Warum ein Verbot von Zigaretten-Automaten nichts bringt

Rosa Winkler-Hermaden, 15. Juni 2011, 10:23

Das Abmontieren der Blechautomaten ist überflüssig, wenn die Eltern zuhause rauchen

Empört euch!, schrieb der ehemalige französische Widerstandskämpfer Stephane Hessel und die derStandard.at-UserInnen taten es. Sie empörten sich über die Forderung von Grünen-Chefin Eva Glawischnig nach einem Verbot aller Zigarettenautomaten in ganz Österreich. Glawischnig nannte als Beispiel andere EU-Länder, zum Beispiel Frankreich, Großbritannien, Portugal oder Griechenland, wo das Ende der Blechautomaten schon gesetzlich festgeschrieben sei und kündigte an, einen entsprechenden Antrag auch im österreichischen Parlament einzubringen, um Österreichs Jugendliche zu schützen.

Im Forum war die Kritik groß - vor allem weil sich die UserInnen nicht von Eva Glawischnig bevormunden lassen wollen. Ähnlich geht es offenbar Teilen der Partei, die die "Regulierungswut" der Grünen Spitze kritisieren.

Bevormundung hin, Bevormundung her. Das ist gar nicht die zentrale Frage. Denn ein Verbot der Zigarettenautomaten würde das Problem nicht an der Wurzel packen, sondern viel mehr schlicht Symptome bekämpfen. Wir müssen uns die Frage stellen: Wieso wollen Jugendliche eigentlich Zigaretten kaufen? 

Das liegt nicht etwa daran, dass Kinder am Weg zur Schule an den Automaten vorbeigehen und womöglich in Versuchung geraten. Dadurch kriegt kein Kind Gusto auf Tschick.

Nein, es liegt daran, dass es in der Gesellschaft nach wie vor ansehnlich ist, zu rauchen. Die Werbungen mit dem coolen rauchenden Cowboy wurden zwar verboten, das Bild schwirrt aber immer noch in den Köpfen vieler umher. Mama und Papa rauchen zuhause in der Küche, im Wohnzimmer, im Kinderzimmer. Hier sollte man versuchen anzusetzen.

Und das haben die Grünen bereits getan. Sie sprachen sich des Öfteren für ein allgemeines Rauchverbot in Lokalen aus. Das ist begrüßenswert, denn in einem Gasthaus sind Raucher immer noch integrierter Bestandteil. Kinder bekommen dadurch von klein auf mit, dass es ok ist, zu rauchen. Durch ein Verbot des Rauchens in Lokalen wäre zumindest an diesem Ort die Vorbildwirkung eine andere.

Zu den Zigarettenautomaten bleibt zu sagen: die Schutzmechanismen sind da - man braucht immerhin eine Bankomatkarte, um an die Ware ranzukommen. Ein Verbot der Automaten ist aber genauso überflüssig wie die Regelung in den USA, dass man 21 Jahre alt sein muss, um Alkohol zu kaufen. Aber das ist eine andere Diskussion. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 15.6.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 114
1 2 3
Kinder rauchender Eltern

laufen allerdings ein hohes Risiko, selber Raucher zu werden. Aber die Zigaretten-Automaten erleichtern es auch anderen Kindern, an Zigaretten heranzukommen. Ich sah gestern, wie ein Kind sich auf die Zehenspitzen stellen musste, um eine Bankomatkarte in den Schlitz zu stecken. Ich habe früher gesehen, wie eine Bande Minderjähriger Erwachsene gezwungen hat, ihre Bankomatkarte herzuleihen. In Schweden ist das Rauchen Jugendlicher und Erwachsener stark gesunken, als die Zigarettenautomaten verschwanden und die Gastlokale und Arbeitsplätze rauchfrei wurden. Die Nikotinsüchtigen verwenden Kautabak, das ist o.k., denn da schädigt sich jeder nur selbst und belastet die Krankenversicherung, aber nicht die Gesundheit seiner Mitmenschen.

