AK-Umfrage

Rechte: Zwei Drittel der Arbeiter sehen schwarz

16. Juni 2011, 14:50

Verschlechterung der Rechte wird befürchtet - Pessimismus überwiegt bei AK-Umfrage

Wien - Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich rechnen für ihre eigene Lage überwiegend mit Verschlechterungen. 63 Prozent der Beschäftigten sehen in Bezug auf ihre Rechte pessimistisch in die Zukunft, geht aus einer am Mittwoch von der Arbeiterkammer (AK) präsentierten Umfrage der Institute IFES und SORA hervor. Fast zwei Drittel der Befragten fürchten, dass die Rechte der Arbeitnehmer in den nächsten Jahren weiter beschnitten werden. Ein Drittel ist der Ansicht, dass sich die Möglichkeit zur Sicherung des Lebensunterhalts durch das Einkommen in die falsche Richtung entwickle.

60 Prozent der Befragten stimmen der Ansicht zu, dass es für den Einzelnen kaum mehr möglich sei, sich einen Überblick über die einzelnen arbeitsrechtlichen Bestimmungen zu verschaffen. 57 Prozent sind der Meinung, dass es von den Unternehmen ausgenutzt werde, dass diese sich in rechtlichen Belangen besser auskennen als die Beschäftigten.

Arbeitszeitüberschreitung

Sorgen über die Zukunft machen sich die Arbeitnehmer auch in Bezug auf Respekt und Wertschätzung im Betrieb sowie bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und beim Gesundheitsschutz. So kann rund jeder Zweite von Fällen im Betrieb bzw. im Freundes- oder Bekanntenkreis berichten, in denen die die gesetzlich erlaubte Arbeitszeit überschritten wurde. Auch eine zu niedrige Einstufung (45 Prozent) und eine nicht korrekte Abrechnung von Stunden (39 Prozent) wird häufig angegeben.

Ein rundes Drittel der Befragten berichtet davon, dass gesetzliche Zuschläge für Mehr- und Überstunden sowie Löhne und Gehälter nicht korrekt ausbezahlt wurden. Weiters gibt jeder dritte Befragte an, dass Arbeitnehmer im eigenen Betrieb oder im Freundes- und Bekanntenkreis zu einer einvernehmlichen Auflösung ihres Dienstverhältnisses gedrängt wurden.

308 Millionen Euro erstritten

Im Jahr 2010 wurden von der AK österreichweit über 1,4 Millionen Beratungen durchgeführt, in Folge wurden 308 Mio. Euro durch Klagen für die Mitglieder zurückgeholt. Dabei gehe es mehrheitlich um Probleme bei der Beendigung des Dienstverhältnisses und um Geld, das die Unternehmen den Beschäftigten schuldig waren, z.B. Überstundenentgelt und Urlaubs- und Weihnachtsgeld, aber auch den normalen Monatslohn. Der Großteil des eingeklagten Geldes betrifft Ansprüche nach Insolvenzen: Dabei wurden im Jahr 2010 vom Insolvenzschutzverband von ÖGB und AK für über 30.000 Betroffene Ansprüche geltend gemacht und rund 213 Millionen Euro zurückgeholt. Nicht eingerechnet in diese Beträge werden jene Gelder, die nach "Interventionen" der Arbeiterkammer, also Briefen oder Telefonaten, von den Unternehmen schließlich doch ausbezahlt werden. (APA)

Info zur Umfrage

Die Umfrage wurde im Auftrag der Arbeiterkammer Wien bei 500 unselbstständig Beschäftigten (Arbeiter, Angestellte, Vertragsbedienstete und öffentlicher Dienst) in Österreich durchgeführt.

Carlos Clementin
00
21.6.2011, 09:03
Noch schlechter ...?

grad die erste Krise vorbei und dann das ...
Die China-Vision: Der reiche Osten lässt zu Hungerlöhnen im Westen produzieren wird wohl bald zur Realität.

der Männerminister
 
00
18.6.2011, 12:20
...und die Konzerne (Banken) kriegens hinten rein....

...Wunder ?
Wenn 2/3 der Abgeordneten von RAIKA oder Sparkasse bezahlt werden ?
Die Personalbüros der Banken besch... ihre eigenen Mitarbeiter.
So schauts aus, AK und ÖGB .......

somussesnichtsein
01
17.6.2011, 16:55
die müssten schon lange mehr als rot sehen!

es gibt praktisch keinen gewerbetreibenden der überstunden, reisespesen bzw auslösen und zulagen korrekt bezahlt!

Arbeitszeitgesetze werden praktisch nirgends eingehalten!

sie kleines würstel arbeitnehmer machen da nicht mit - na dann suchen sie sich einen anderen posten - wo aber?- die kollegen im umkreis werden über so einen querulanten informiert - sie werden dann lange suchen!!!!!

ja und am liebsten hat man ja sowieso nur mehr leiharbeiter, werkverträge, geringfügig beschäftigte, neue selbständige usw.

die kann man besser erpressen!

die gewerkschafter und arbeiterkämmerer sind mit ihren internen intrigen vollkommen ausgelastet - die können da nichts unternehmen....

die spö - was die vertritt arbeitnehmer - denke schon lange nicht

Verdammt Coole Schreckschrauwe
00
16.6.2011, 22:30
Eigentlich sollten alle ArbeiterInnen schon lange ROT sehen, feuerrot!

Nur mit dem Organisieren haperts noch im Land Ö, denn es ist völlig richtig, der SPÖ davon zu rennen - die macht FÜR die HacklerInnen nämlich nix - scho laung!

Otto von Wagner
00
17.6.2011, 00:53

Richtig. Die Zeiten, in denen die Roten noch für den "kleinen Mann", den "Hackler" da war, sind spätestens nach der Ära Sinowatz vorbei.

Heute wird nur mehr dampfgeplaudert, in Wirklichkeit aber auf den Hackler gesch...

Post(er)
02
17.6.2011, 02:32
Mittelstand

Heute sehen sich alle Leute als "Mittelstand" (weil's am besten klingt) und daher treten alle Partein für den "Mittelstand" ein. Die stumpfsinnigen Wähler akzeptieren das und wählen eigentlich nur mehr nach Sympathie, vor allem deshalb, weil die Politiker selber es den Leuten klar machen, dass es egal ist wer gewählt wird, weil ja alle den "Mittelstand" vertreten.

Flip
00
16.6.2011, 20:26

Wann gibts endlich organisierte Aktionstage wo ALLE Arbeitnehmer zum Arbeitgeber geschlossen hingehen und dmait beginnen Überstundenauszahlungen für sich zu fordern?

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