Wien

"Midlife-Gründer": Immer mehr ältere Selbstständige

20. Juni 2011, 10:04

Wirtschaftliche Unabhängigkeit als Hauptmotiv für ältere Unternehmensgründer

Wien - Von wegen Crisis: In Wien gibt es immer mehr "Midlife-Gründer". So nennt die Wiener Wirtschaftskammer jene Jungunternehmer, die den Schritt in die Selbstständigkeit erst ab einem Alter von 45 Jahren wagen. Laut einer aktuellen Studie nimmt deren Zahl zu. Betrug ihr Anteil vor zehn Jahren noch 18 Prozent, ist er inzwischen auf 21 Prozent (2010) gestiegen.

In absoluten Zahlen bedeutet dies sogar eine Verdoppelung auf fast 1.500 jährliche Gründungen durch Vertreter der Generation "45 plus". Die Hälfte davon erfolgte durch Frauen. Das ist laut Kammer ein höherer Anteil als bei den jüngeren Neo-Unternehmern.

Die Gründe für die Gründung waren unterschiedlich: 57 Prozent wollten sich den Traum von der wirtschaftlichen Unabhängigkeit erfüllen, 38 Prozent ihre Kenntnisse richtig einsetzen. Genauso hoch war jedoch auch der Anteil jener, die mit der früheren Arbeit unzufrieden waren. Immerhin 29 Prozent erhofften sich einen besseren Verdienst. (APA)

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15 Postings
Sabine Werner
00
24.6.2011, 09:05

einige freiwillige selbstständige werden schon dabei sein - weil man ab einem gewissen alter vielleicht einmal die schnauze voll hat, sich von jedem dahergelaufenen besserwisser was anhören zu müssen - der rest handelt sicher unter zwang.
seltsamerweise habe ich in letzter zeit erlebt, das in manchen branchen das alter ü45 nicht mehr so zählt, d.h. man wird sehr wohl zu vorstellungsgesprächen eingeladen - ist allerdings immer eine tätigkeit im außendienst - wo man wahrscheinlich erfahrene ma mehr schätzt als einen dahergelaufenen jungspund ohne kontakte.

Flip
01
24.6.2011, 14:10
>eil man ab einem gewissen alter vielleicht einmal die schnauze voll hat, sich von jedem dahergelaufenen besserwisser was anhören zu müssen

Lustig wirds, wenn ein 25 jähriger Recruiter nen 55 jährigen interviewt.

ulenspygel
11
21.6.2011, 10:48
Die Postings unten liefern schon mehr Kategorien, als sich jeder Wirtschaftskämmerer vorstellen kann...

zumindest eine in der Disziplin "Krot schlucken" fehlt allerdings noch:

In der Krise wird der Job gestrichen, man darf sich dann selbständig machen und der Firma bei Nachfrage als Externer zuarbeiten - ums halbe Geld im Mittel. Im Managementsprech ist das sogenanntes "Outsourcing".

Bei Akademikern heisst das dann meist "Beratervertrag" und klingt noch nach was, in IT-Branche, bei Kreativjobs u. ähnlichen Dienstleistungen herrscht das Gesetz des Dschungels.

Ach ja, es ist wieder die Jahreszeit, wo die Mahnungen zum Wirtschaftskammerbeitrag verschickt werden, da wird Aktivität simuliert. Wo ist denn nur der Erlagschein? (zähneknirsch!)

angelvoices
01
21.6.2011, 09:32
das würde mich jetzt aber wirklich interessieren

gibt es dazu eine seriöse Statistik?

Carlos Clementin
01
21.6.2011, 08:12

Ein Teil sind Frauen, die nicht daheim sitzen wollen und dann irgendwas mit Medien, Sozialdingsbums, HTMLTipsen und so anfangen, aber mit dem Rückhalt der Heimversorgung und nicht davon leben zu müssen.
Und dann der große Teil der Berater angefangen von BFI, WiFi und AMS geförderten Einrichtungen, die mit so ca. 2000€Umsatz/Mo grad so über die Runden kommen (kein 13. 14., und nur nach Auftragslage).
Weiters noch unzählige Finnanzverräter und ImmoKeiler ...
Und der bewundernswerte Kleine Kreis jener, die es in ein Spezialgebiet schaffen konnten.
Alles besser als vom Armutsamt getreten zu werden.
Crisis aber anders ! Einkommens-Krise !

huko P
02
20.6.2011, 19:16
Was sich der brave Angstellte oder Beamte nicht vorstellen kann, darf nícht sein..

... bleibt nur zu sagen, wenn man die Postings liest.
Ich war 15 Jahre angestellt, bevor ich freiwillig die Selbständigkeit gewählt habe, in der ich nun seit 20 Jahre bin und möchte, so wie der Großteil meiner Kollegen, nie wieder ein Dienstverhältnis eingehen. Ich bin im technischem Bereich tätig und habe bisher einige hochdotierte Angebote von renomierten Unternehmen bekommen, die ich ohne zu zögern abgelehnt habe.
Neben den Punkten, die im obigen Artikel beschrieben sind, gibt es auch einen finanziellen Grund für die Selbständigkeit.
Bei diesen Selbständigen handel es sich oft um Leute mit Erfahrung und Spezialwissen die neue Ideen umsetzen wollen.

Ich reden nicht von Reinigungsfrauen, Finanzdienstleister oder Regalbetreuer!

