtem Biogemuese abzulenken, wird jetzt versucht, gegen ein jahrzehnte altes, bewaehrtes Herbizid zu hetzen.

In bester Umwelthysterie werden Geruechte ueber die Gefaehrlichkeit dieses Mittels verbreitet - offensichtlich wird Gaia durch das Ausrotten von Unkraut beleidigt. Sollte man sonstige Beweise fuer die Giftigkeit des Mittels haben (und nicht nur gegen die Bedienungsanleitung es ausgebracht haben) so sollte man in den US klagen!

PierNick
 
19
18.6.2011, 09:39
gibt es ein pestizid gegen watzliläuse?

nickmaxell
00
18.6.2011, 03:06
ps

ansichts der tatsache daß sie auf keiner deutschen tastatur schreiben muß man ihrem kommentar natürlich etwas vorsichtig begegnen^^

Thomas Eugene
00
19.6.2011, 22:08

Warum?

nickmaxell
11
18.6.2011, 02:59

wenn etwas als bedenklich eingestuft wird sollte es untersucht werden bevor es eingesetzt wird und den gefälligkeitsstudien aus den usa trauen sowieso nur dummköpfe

thys
00
17.6.2011, 10:14
jetzt bin ich gscheiter ..

"Unkrautkiller hat Nebenwirkungen" - wer hätte das gedacht?

"Breitbandherbizide wie Roundup vernichten alles, was nicht resistent ist gegen das Mittel" - tatsache??

wurde dieser artikel für erstklässler geschrieben? :)

.........1
11
17.6.2011, 10:12
vor allem die politik leitet monsanto beihilfe

die konsumenten könne sich bei gezielten fehlinformationen wenig wehren und die eu hat die untersuchung gegen dieses mittel von der tagesordnung genommen

Skywalk
12
16.6.2011, 19:36

Hat die Pharma da wen mit rote Strichal durchgschickt?

ich glaub, dich tritt ein Pferd
11
16.6.2011, 21:41
na

da ist wie jedes mal offensichtlich jemand von der monsanto gehaltsliste unterwegs. oder/und einfach nur dumme

momo10001
03
16.6.2011, 16:31
Liebe AGES

Es muss die Aufgabe Monsantos (oder von euch) sein in "stichhaltigen Studien" die Unbedenklichkeit ihrer Produkte zu zeigen, damit diese weiterhin zugelassen zu werden. Sie vedienen Milliarden damit und ihr seid eine oeffentliche Agentur.

Die Bringschuld liegt nicht bei denjenigen, die beweisen muessen wie gefaehrlich dieses Gift ist. Dann ist es naemlich schon zu spaet. Versteht ihr das?

H.P. Lovecraft
00
21.6.2011, 21:02
danke!

mir aus dem Herz gesprochen...

H.P.

stoiker
15
16.6.2011, 12:28

monsanto ist hersteller u.a.von agent orange gewesen.
ist somit ein hersteller von kriegsmaterial,zumindest gewesen.das ist ein faktum.
man interessiert sich ausschliesslich für die abhängigmachung ganzer bevölkerungen.auch das ist fakt.
die gesamte vorgehensweise des konzerns ist immernoch die eines kriegsmittelherstellers.

es ist verwunderlich dass dieser konzern seine produkte immernoch nahezu ungeprüft in den kreislauf bringen darf und einzig und allein der dummheit und ahnungslosigkeit unser politiker zuzuschreiben.

Andreeeas
30
16.6.2011, 14:14

Monsanto hat auch viel entwickelt, dessen Sinnhaftigkeit unstrittig ist. Das weiß aber fast niemand.

aleph null
00
Mag sein

Trotzdem ist Monsanto ein misanthrope Firma.

zimbo
 
01
17.6.2011, 12:28
Den Barroso ?

blau und fränkisch
211
16.6.2011, 14:29

Das weiß wirklich niemand... ist es RoundUp Ready Saatgut udn Glyphosat incl. Amphibientox und Denguefieberausbreitung? Polychlorierte Biphenyle als Holzschutz? NutraSweet in der Schweinemast? Agent Orange für toughe GIs?
Tallowamin zur Förderung der Hersteller chemotherapeuthischer Mittel? Bt-Baumwolle, die indische Kleinbauern in den Ruin und den Tod treibt? Sag's uns bitte....

Andreeeas
40
16.6.2011, 14:52

Der Monsanto-Prozess zur Herstellung von Essigsäure oder Membranverfahren zur Gasreinigung.

Wenn Sie ernsthaftes Interesse haben, kann ich Ihnen noch ein paar Beispiele heraussuchen. Dazu sollten Sie aber Ihren äußerst aggressiven Unterton ändern - der ist nämlich nicht angebracht.

meresi
10
19.6.2011, 07:25
na dann zähl noch einige bewundernswerte beispiele

auf...ich höre...

Andreeeas
00
19.6.2011, 14:50

Nein. Obwohl ich mich mit keinem Wort für Monsanto ausgesprochen habe, kassiere ich hier nur rote Stricherl.

Hier will jeder einfach blind und unreflektiert dem Schwarz-Weiß-Denken frönen. Dem will ich nicht im Wege stehen.

erkelteter tiger
21
17.6.2011, 00:29

hilft das den bauern die durch monsanto in eine art leibeigenschaft gebracht wurden?
hilft das den toten durch chem. kampfstoffe?
hilfte das den frauen mit fehlgeburten, mit missgebildeten kindern?

Andreeeas
00
17.6.2011, 00:43

Habe ich das jemals behauptet? Ich habe nur gesagt, dass diese Firma auch sinnvolle Dinge hervorgebracht hat - nicht mehr, nicht weniger. Das abzulehnen nur weil es von Monsanto kommt, finde ich nicht richtig.

Und was Ihre Kritikpunkte betrifft: Eingesetzt wurden die chemischen Kampfstoffe noch immer von den USA - die Verantwortung völlig Monsanto umzuhängen ist mir zu einfach.

Eine ähnliche Argumentation ließe sich auch bei den Bauern finden.

Damit will ich nicht Monsanto in Schutz nehmen - aber für diese Dinge tragen auch Leute außerhalb Monsantos Verantwortung. Und genau von dieser drückt man sich ganz einfach, in dem man nur Monsanto den Schwarzen Peter zuschiebt.

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