Ironie der Geschichte

In den 20-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren Frauen, die in der Öffentlichkeit rauchten, die vielgehassten Symbole der beginnenden Emanzipationsbewegung. Damals ging es um Freiheit, raus aus den muffigen Lebensumständen der gerade erst verjagten Monarchien und rein in ein selbstbestimmtes Leben, insbesondere für Frauen. Glawischnig und Konsorten sind die Totengräber dieser mühsam errungenen Freiheiten und dabei ist das Rauchen nur ein Randsymbol. Was die Osteuropäer 1989 mit einem Fusstritt zur Vordertür hinausbefördert haben, versuchen unsere Polkos (politisch Korrekten) durch die Hintertür wieder einzuschleusen: Gesinnungsterror unter dem Mäntelchen der Weltenrettung. Pfui Teufel!

Widergeburt (von Argumenten-

im Blog)
http://derstandard.at/plink/128... id19717249

Diese sogenannte "Freiheit" ist absolut nur eine Abhängigkeit der Süchtigen,

die glauben, dass Tabak lebensnotwendig ist - Es ist aber ganz und gar nur schädlich und nutzlos!

Wanderprediger

Es war einmal einer, der wanderte durch die Lande und vor jedem Kamin, aus dem Rauch herauskam, blieb er stehen und schrie: "Feuer". Eines Tages betrat er einen Supermarkt, blieb vor dem Regal mit dem Orangensaft stehen, sah eine Packung Happy Day und brüllte: "Feuer" So kommen Sie mir vor.

ich hab aufgehört zu rauchen, hab aber gute 20 Kilo mehr -

und jetzt traktieren mich die Apostel von der Gesundheit erst recht...

Tankstellen haben auch Zigaretten

also schließen!?

Tankstellen

haben auch Personal, das dafür verantwortlich ist, dass Minderjährige nicht rauchen. In Schweden hat man die Zigarettenautomaten auf den Straßen schon vor sehr vielen Jahren entfernt. Österreich hinkt in sozialer Beziehung den skandinavischen Ländern immer weit hinterher. Oder ist es etwa nicht asozial, Kinder und Jugendliche gesundheitlich zu schädigen? Erwachsene Raucher können aber auch in Schweden Tag und Nacht in Tankstellen und an Hotelrezeptionen Zigaretten kaufen, dürfen sie allerdings nicht dort rauchen. Die Mittelschicht ist nikotinfrei, die Unterschicht verwendet Kautabak, jedenfalls ist das der schwedische Trend. Was die ca 200 Familien tun, die in Schweden die Oberschicht bilden, ist mir nicht bekannt.

Wer Deppensteuer zusätzlich zur Tabakdeppensteuer zahlen will, kann das ja in Gasthausautomaten oder Tankstellen tun - ist ja ohnehin nur eine Deppensteuer - Nur Deppen zahlen Tabaksteuer!

Dafür gibts ein grünes Stricherl

Das wäre doch ein echter Beitrag zur Kohlendioxid Reduzierung. Gibt auch viel weniger Feinstaub, besonders im Winter.
Man stelle sich die vielen Vorteile vor...

Die Tangente als frei begehbarer Boulvard,
Die Supermärkte werden mit Lastwagen der neuen Generation (2-4 PS Hafermotor) beliefert;
Der angenehme Geruch von Champignon Dünger in der Luft.....
Einfach herrlich !

aber

betrunkene 18-20 jaehrige gibt es sicher, aber ich hab in den usa noch niemals 14-15 jaehrige gesehen die besoffen im park abhaengen...im unterschied zu oesterreich.

zigarettenautomaten gibts im uebrigen auch nicht in den usa, und um diese gings eigentlich frau hermaden...

wieso sollts in den USA auch Tschickautomaten geben, wenn die Stores sowieso 24/7 offen haben???

