Fukushima

Wieder verstrahlter Tee in Japan entdeckt

15. Juni 2011, 11:25

Plantagen sollen wegen verseuchter Teeblätter Vertrieb einstellen - Strahlung hat möglicherweise Auswirkungen auf Wale

Tokio - Einige Plantagen in Japans berühmter Teeanbau-Provinz Shizuoka sollen den Verkauf radioaktiv belasteter Teeblätter stoppen. Wie die lokalen Behörden am Mittwoch bekanntgaben, wurden fünf Plantagen in Japans größter Teeanbau-Region aufgefordert, freiwillig den Vertrieb der Blätter einzustellen und die bereits ausgelieferten zurückzurufen.

Bei Untersuchungen waren dort in Folge des Atomunfalls im AKW Fukushima radioaktive Strahlen oberhalb der Grenzwerte gemessen worden. Die Behörden hatten 20 Plantagen in dem Anbaugebiet Warashina, 370 Kilometer südwestlich von der Atomruine Fukushima, untersucht. In Warashina war vor kurzem in getrockneten Teeblättern radioaktives Cäsium festgestellt worden.

Grüner Tee aus Japan wird in aller Welt für seine gesundheitsfördernde Wirkung hoch geschätzt. Der Bürgermeister der Provinzhauptstadt Shizuoka erklärte laut Medienberichten, er werde von der Zentralregierung in Tokio Schadensersatz verlangen. Japan hatte im vergangenen Jahr 83.000 Tonnen an getrockneten Teeblättern produziert. Davon entfielen 40 Prozent auf die Provinz Shizuoka. Die lokalen Behörden wollen nun weitere Strahlenmessungen vornehmen.

Erhöhte Werte auch bei Walen

Auch bei von japanische Walfängern im Pazifik getöteten Zwergwalen wurden Spuren von Radioaktivität entdeckt. Die beiden kürzlich vor der japanischen Nordinsel Hokkaido gefangenen Wale wiesen 31 beziehungsweise 24,3 Becquerel radioaktiven Cäsiums pro Kilogramm auf, erklärte ein Fischereibeamter am Mittwoch. Grund sei möglicherweise der Unfall im Atomkraftwerk Fukushima.

Die Radioaktivitätswerte lägen aber weit unter dem kürzlich in Japan festgelegten Grenzwert von 500 Becquerel pro Kilogramm. Zudem gebe es keine Vergleichsdaten, mit denen festgestellt werden könnte, ob die gemessenen Werte höher als normal seien. "Wir werden die Entwicklung weiter beobachten", fügte der Beamte hinzu.

Seit dem schweren Erdbeben und anschließendem Tsunami am 11. März, wodurch das AKW Fukushima schwer beschädigt wurde, strömt radioaktives Wasser in den Pazifik. Die japanische Bevölkerung und Experten sind deshalb besorgt, dass sich radioaktives Material in langlebigen Lebewesen der Nahrungskette im Meer ablagern könnte. Die Regierung hat den Fischfang nahe des AKW verboten, zudem werden regelmäßige Proben bei Meeresfrüchten entnommen. Japan tötet Wale nach eigenen Angaben zu Forschungszwecken. Nach Auffassung des Landes ist der Walfang eine jahrhundertealte Tradition. Das Fleisch wird in Geschäften und Restaurants verkauft.

Dekontaminierungsanlage vor Inbetriebnahme

Unterdessen arbeitete der Betreiber der Atomruine, Tepco, weiter daran, eine Anlage zur Dekontaminierung von hochgradig verseuchten Wasser an diesem Freitag in Betrieb zu nehmen. Die Inbetriebnahme gilt als wichtiger Schritt bei der Bewältigung der Krise. Mit dem System sollen die großen Mengen hochgradig verseuchten Wassers gereinigt werden, die zur Kühlung der Reaktoren benötigt werden. Statt immer neues Wasser in das AKW zu pumpen, soll das verseuchte Wasser recycelt und zur weiteren Kühlung verwendet werden. Die verseuchte Brühe behindert die Arbeiten zur Instandsetzung der zerstörten Kühlsysteme des AKW.

Die japanischen Behörden haben indes am Mittwoch mit umfangreichen Strahlungsmessungen in Tokio begonnen. Die Werte würden an 100 Orten in der Hauptstadt aufgezeichnet, teilten die Behörden mit. Darunter seien Parks und Schulhöfe. Bisher war an nur einer Stelle gemessen worden.

"Wir wurden von Müttern dazu aufgefordert, die sich Sorgen um die Gesundheit ihrer Kinder machen", sagte ein Behördensprecher zu den neuen Maßnahmen. Die ersten Messergebnisse lagen im Normbereich. (APA)

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Abyayala
03
15.6.2011, 21:59

Geht momentan wohl ein wenig unter, sind ja alle mit den Krawallen in Athen und sonsitigem beschäftigt:
http://hawaiinewsdaily.com/2011/06/n... -disaster/
http://youtu.be/mSvvmrB7qEg
Atomunfall in Nebraska, INES 4, soweit die bisherigen Infos.

