Aufstand bei Grünen gegen Verbotspolitik der Parteispitze

14. Juni 2011, 17:52

Mit Verboten und Geboten will das grüne Chefduo nun Rad-Rowdies und Rauchern zu Leibe rücken - der Regulierungseifer von Eva Glawischnig und Maria Vassilakou stößt in der eigenen Partei jedoch auf argen Unmut

Wien - "Mich hat's aus den Schuhen gehoben": Volker Plass muss die Idee der eigenen Parteichefin erst einmal verdauen. Zigarettenautomaten will Eva Glawischnig verbieten, um Kids vom Rauchen abzuhalten. Plass stört daran nicht nur, dass der Vorschlag nicht mit ihm, dem Chef der grünen Wirtschaft, abgesprochen war. "Prohibition hat noch nie ein Drogenproblem gelöst", meint er, und: "Es handelt sich um ein Nebenthema vom Nebenthema, mit dem die Grünen extrem dirigistisch und lustfeindlich rüberkommen."

"Ihr wollt's immer alles verbieten", laute der Generalvorwurf aus dem Wahlvolk, erzählt Plass. Er ist nicht der einzige Funktionär, der Klagen über "Regulierungswut" und "Puritanismus" der Grünen zu hören bekommt - wofür die Parteispitze derzeit reichlich Anlass bietet: Während Glawischnig Automaten abmontieren will, fordert Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou einen Knigge für Radfahrer und denkt Nummerntafeln an. "Da könnte man genauso gut Hunden Taferln umhängen", spottet Plass: "Das ist ein Schuss ins Knie - und die beste Methode, um den Radverkehr zu halbieren."

So mancher Grüne gerät mit seinem Lebensentwurf selbst schon ins Visier des Führungsduos. Altparteichef Alexander Van der Bellen etwa, der bis heute ein bis zwei Schachteln Chesterfield am Tag qualmt, über Glawischnigs Kampf gegen das Rauchen: "Das ist nicht mein Ding. Das hat den Touch des Illiberalen. Die Frage ist: Wo geht das hin? Will man als Nächstes das Weintrinken verleiden? Weil es vielleicht mehr gefährliche Alkoholiker als gefährliche Raucher gibt?" Seine Empfehlung an die Nachfolgerin: "Ich würde sagen, das mit dem Nichtrauchen bräuchte man nicht zur Chefsache erklären und dem Ganzen so eine zentrale Bedeutung beimessen."

Karl Öllinger wiederum gilt nach Vassilakous Ansicht als Fahrrad-Rowdy, denn: "Ich fahre auch öfter am Gehweg - obwohl ich weiß, dass es verboten ist. Aber ich bin einfach nicht bereit, wegen einer Einbahn einen kilometerlangen Umweg zu machen!"

Konkret will die Wiener Vizebürgermeisterin Rotlicht-, Zebrastreifen- und eben Gehsteigradlern wie Öllinger auch mit der Polizei auf den Leib rücken. Der grüne Sozialsprecher hält dagegen: "Unser Grundsatzprogramm prägen Begriffe wie 'Freiheit' und 'Autonomie' - aber in den Niederungen der Alltagspolitik greifen wir anscheinend sehr schnell auf Problemlösungen zurück, die dazu im Widerspruch stehen und nicht reflektiert sind."

Beim Knigge gehe es darum, Fairnessregeln festzuschreiben, verteidigt sich Vassilakou. In Wien komme es an einigen Knotenpunkten ständig zu Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern. Die grüne Rathaus-Truppe ist vom Ansinnen ihrer Chefin jedoch auch mäßig begeistert. "Also, ich als Radler brauche sicher keinen Knigge!", erklärt Verkehrssprecher Rüdiger Maresch.

Öllinger gibt außerdem zu bedenken, dass die Grünen jahrelang für eine Entkriminalisierung weicher Drogen standen, angesichts des aktuellen Feldzuges gegen das Rauchen "bleiben da für die Wähler jetzt viele Fragezeichen übrig", ist er sich sicher. Böse Reaktionen von Wählern gebe es bereits genug. Heftige Diskussionen in der Partei sowieso.