Club-der-dichten-Toten
01
21.6.2011, 10:33

Sie sind aber ein Einzelfall, das darf ich Ihnen aus meiner langjährigen Erfahrung sagen.
Solche wie Sie, die das mit einem Alter über 45 freiwillig machen, sind sehr selten.
Im Normalfall ist's schon so, wie das unten beschrieben ist. Angestelltenverhältnis (meistens sehr gut ausgebildet, in mittleren Managementpositionen tätig) geht aus irgendwelchen Gründen zu Bruch und dann steht man als >40 Jähriger da und ist unvermittelbar, da zu teuer, überqualifiziert etc. Bevor man sich dann selbst aufgibt, wird halt ein Unternehmen gegründet und es wird seine Erfahrung eingebracht.
Das mag bei vielen dann durchaus auch befreiend wirken und gut gehen, ausgesucht haben sich die Meisten das aber nicht.

huko P
01
21.6.2011, 18:49
mit 40 unvermittelbar, das was mal..

..als 40-jähriger hat man noch 25 Jahre vor sich!
Ich war 40+ als ich die FH abschloß.
Das hat meine Changen und mein Honorar nochmals erhöht und rechtfertigt es gegen Jüngere. Die Frage ist natürlich in welcher Branche Sie arbeiten. Ich bin in Anlagenbau tätig, habe in wesentliche Zusatzausbildungen investiert. Ich mache nichts wannsinnig spezielles, setze aber mein Know-how ein. Jede Krise stärkt mich, da in jeder Krise die wichtigsten Know-how träger entlassen werden und Untenehmen auf "Spezialisten" wie ich einer bin, angewiesen sind.
Ich kenne einige Kollegen früherr Projekte, die während der letzten Krise freiwillig gegangen sind und sich nun als Konsulent das Wissen teuer abkaufen lassen. Da sind immer Leute im Alter von 40-50.

Club-der-dichten-Toten
00
21.6.2011, 23:36

Ich sag ja, Sie sind eine Ausnahme...
Herzlichen Glückwunsch!

huko P
00
22.6.2011, 21:57
Nein keine Ausnahme

..jene die in meiner Branche arbeiten geht es allen gleich gut, auch den 50+-
Es ist alles eien Frag der Ausbildung und #efahrung.
Im Sozial-,Reinigungs-. Botendienste.etc.. sieht es natürlich anders aus.

Jo-Jo
01
21.6.2011, 08:05
Ausnahmen und Regelfall

Ich war von Anfang 2002 bis Ende 2005 selbständiger IT'ler. Im wesentlichen HiEnd-Trainer (SystemAdministration diverser Server). Ich hielt aber auch Endanwenderkurse.

Das war für mich eine sehr interessante Zeit, die auch die Grundlage für meinen jetztigen Job als Angestellter schuf.

Weniger glücklich war meine EinkommensSituation von 2001 - 2005. Immer wieder gab es Zeiten ohne Aufträge. Da ich vorher unselbständig war, zahlte dann das AMS wieder ein paar Monate. Ca. 750 € pro Monat. Wenn's besser lief, waren's gut 1.000 €. 2004 lief's besonders gut: ca. 2.000 € pro Monat. 2005 war so schlecht, dass ich eine Anstellung suchte.

Von Mitte 2000 bis Anfang 2002 lernte ich Tag und Nacht. Das AMS zahlte. Mein jetztiger Arbeitgeber freut sich

huko P
00
21.6.2011, 19:05
... Sie arbeiten gegen Studenten...

... die die Preise in der It-Branche kaputt gemacht haben.
Genau Ihrne Job, machen junge Informatiker und Studenten, die zu Billigstpreisen Nebenjobs suchen. In der Branche kannst Du nur bestehen, wenn Du zum IT-Wissen ein zusätzliczhes Fahwissen anbeiten kanns. Ein Programm schreiben und Administrativ tätig sein, können viele, dazu muß man nicht einmal IT-Spezialist sein.
Für Ihr Einkommen würde ich nicht mal den finger rühren.
Man muß Know.How haben und etwas anbieten können, was nicht an jeder Ecke zu bekommen ist.

Ausserdem muß man sich Fragen, wer solche Leute benötigt. Größere Friemn haben einen eigene Mitarbeiter kleinere wurschteln sich ohne IT-Techniker durch.

Ich bekomme of Anfragen (über diverse Agenturen) für Projekte, für die

scio ut nescio
211
20.6.2011, 17:19
von wegen crisis!? ???

sollte wirklich jemand glauben, dass menschen über 45 gründen, weil sie damit ihre vorstellungen endlich umsetzen können - es bleibt ihnen wohl nichts anderes übrig, wenn sie arbeiten und nicht stempeln gehen wollen - die paar ausnahmen die hier offensichtlich befragt wurden, sind dann die bestätigung dafür...

KomaPoster
217
20.6.2011, 11:01
Die Perspektive sich ab 45 bis zur Pension vom AMS sekkieren zu lassen...

...ist das eigentliche Motiv für den größten Teil der 45+ Neo-Unternehmer. Zu 90% werden das EPUs, die sich dann halt gerade so durchbringen.

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
219
20.6.2011, 10:41
Geh bitte!!!

Was soll denn das für eine Sozialromanze sein? Ich wette, dass sich mindestens 80% nicht irgendwelche "Träume" erfüllen, sondern schlicht und ergreifend Arbeitslose sind, die nach der 500. abschlägigen Bewerbung in diesem Schritt die einzige Möglichkeit sehen, der AMS-Bewerbungstrainings-Abwärtsspirale zu entkommen. Von wegen "unzufrieden" und "höherer Verdienst"...

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