D'Wahrheit
01
17.6.2011, 16:47
AKW Störung in Nebraska kommt deshalb nicht in den Schlagzeilen...

...oder besser gesagt, wird von unseren Qualitätsmedien? komplett ausgeblendet, da sich die Atomlobby (dzt.) keine weiteren Störfälle leisten kann (oder will). Da wird wohl so manches Schweigegeld fließen und geflossen sein.....

F S 3
18
15.6.2011, 21:48
Im Ft. Calhoun Kernkraftwerk in Nebraska brach vorige Woche ein Feuer aus. Angeblich wurde alles "unter Kontrolle gebracht", doch wurde HEUTE eine FLUGVERBOTSZONE über und um das KKW verkündet…

…Dies deutet darauf hin, daß Radioaktivität entweicht, oder zumindest entwichen ist.

http://hawaiinewsdaily.com/2011/06/n... -disaster/

Das fünfte Element
10
16.6.2011, 21:33
man kanns auch übertreiben -

oder sie können nicht englisch:

wie aus dem link von "bildausfall" ersichtlich ist wurde die flugverbotszone bereits am 6.juni verhängt und nicht heute.

grund waren "relief efforts because of flooding".

der kleinbrand mit pumpenausfall war erst danach, am 7.juni, es mussten nichtmal die notpumpen eingeschaltet werden, da nach einer stunde wieder alles normal verlief.

http://en.wikipedia.org/wiki/Fort... ng_Station siehe auch die dortigen links

kritisch ist die lage dort sehr wohl, allerdings wegen der überschwemmungen - die durchaus auch fatale folgen haben können.

ihre rückschlüsse sind allerdings unfug

"Bildausfall..."
02
16.6.2011, 00:26
Denen steht das Wasser bis zum Hals.

Offenbar ein Kühlproblem bei einem Abklingbecken.
http://ncrenegade.com/editorial... o-hazards/

Herr Plumm
30
15.6.2011, 22:49

na und? ist in den usa...weit weg...

"Bildausfall..."
03
15.6.2011, 21:42
Kostenwahrheit

Wieviel kostet den Japanern jetzt ein Kilowatt Atomstrom, wenn man alle Schäden (auf die z.B. die Teeplantagenbesitzer Ersatzansprüche stellen können), einberechnet? Der teuerste Tarif aller zeiten ...

Chris Quast
00
18.6.2011, 18:26

habs mal für tepco (nur den atomstrom, produzieren ja auch mit ein bissal wasser, und viel kalorischen kraftwerken strom) durchgerechnet (bzw. für den gesamten jap. atomstrom, weiß jetzt leider nicht mehr was genau in der statistik stand).

jedenfalls wenn man schaden/strommenge rechnet, kommt man auf ca. 6-7 c/kWh.

glaub deutscher industriestrom wird an der börse so zwischen 8-11 gehandelt.

und ich hab das schadensausmaß sehr konservativ angesetzt eigentlich, die zahlungen die schon floßen bzw. verplant sind. 60 mrd €.
was letztendlich sicher zu wenig ist.

D'Wahrheit
00
22.6.2011, 11:15

Da haben sie aber sehr blauäugig zu Gunsten von Tepco und der Atomlobby gerechnet. Bei fairen Gesetzen zu Atomkraft Unfällen, welche auch die Vergiftung der Biosphäre berücksichtigen müssten und durch internationale Verträge rechtlich abgesichert gehören, errechnen sich meiner bescheidenen Meinung nach Beträge, welche diese Technik aus volkswirtschaftlicher Sicht wohl ins Out befördern würde! Übrigens gibt es nach meinen Nachforschungen zur Atomkraft seit den 50er Jahren fertige Pläne (aus GB), Atomkraftwerke mit Thorium zu betreiben. Dabei würden Zerfallselemente entstehen, welche Halbwertszeiten im Minutenbereich besitzen. Einziger "Nachteil", es entsteht dabei kein waffenfähiges Material!!!!

Chris Quast
00
29.6.2011, 11:42
nein habe ich nicht !! habe das relativ aufwendig und durchaus mit ein bissal rechercheaufwand gerechnet.es ist immer so bei kosten-nutzenrechnungen im prinzip kannst alles reinnehmen (vergiftung der bioshäre ? wie bewerten. Pro 1 kBq/m² 0,001 €?)

auch die (hoffentlich) zugtickets der deutschen demonstranten die wegen fuku. jetzt zu demos aufbrechen ?!

ich habe ja die "beschränkungen" des "modells " angegeben
1) bisher produzierter strom aus jap. oder tepco akws (weiß ich nicht mehr)
2) bisher ganz konservativ angesetzter (eben schon zugesagte entschädigungen, kosten für aufräumung, entgang von einnahmen für tepco, rückgang der aktie zb gar nicht einbezogen) schaden, hörte schon ziffern von a la longue 100-150 mrd
3) der vergleich zu industriestrom stimmt glaub ich auch ungefahr.
also nimmst die höhere schadensvariante wäre atomstrom trotz förderung für tepco (bzw. die gesamte jap. atomwirtschaft) niemals rentabel gewesen !!