Nicht alles, was hinkt.....

die abgabe bestimmter artikel wie tabak oder alkohol ist in manchen bundesstaaten oder counties aber trotzdem an die tageszeit gebunden.

hier in californien im supermarkt sind tabakprodukte versperrt und ich hab mehrmals gehoert, dass die verkaeuferin an der kasse gesagt hat sie sei nicht befugt den kasten um diese uhrzeit aufzusperren...kann aber auch eine sicherheitsmassnahme sein...

Mal im Ernst:

Es gibt durchaus Möglichkeiten, den Zigarettenkonsum zurückzudrängen, von ausgedehnten ortsbezogenen Rauchverboten über massive Preissteigerungen bis hin zur Unterstützung für Aufhörwillige, die in anderen Ländern real funktioniert haben.

Aber die Abschaffung von Zigarettenautomaten, begründet mit Kinderschutz? Der Konnex erschliesst sich mir wirklich nicht...

Da will sichs wohl jemand nicht mit der Wirtschaft(TM) verscherzen und zugleich die Zielgruppe mit Symbolpolitik bedienen.

Die noch dazu mangels Erfahrung nicht weiß, dass Automaten nicht "einfach so" Kinder mit Zigaretten versorgen, und deswegen die Scheinheiligkeit der Begründung leider nicht erkennen ;)

>Aber die Abschaffung von Zigarettenautomaten,
>begründet mit Kinderschutz? Der Konnex erschliesst
>sich mir wirklich nicht...

Aus den Augen, aus dem Sinn!

Das Ideal wäre: "Vollständig aus den Augen, vollständig aus dem Sinn"
--> vollständiger Nichtraucher

Ein wahres Wort mutig ausgesprochen!!!

"[...] bekommen dadurch von klein auf mit, dass es ok ist, zu rauchen"

Wenn auch wahrscheinlich unbewusst ...

Denn in der Tat laufen vieler dieser krausen Verbote schon laengst darauf hinaus, das Rauchen an sich zu stigmatisieren (so steht's ja auch als Ziel im EU-Gruenbuch) - und haben mit NR-Schutz schon laengst nix mehr zu tun!

NR-Schutz ist sehr zu begrussen, alles ANDERE gehr weder den Staat noch die Gruenen noch Sonstwen was an!!!

Verbot! es gibt manche dinge, da gehört das suchtverhalten aus meiner sicht dazu, wo der staat seinen bürger mal bevormunden sollte. weg mit de tschick in der öffentlichkeit!
unsere politik ist nicht nur dadurch gelähmt, dass die politiker sich nicht durchsetzen können sonderen auch deshalb weil bei jedem lüftchen sich irgendein teil der wähler nicht beachtet oder übergangen fühlt. also, wen interessierts, kauf dir deine tschick in da tschick bude!

das argument der grünen war soweit ich mich erinnere das die automaten abgeschafft werden sollten weil bereits 11jährige rauchen.

meiner meinung nach bekommt ein 11 jähriger wesentlich leichter in der trafik selbst zigaretten da es immer noch genug trafikanten gibt die es mit dem jugendschutz nicht so genau nehmen. banken dagegen stellen einem 11 jährigen keine bankomatkarte aus die ihn als 16jährigen ausweisen.

weg mit den automaten

eines ist trotzdem pervers
einerseitz verkauft der staat die drogen
anderseits schränkt sie raucher ein (bin ich voll daür) bin selber gelegenheitsraucher.
wenn es nur ein peozent weniger kinder gibt die rauchen ,dann kann ich nur sagen
weg mit den automaten

hab da keine klare Meinung. Besser wäre es wohl rauchen richtig teuer zu mache. Außerdem sollte Alkohol richtig teuer werden, da es die gefährlichste aller Drogen ist. Das wäre mal nachhaltige Politik.

richtig teuer

freut nur die Schmuggler bzw. die Zigarettenpapierhersteller.

Und die Teenager, die sich ihr Geld dann lieber für den Alkohol aufheben, anstatt es für Zigaretten auszugeben :)

besonders in Ungarn, der Slowakei!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 114
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.