Auch Daniela Musiol, Familien- und Verfassungssprecherin, ist mit Glawischnigs Vorstoß "nicht sehr glücklich", wie sie sagt. "Ich glaube, dass gerade die Grünen andere Ansätze finden müssen, als alles, was uns nicht gefällt, zu verbieten. In der Suchtprävention gibt es andere Ansätze, als mit Verboten zu operieren. Es gibt auch eine Eigenverantwortung der Menschen - und die muss gestärkt werden."

Ja nicht einmal Gesundheitssprecher Kurt Grünewald freut die Automatenjagd: "Jubeln kann ich darüber nicht." Jugendschutz sei gut und wichtig, "doch bei den Grünen hat die Autonomie des Menschen einen hohen Stellenwert", sagt auch er. Der Staat solle seinen Bürgern nicht alles vorschreiben, schon gar keinen "mönchischen Lebensstil", meint der Gesundheitssprecher, der selbst raucht. Gescheiter wäre es, die Tabakpreise noch einmal anzuheben: "Ich will auch nicht, dass Jugendliche zum Karlsplatz-Dealer müssen, um Zigaretten zu kaufen."

Obwohl Van der Bellen ebenfalls marktwirtschaftliche Instrumente empfiehlt, um schädliches Verhalten einzudämmen, hält der Exchef von einer Erhöhung der Tabaksteuer jedenfalls nichts. VdB trocken: "Denn ich registriere, ich bin mit dem Rauchen schon gestraft genug." (jo, stem, völ, nw, DER STANDARD; Printausgabe, 15.6.2011)

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Posting 1 bis 25 von 2664
imanitram
 
00
19.6.2011, 18:26

Die Grünen sollten nicht der Finanzstadträtin in die Einnahmenfalle rennen. Grad weil der öffentliche Verkehr attraktiviert werden muss, sollten die Kurzparkzonen stärker am Tag und in der Früh kontrolliert werden - am Abend bringt das ausserhalb der Innenstadt verkehrsmäßig gar nix. Ausser für paar Anrainer billige Laterndlabstellplätze - aber kein einziges Auto weniger. Es geht aber um die Pendler - die sind am Abend schon längst wieder im Speckgürtel.

Der Spinner gibt das Multistriken nicht auf
13
19.6.2011, 20:11
"Grad weil der öffentliche Verkehr attraktiviert werden muss,"

1. Sagt wer? Warum muß der öffentliche Verkehr attraktiviert werden?

2. Der öffentlich Verkehr wird nicht attraktiviert, wenn Autofahrer schikaniert werden. Damit wird zwar das Autofahren unattraktiver gemacht - das Besteigen eines Proletenschlauchs bleibt aber genauso widerlich und unattraktiv.

Anyuser
 
13
17.6.2011, 03:21
keinen anstand kennen die

heute ist der 17, und die glawischnig ist noch immer im amt

Josef Fischer
63
17.6.2011, 01:27
Jugendschutz

11 Jahre gilt in Österreich bereits als Einstiegsalter bei den Kindern.
Rund ein Drittel der 15-Jährigen rauchen in Österreich, bei den Mädchen ist es sogar mehr als ein Drittel. Das ist Europarekord.
Einer Studie der EU-Kommission von 2009 zufolge gibt es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Automaten und der Anzahl rauchender Jugendlicher. Viele europäische Länder haben aus dieser Erkenntnis bereits die Konsequenz gezogen und Zigarettenautomaten verboten – darunter Frankreich, Großbritannien, Portugal, Griechenland, Slowakei, Slowenien, Ungarn usw.
Zum Schutz der Kinder ist diese Maßnahme sinnvoll.

Der Spinner gibt das Multistriken nicht auf
33
17.6.2011, 09:08

Habens schon einmal überlegt, wie ein 11jähriger an Zigaretten kommt?

Durch Entwenden einer Bankomatkarte, Auftreiben von 4 Euro und Kauf eines Packerl beim Zigarettenautomaten ???

Altersgesichert Zigarettenautomaten sind weder Grund noch Ursache dafür, dass 11jährige rauchen.

Ihnen geht es ja nur darum, den Rauchern das rauchen zu verleiden.

