Oberösterreich

Metal-Festival findet trotz Kritik statt

15. Juni 2011, 14:16

Drei Bands weniger - Weiter Kritik - Veranstalter will Gegnern "den Wind aus den Segeln nehmen"

Linz - Das umstrittene Metal-Festival "Northern Lights" findet wie geplant am 24. und 25. Juni in Reichenthal (Bezirk Urfahr-Umgebung) statt - allerdings mit drei Bands weniger. Diese seien als rechtsextrem bezeichnet worden und dürften deshalb nicht teilnehmen. Das teilte Bürgermeister Karl Jaksch (ÖVP) als zuständige Veranstaltungsbehörde am Mittwoch mit. Die Kritik riss unterdessen nicht ab, die Sozialistische Jugend (SJ) plant für den zweiten Festivaltag eine Kundgebung auf dem Marktplatz der Gemeinde.

SPÖ, Grüne, KPÖ, ÖH Linz und ÖGB hatten ein Verbot der Veranstaltung gefordert. Die SJ kündigte am Mittwoch in einer Presseaussendung eine "Antifaschistische Kundgebung" an, die örtlichen Sozialdemokraten und das Antifa-Netzwerk in Oberösterreich unterstützen die Aktion. Oberösterreich dürfe keinen Nährboden und keine Bühne für rechtsextreme Umtriebe bieten, betonte die oberösterreichische SPÖ-Abgeordnete Sonja Ablinger, die sich auch von Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) "klare Worte" erwartet. "Neonazi-Bands und aggressive Hetze dürfen nicht geduldet werden", verlangte das Mauthausen Komitee in einer Aussendung ein Verbot der Veranstaltung.

Bürgermeister Jaksch: "Unpolitische Veranstaltung"

"Das ist ein politisches Thema geworden", kommentierte Jaksch die Diskussion um das Festival. Es werde eine "unpolitische Veranstaltung" ohne einschlägige Bands. In den vergangenen zwei Jahren habe es mit "Northern Lights" überhaupt keine Probleme gegeben. Man sei aber entsprechend gerüstet, sollten Besucher aus der rechten Szene nach Reichenthal kommen. Der geplanten Kundgebung der SJ sieht der Bürgermeister gelassen entgegen: "Es ist die Frage, ob die genehmigt wird."

Der Veranstalter selbst nannte die Kritik "mehr als ungerechtfertigt". Es gebe überhaupt keine Belege dafür, dass die beanstandeten Bands in der rechten Szene aktiv seien. Das werde ihnen lediglich nachgesagt. Mit dem nun erfolgten Schritt wolle man den Gegnern "den Wind aus den Segeln nehmen". "Wir sind eine Plattform für Metal-Musik und nicht für rechtsextreme Aktivitäten", betonte der Veranstalter. (APA)

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Johnny Brainstorm
00
15.6.2011, 20:28

Für die, die es interessiert, hier auch der andere fightfascism Artikel, der das Northern Lights 2009 betrifft:
http://fightfascism.wordpress.com/2009/06/2... -festival/

Jetzt neu: Kernschmelzkäse
02
15.6.2011, 18:30
An den Hrn. Öllinger

Vor Angst gestorben ist auch tot.

Metal und vor allem der nordische Stil mögen nicht jedermanns Sache sein, aber gleich alles in einen Naxxitopf zu werfen, nur weil sie sich nicht klar politisch links positionieren (sondern gar nicht), ist einfach nur erbärmlich.
Mir gehen diese Naxxikeulen und das "Alles vebieten, was ich nicht mag" Getue schon gehörig auf den Geist.
Ich wünschen den Gästen auf dem Fest recht viel (unpolitischen) Spaß und vor allem, dass es recht viele werden und sie so ein klares Zeichen gegen überzogene linke Zensur setzen.

Johnny Brainstorm
10
15.6.2011, 19:38

Stehst also auch auf "Schlachtrufe arischer Krieger" (Zitat Kroda)?

Jetzt neu: Kernschmelzkäse
00
15.6.2011, 22:23
Nein

Hab ich auch NIE behauptet, oder ???

Johnny Brainstorm
00
16.6.2011, 09:23

Nein, aber wenn das für sie kein Grund ist, dagegen zu protestieren, dass diese Band bei uns auftritt, dann dürfen Sie sich nicht über die Nazikeule wundern, mehr wollte ich garnicht gesagt haben.

der gärtner
00
15.6.2011, 18:29

na dann postet mal die überschlimmen faschistischen songtexte dieser bands:

Johnny Brainstorm
00
15.6.2011, 19:43

von Kroda zb aber vorsicht, absolut widerwärtig:

"(Elders) gave a sign to stand in ranks, to sharpen the swords, preparing for fight. For the snowstorms of gore bury the enemies, for the rivers be filled with blood of the foes! It's time for banners to sing on the wind now, time for standarts to inhale the Freedom. It's time for the Aryan Spirit to rise, to fill the veins with Hoarfrost of Blood! Let fury make hands to grasp in fists and wolfish roar shall seethe in throat strike by strike our foes shall fall. Step by step we shall cleanse the battlefield!"

Quelle: http://www.metal-archives.com/albums/Kr... r.../77176

S. Aynf
00
16.6.2011, 14:35

Harmlos.

