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Wo derzeit ein Fünfer im Zeugnis ausreicht, sollen in Zukunft vier nötig sein, um ein ganzes Schuljahr zu wiederholen - oder zu verlieren. Denn vor allem das bedeutet die derzeitige Praxis des Sitzenbleibens: einen Verlust an Lebens- und Lernzeit, die sinnvoller genutzt werden könnte, wenn man sich auf das Richtige konzentrieren würde und nicht nur auf das eine, das falsch gelaufen ist. So aber muss ein Defizit in einem Fach mit Frust und Langeweile in allen anderen Fächern gebüßt werden.
Das ist pädagogisch sinnlos und destruktiv. Es frustriert die betroffenen Schüler, und sozial stigmatisierend ist es auch, ein "Sitzenbleiber" zu sein.
Gut also, wenn im Zuge der Oberstufenreform darüber nachgedacht wird, wie man mit dem partiellen Versagen von Schülern produktiver umgehen könnte als jetzt, wobei es vorrangig gar nicht nur um das (auch volkswirtschaftlich kontraproduktive) Sitzenbleiben an sich geht, sondern um eine bessere Organisation des Lernprozesses.
Die Idee, dass durch bewusster begleitetes Lernen und gezielten Förderunterricht (als Pflichtangebot in der Schule und nicht teuer erkauft am Nachhilfemarkt!) viel Scheitern in der Schule durch die Schule selbst vermieden werden könnte, würde auch eine wichtige Kulturänderung bedeuten. Nicht weil den Schülern irgendetwas geschenkt werden würde, sondern weil aus schulischen Leerläufen dann Lehrläufe werden könnten. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD; Printausgabe, 15.6.2011)
Kannst/Weißt Du zu wenig für den Job, stehen alle vor und hinter Dir auf, kriegen einen Job und Du allein bleibst sitzen. Unterschied zur Schule: Niemanden wird's interessieren, mit wie viel Frust der/die Arme dann zu kämpfen hat.
Endlich können die ausgezeichneten Schüler, die nur wegen eines Faches (die urban legend schlechthin) sitzenbleiben müssen - (fast im gleichen Satz kommt Folgendes: bruhaha) mit bis zu vier Nicht genügend aufsteigen.
Es wird ein Leichtes sein, vier Fächer nachzulernen...
Wohl auch, weil die Schule insgesamt nur mehr ein Hohn ist/wird/zu werden droht, je nachdem, wie lange Schmied noch wie eine Nussschale auf dem Bildungsozean herumrudern darf.
In der Realität ist es meist so, dass die welche sitzenbleiben insgesamt in dem Jahr eine schwache Leistung gebracht haben und sicher nicht gelangweilt sind, wenn sie alle Fächer nochmals machen müssen. Das entspricht zumindest meiner Erfahrung von der HTL.
Die Klausel gibt es natürlich; aber trotzdem kann man mit einem Fünfer durchfallen, wenn die Herrn / Damen Lehrer glauben, dass man es im nächsten Jahr wieder nicht schafft (oder wenn man sich bei ihnen irgendwie unbeliebt gemacht hat).
Was qualifiziert also Sie, Kommentare abzugeben?
Nein.
L.N. schrieb im Artikel, dass der Fünfer "ausreicht". Andere Bedingungen müssen ihrer Ansicht nach für das Durchfallen offensichtlich nicht erfüllt werden. Also ist diese Formulierung tendenziös und falsch.
Ich fügte hinzu, dass es da die Klausel gibt, aber nicht, dass auch jeder die Klausel bekommt.
Im Artikel steht ja auch nur, dass es möglich ist, mit einem Fünfer durchzufallen - nicht, dass alle Schüler von diese Möglichkeit Gebrauch machen.
Was die Wiederholungsprüfung angeht - klar gibt es die, aber die Durchfallsquote bei dieser Prüfung ist halt auch eher hoch.
Was mich qualifiziert, Kommentare zu kommentieren: ich kenn mich offenbar auch nicht schlechter aus als Sie oder der Vorposter. Zumindest kann ich aus Ihrem Posting nix Gegenteiliges entnehmen.
Nein, es steht nicht, dass es "möglich" ist mit Fünfer durchzufallen, sondern, dass der Fünfer "ausreicht". Andere Bedingungen müssen für das Durchfallen offensichtlich nicht formuliert werden. Also ist diese Formulierung tendenziös und falsch.
Es ist einfach ein Schmarren zu behaupten, in A falle noch irgendjemand mit einem NG durch. Da müssen schon noch eine ganze Reihe seeeeeehr schwacher Gen neben dem einen NG stehen.
Und in dem von Ihnen unterstellten Fall der Klauselverweigerung wegen Unbeliebtheit ist es seit mindestens zwei Jahrzehnten üblich, das NG zu beeinspruchen. Die vermeintliche Unbeliebtheit ist da aber zumeist nur ein vorgeschobenes Argument.
wann war die lisa nimmervoll das letzte mal in einer schule?
die einen wollen nicht lernen, sind aber noch schulpflichtig, die anderen wollen nicht arbeiten und sitzen in der schule so lang es geht, denen ist auch wiederholen kein problem, und den dritten fehlt halt oft die hardware um software draufspielen zu können, dann gibts noch die, die sich halt verspekulieren, so einfach ist das!
Ich möchte Ihnen gar nicht widersprechen. Nur das Argument des Vorposters scheint mir einfach zu simpel:
Die Sitzenbleiber gliedern sich danach in: a) Nichtlernenwoller (warum? wurscht! Sind halt Koffer!?!) , b) ohne fundierte Ausbildung schon arbeiten-Wollende, und c) Trottel.
Also alles super im Bildungssystem. Weiter so!
Es scheitern erfahrungsgemäß selten SchülerInnen, die sich in einer solchen Situation befinden (1 NG, sonst gut bis ausgezeichnet Lernende). Warum? Sie sind es gewohnt zu lernen und wissen, dass ihnen auch ihre guten Noten nicht nachgeschmissen werden.
Die meisten treten zur WH-prüfung im Herbst an, können locker bleiben, da sie ja im Fall des Scheiterns trotzdem aufsteigen können, kommen meist ohnehin durch (Grund: siehe oben) und beginnen mit einem "Genügend" im Abschlusszeugnis der letzten Klasse und gesundem Basiswissen das neue Schuljahr in der nächsthöheren Klasse. Bonus: im Fall eines Misserfolgs bei gleicher Notenkonstellation gibt's wieder die "Klausel".
Und wer in der 7. Kl. die "Klausel" bekommt, ist praktisch bei der Matura.
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