Briefmarkenkleber
80
15.6.2011, 21:20
Danke für die tägliche Panikmache.

FalscherProphet
00
16.6.2011, 02:30
Der Briefmarkenpicker ist eben ein kleines

Pro-Atomkraft Sensibelchen.

Fühlt sich schnell in Panik versetzt - obwohl Österreich einen "ordentlichen" Sicherheitsabstand zu den Atomkraft-Ruinen hat.

MICH selbst beunruhigt Fukushima I keineswegs - mir tun nur die Japaner leid.
(Ich werde lediglich bewusst Lebensmittel aus Japan meiden - wobei ich vermutlich auch bis dato nie etwas aus Japan konsumierte...)

Briefmarkenkleber
20
16.6.2011, 17:31
Hoserl voll?

Das Gegenteil ist der Fall!
Der Österreicher fürchtet sich gerne, das stärkt den Zusammenhalt.
Wer frische Salatgurken oder *huch* Grünen Tee abzugeben hat: Ich freue mich, denn ich kann rechnen.

an kog
01
15.6.2011, 23:30

Warum Panik?

Die Informationen sind doch verkraftbar. Oder haben Sie jedes Mal die Panik, wenn sie darüber informiert werden, dass so ein multipler Supergau nicht ohne weitere Folgen bleibt?

pago1
13
15.6.2011, 18:26
schüssel sitzt immer noch im nationalrat

Wennso Weitergeht...
02
15.6.2011, 17:45
Da wird schon ewig intensivst "geforscht",

und während der ganzen Zeit hat kein einziger "Forscher" eine Messung der Radioaktivität von Walfleisch gemacht. tststs

Claidheamh Mòr
00
15.6.2011, 16:35
woher

krieg ich jetzt meinen Bio-Sencha ?

schneeblümchen
00
20.6.2011, 20:44
bekommst du noch

Es gibt noch (Rest-)Bestände aus dem 2010er Jahr in den Geschäften...

Christ in der Zeit
11
15.6.2011, 16:12
Man kann nur gespannt sein, wielange es dauert bis durch den Washout auch unsere Böden kontaminiert werden.

Peter W1
 
16
15.6.2011, 15:49

"Grund sei möglicherweise der Unfall im Atomkraftwerk Fukushima."

möglicherweise :) .... und ein paar Zeilen später:

"Seit dem schweren Erdbeben und anschließendem Tsunami am 11. März, wodurch das AKW Fukushima schwer beschädigt wurde, strömt radioaktives Wasser in den Pazifik"

Ist das Realsatire? Oder ist die Onlinered schon dermassen gewohnt Lachummer zu sein? Ganz und gar nicht böse gemeint: Wenn ihr nach eurem Arbeitgeber und Job gefragt werdet ... seids ihr dann noch ehrlich :) ? Offensichtlich gibt es für euch überhaupt kein Geld mehr und übernehmt nur noch APA-Mist (dort dürften echt nur die berühmten Affen sitzen die zufällig auf Tasten drücken :) ), dessen Unfug dann aber nur auf euch zurückfällt.

Lichtfreak
00
15.6.2011, 16:47
APA....

Es ist APA

eurusd1
00
15.6.2011, 15:49
Nur positives

Eigentlich ausschließlich positive Schlüsse lassen sich aus diesem Bericht ziehen:

1. Beim Verzehr von norddeutschen Blattsalaten unbedingt eine Tasse Tee aus Japan dazu trinken.
2. Eventuell hört sich der Walfang in Japan auf, dafür sind die Tiere ein wenig verstrahlt, die werden sich schon daran gewöhnen.
3. Eine hochinteressante Langzeitstudie wird die seitjahrzehnten erörterte Frage klären, ob nun Walfleisch seit jeher mit erhöhter Radioaktivität belastet ist.
Schöne neue Welt!

sturmy
00
15.6.2011, 15:39
das Zeug einfach rauchen, wäre vielleicht gesünder, oder??

duke box
01
15.6.2011, 16:04

oder sicherheitshalber immer rum in den tee, das sollte auch reichen.

J. McEgg
111
15.6.2011, 14:56
Also wie jetzt?

ECHT?!?!? Diese Strahlen haben sich nicht an die 30 km Schutzzone gehalten??? ....und die Wale schwimmen da einfach im verstrahlten Wasser herum???? ...wozu noch Grenzwerte, wenn man flexibelst damit umgehen kann??? Good Bless Atomenergie!
K*tzen könnt ich permanent, ob dieser Ver*rschung!

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