S. Aynf
00
16.6.2011, 14:39

bis auf das Aryan Spirit, dass muss nicht sein.
Aber ansonsten für das Genre nicht sonderlich auffällig

Johnny Brainstorm
00
16.6.2011, 16:54

Ja, das ist eben der kleine, aber feine Unterschied zwischen Misanthropie und Herrenrassenmentalität, was die Problematik dieser Band eben ausmacht...

Beim Black Metal ist es eben eine ziemliche Gradwanderung zwischen unbedenklich und schwer bedenklich...

Bastardl
00
15.6.2011, 18:09
"Wind aus den Segeln nehmen"

funktioniert normalerweise nicht nach dem Motto: ok, dann lass ich halt die zwei, drei Bands weg!

Ein klares antifaschistisches Statement am Anfang der Veranstaltung und vielleicht auch zwischendurch - oder das Ganze überhaupt unter das Motto "Keine Macht für Niemand" stellen - dann herrscht (positive) Flaute!

Johnny Brainstorm
00
15.6.2011, 19:44

Das funktioniert aber nicht, wenn man bereits zum 2. Mal eine NSBM Band (Kroda) einlädt, geht das nicht in eure Schädel hinein?

Bitte, wie gesagt: Ich habe absolut ncihts gegen Black Metal, verstehe auch, dass es Musik ist, die durchaus mit Provokation und Misanthropie spielt, aber Kroda ist eine NS-verherrlichende Band, da gibts einfach keine Diskussion, das ist eine Tatsache >.<

politisch verfolgt
00
15.6.2011, 18:03
also sind die ausgeladenen bands

nun rechtsextrem oder nicht? wurden sie zu recht ausgeladen oder hat der veranstalter nur dem druck der sj nachgegeben, die sich laut veranstalter lediglich auf hörensagen stützt?

Johnny Brainstorm
00
15.6.2011, 19:46

Nein, das ist belegt und dokumentiert und war bereits 2009 so: Kroda zB ist eine sogenannte NS-Blackmetal band.

Kroda-Songtexte: http://www.metal-archives.com/albums/Kr... r.../77176

fight Fascism Artikel: http://fightfascism.wordpress.com/2011/06/0... and-kroda/

politisch verfolgt
00
16.6.2011, 11:29
ukrainische neona7is....

skurril.
aber danke für die erklärenden links. hätte ich mir eigentlich im artikel erwartet.

Lionel Cosgrove
01
15.6.2011, 16:54
als jemand der politisch links steht, finde ich es gut, dass das Festival statt findet

die Veranstalter sollten in Zukunft gut aufpassen, wenn sie da aller einladen.

Mindestens 95% der Metal Bands sind unpolitisch oder eher links (wie z.B. Kreator oder Napalm Death). Viele Bands haben ein hartes u. wildes Image, sind aber eigentlich lammfromm.

Johnny Brainstorm
00
15.6.2011, 19:48

Kroda nicht und Kroda wurde bereits 2009 eigneladen, damals gab es von der Veranstalterin Drohungen gegen den antifaschistischen Protest der die NS-Band zum Ziel hatte.

Und ja, das Festival soll stattfinden, aber wenn diese Bands nicht ausgeladen werden, muss man eben mit antifaschistischem Widerstand rechnen, das ist ganz einfach die logische Konsequenz, wenn man mit faschistischem Gedankengut kokettiert...

Lionel Cosgrove
00
15.6.2011, 23:00

obwohl ich bereits seit 25 Jahre Metalhead bin, kenne ich fast keine dieser Northern Lights Bands, bei Kroda kam mir das Absurd Cover sehr eigenartig vor

RebelAngel
 
00
15.6.2011, 16:57
Österreich halt

Linke wie Rechte alles Bauernschädeln...keine Ahnung, Hauptsache laut geplärrt und dagegen sein.

RebelAngel
 
64
15.6.2011, 16:46
ahja

die Jungstalinisten & Co betätigen sich wieder mal als Hexenjäger *gähn*

da wird sich auch die ÖVP freuen, wenn man so geschlossen gegen die böse Teufelsmusi auftritt :-)))

neeeed
11
15.6.2011, 18:03

wieso denken manche leute nicht nach bevor sie posten?
hmm.....

RebelAngel
 
00
15.6.2011, 21:01

oder bevor sie Kundgebungen organisieren...

neeeed
00
15.6.2011, 22:55

da is was dran ;)

The_new_number_2
01
15.6.2011, 17:48

In obiger Aufzählung kommen keine Stalinisten vor. Abgesehen davon bezweifle ich, dass es in Österreich überhaupt Stalinisten oder gar eine stalinistische Gruppierung gibt.

wildkater
00
15.6.2011, 16:35
Sehr gute Entscheidung.

Allerdings: wenn Bands wegen rechtsextremer Umtriebe nicht an einem Festival teilnehmen dürfen, warum darf dann die FPÖ immer noch im politischen Parteienbetrieb mitspielen?

Spätestens seit den Vorkommnissen der letzten Monate dürfte auch dem dümmsten FPÖ-Wähler klar sein, dass man Rechtsextremen seine Stimme nicht aus Protest geben sollte.

Sicher ist es diskutabel, die Rechtsextremen nicht in den Untergrund zu drängen, aber zumindest sollte ein Parteiverbot der FPÖ diskutiert werden, um ein klares Signal gegen faschistische und antisemitsche Tendenzen sowie NS-Verharmlosung zu setzen.

In Deutschland hat das gut funktioniert: die NPD kommt dort bundesweit lediglich auf ca. 1%.
In Österreich herrscht rechtsextreme Narrenfreiheit.

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