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Thomas Höschele darf sich deutscher Meister der Zauberkunst nennen. Beim Festival "Highlights of Magic", das im Juni in Leverkusen stattfand, gewann er in der Kategorie "Mentalmagie" mit einer Liebesgeschichte, bei der ein Glas mit Bonbons eine große Rolle spielt. Wie der Trick funktioniert, darf er nicht verraten.
Thomas Höschele wurde Anfang Juni als "Thommy Ten" deutscher Meister der Zauberkunst. Im Interview mit derStandard.at lässt der 23-Jährige seine Anfänge Revue passieren und erklärt, warum Zauberei ein hartes Stück Arbeit ist.
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derStandard.at: Wie sind Sie zur Zauberei gekommen?
Höschele: Es war sehr klassisch. Ich habe im Alter von zehn Jahren einen Zauberkasten geschenkt bekommen, weitere sind dann bald dazugekommen. Im Endeffekt waren es fünf oder sechs. Ich komme aus Niederösterreich, aus Mautern in der Nähe von Krems, da gibt es einen Zauberclub, der sich "Die magische Zehn" nennt. Mit 12 Jahren habe ich dort die Aufnahmeprüfung gemacht und war dann auf Workshops und Seminaren.
derStandard.at: Warum nennen Sie sich "Thommy Ten"?
Höschele: Im Zauberclub habe ich zufälligerweise die Mitgliedsnummer zehn bekommen. Da mich die zehn bei der Zauberei immer in irgendeiner Form begleitet hat, bin ich auf die Idee gekommen, mich "Tommy Ten" zu nennen. Mit diesem Künstlernamen kann ich mich gut identifizieren.
derStandard.at: Was ist das Faszinierende an Ihrem Beruf?
Höschele: Man kann sich ja fast alles erklären, aber bei der Zauberei kann man Leute mit Kleinigkeiten zum Staunen bringen, das finde ich toll. Verblüffen und gleichzeitig unterhalten. Das Publikum möchte zum Teil nicht einmal wissen, wie die Tricks funktionieren, weil die Show und das Rundherum so gut gefallen. Wenn sich die Leute einfach nur zurücklehnen und genießen, dann ist das Ziel erreicht.
derStandard.at: Wie oft werden Sie nach der Show gefragt, wie die Tricks funktionieren?
Höschele: Es kommt natürlich immer wieder vor. Als Zauberer, der Mitglied in einem Zauberverein ist, darf man nichts verraten. Das muss man mit der Aufnahmeprüfung unterschreiben. Die Tricks unterliegen einem Ehrenkodex, einem Berufsgeheimnis, das man nicht preisgeben darf.
derStandard.at: Was passiert, wenn man gegen diesen Ehrenkodex verstößt?
Höschele: Man wird aus dem Club ausgeschlossen.
derStandard.at: Welche Ausbildungen absolvieren Zauberer?
Höschele: Es gibt Anfängerworkshops, um sich die grundlegenden Fähigkeiten anzueignen. Die ersten Kunststücke, die ersten Griffe werden hier gelehrt. Weiters kann man Seminare oder Kongresse besuchen. Ich gehe zum Beispiel sehr stark in Richtung Schauspiel und Bühnenpräsenz, weil das ein wichtiger Teil meiner Show ist. Diese besteht nur zu 20 Prozent aus Tricktechnik, der Rest ist Präsentation, Auftreten und Unterhaltung. Ich habe einen eigenen Regisseur, mit dem ich an meinen Nummern arbeite, auch andere Schauspieler sind involviert. Nebenbei besuche ich Workshops, um neue Tricks zu lernen.
derStandard.at: Wie lange brauchen Sie, um Tricks zu perfektionieren?
Höschele: Zuerst braucht es die Grundtechnik, die handwerklichen Griffe und dann kommt die Feinarbeit. Die Idee zu dem Programm, mit dem ich jetzt bei den Meisterschaften gewonnen habe, ist vor zweieinhalb Jahren entstanden. Vor eineinhalb Jahren habe ich es zum ersten Mal umsetzen können, dann ständig daran gearbeitet, geändert, gekürzt etc. Erst jetzt bin ich an dem Punkt, wo ich damit zufrieden bin. Im Schnitt dauert es ca. zwei Jahre, um eine richtig schöne Bühnennummer zu kreieren.
derStandard.at: Welche Rolle spielt die Interaktion mit dem Publikum?
Höschele: Oft kann man ein Kunststück alleine viel schneller trainieren, als die Show rundherum, weil man dafür die Resonanz des Publikums benötigt. Wenn ich zuhause vor dem Spiegel einen Ball verschwinden lasse, bin ich selber nicht verblüfft. Um herauszufinden, an welchen Stellen oder bei welchen Gags das Publikum reagiert, braucht es Auftritte. Das heißt, ein großer Teil der Auftritte ist gleichzeitig Training. Ich filme meine Auftritte auch mit, um sie analysieren und verändern zu können.
derStandard.at: Was ist das Höchste der Gefühle, das man als Zauberer erreichen kann?
Höschele: Für mich war der Gewinn der Deutschen Meisterschaften bis jetzt das absolute Highlight meiner Karriere, ein Wahnsinnsgefühl. Die nächsten Schritte sind Auftritte in den USA und nächstes Jahr findet die Weltmeisterschaft in Großbritannien statt, an der ich teilnehmen werde.
derStandard.at: Gibt es österreichweite Ausscheidungen, um für die WM nominiert zu werden?
Höschele: Der österreichische Verband trifft die Entscheidung. Jedes Land hat ein gewisses Kontingent an Startplätzen zur Verfügung. Ich habe die Zusage in der Tasche, dass ich hinfahren darf.
derStandard.at: Können Sie schon von der Zauberei leben?
Höschele: Ja, das geht mittlerweile, weil ich viele Auftritte pro Jahr habe. Zum Beispiel bei Firmen, für die man spezielle Programme entwickelt. Davon lebe ich. Natürlich befindet sich einiges noch im Aufbau. Jetzt habe ich zum Beispiel ein Engagement bei einem internationalen Zauberkongress bekommen, wo ich drei Tage lang auftreten werde. So geht es Schritt für Schritt weiter.
derStandard.at: Ganz generell: ist es schwierig, sich in dem Metier finanziell über Wasser zu halten?
Höschele: Prinzipiell schon. Man sollte die Zauberei nicht aus finanziellem Interesse betreiben, sondern aus Überzeugung. Wir haben unregelmäßige Arbeitszeiten, müssen zeitlich und örtlich flexibel sein. Die meisten Auftritte finden an Wochenenden oder vor Feiertagen statt. Das muss man in Kauf nehmen.
derStandard.at: Wie reagieren Sie auf der Bühne, wenn ein Trick in die Hose geht?
Höschele: Das kann natürlich vorkommen. Zum Glück wissen die Leute bei der Zauberei nicht so genau, was hier eigentlich passiert. Insofern kann man zumeist noch gut die Kurve kratzen. Vor den Auftritten kann man die Worst Case Szenarien durchgehen, um Auswege zu finden.
derStandard.at: Welche Eigenschaften braucht man, um als Zauberer Erfolg haben zu können?
Höschele: Am Anfang stehen Interesse und eine gewisse Fingerfertigkeit, um die Trickhandlungen beherrschen zu können. Dann kommt noch die Bühnenpräsenz als sehr wichtiger Part dazu. Die Leute sollten den Zauberer sympathisch finden, dann schauen sie auch gerne zu.
derStandard.at: Wie ist Ihre genaue Berufsbezeichnung? Zauberer, Magier, Illusionist?
Es wird einmal das eine, dann das andere verwendet. Ich selbst bezeichne mich als Zauberkünstler. Ein Magier hat eher etwas Mystisches, Illusionisten sind Leute wie David Copperfield oder Siegfried und Roy, Mentalisten beschränken sich auf die gedankliche Ebene.
derStandard.at: Können Sie sich einen anderen Beruf vorstellen?
Höschele: Momentan bin ich sehr zufrieden. Ich möchte als Zauberkünstler weitermachen und einfach schauen, wohin es mich treibt. Ich glaube, dass die Zauberei immer ein Teil meines Lebens sein wird. (om, derStandard.at, 16.6.2011)
THOMAS HÖSCHELE lebt in Mautern, Niederösterreich. Der 23-Jährige zaubert seit seinem zehnten Lebensjahr, er ist Österreichischer und Deutscher Meister in der Disziplin Mentalmagie. Höschele macht in Wien eine Kommunikationsausbildung.
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...Wenn nur die Politiker so ehrlich arbeiten würden wie dieser "Zauberkünstler" der mit "Tricks" arbeitet!!!
Bei Politikern heißen die Zaubertricks: Freunderlwirtschaft, Narzissmus und Geldeinsackler !!!
Das sind ihre Tricks !!!!!
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