Zählen Sie eigentlich noch mit? Der wievielte Nick ist das, unter dem Sie Ihre widerliche Hetzkampagne betreiben? Der 753.?

Blanca Hohn
32
17.6.2011, 10:03
"Altersgesichert Zigarettenautomaten sind weder Grund noch Ursache dafür, dass 11jährige rauchen."

Hier haben Sie ausnahmsweise - auch ein blindes, taubstummes Huhn mit Alzheimer findet einmal ein Korn - einmal Recht.

Automaten sind wahrscheinlich nicht der Grund, dass 11-jährige zu ihrer ersten Zigarette kommen. Desolate Familienverhältnisse sind hier wohl eher daran schuld.

Tatsache ist aber, dass Automaten mithelfen, dass diese Kinder später ihre Sucht verfestigen und *regelmäßig* zu Zigaretten kommen.

Tschuri Cazzino
 
03
18.6.2011, 10:01
Der Verkauf von Küchenmessern erlaubt es Messerstechern

verbrechen zu begehen.
Das Rauchen ist für 11-jährige verboten - ebenso wie Messerstechen für jedermann. Es gilt die Einhaltung der Gesetze durchzusetzen und nicht das Land in ein Gefängnis zu verwandeln, indem Verbrechen und Vergehen nur mangels Gelegenheit nicht begangen werden.

baroli
44
17.6.2011, 13:58

In Ihrer desolaten Herkunftsfamilie wurde ja geraucht.
Wie kam es, daß Sie nicht zum Raucher wurden?

Blanca Hohn
31
17.6.2011, 16:58

Intelligenz?

Illicit Trafficking Database
21
18.6.2011, 12:49
Also...hmmm....mitz ihrer "Intelligäns" ist es nicht sehr weit her...

Trennlinie
18. Von: Blanca Hohn
17.06.2011 14:43

" Oder Autoreifen, sind auch nur natürliche Pflanzenprodukte mit ein paar Zusatzstoffen."

Kommentar zu: Zwist um Verbot von Zigarettenautomaten

Der Spinner gibt das Multistriken nicht auf
12
17.6.2011, 17:48

Nehmen Sie bitte nicht das Wort Intelligenz in den Mund.

IQ=67

baroli
12
17.6.2011, 17:14

Woher kam die, wenn nicht von den Eltern, oder waren sie adoptiert?

Tschuri Cazzino
 
01
18.6.2011, 10:03
ÜBER den Erwerb von Intelligenz gibt es ausreichend Literatur.

FÜR den Erwerb von Intelligenz noch mehr erforderlich.

Der Spinner gibt das Multistriken nicht auf
31
17.6.2011, 11:35
"Tatsache ist aber, dass Automaten mithelfen"

???

Wie machen die Automaten das?

wenn jemand seine Zigaretten in der Trafik/Lokal/Tanke kauft bewirkt das nichts - wenn die Tschick am Automaten gekauft wird, "wird die Sucht gefestigt?

Wie machen die Automaten das? Hypnose?

Auch wenn Sie das Pech haben, über ein sehr schlecht funktionierendes Hirn zu verfügen - schalten Sie es trotzdem vor dem Posten ein, viel mehr Blödsinn kann auch nicht herauskommen.

Tschuri Cazzino
 
01
18.6.2011, 10:04
Küchenmesser helfen mit bei Morden,

Gasheizungen bei CO-Vergiftungen, Rattengift bei Giftmorden, usw.

Daher am besten alles verbieten.

Blanca Hohn
41
17.6.2011, 12:08

Spinner, die Abgabe von Zigaretten an Minderjährige *ist* bereits verboten. Wenn es sich herausstellt, dass ein Trafikant an Minderjährige verkauft, gehört ihm eben die Konzession entzogen. Das hat schon sehr gut bei alkoholischen Getränken funktioniert: kaum ein Billa, wo heute nicht konsequent nach Ausweisen bei Jugendlichen, die Alkoholika kaufen, gefragt wird.

Das gleiche muss natürlich auch für 16-jährige gelten, die Zigaretten an Jüngere geben.

meinrad
03
17.6.2011, 18:03

welche konzession soll man den 16jährigen denn entziehen?

Der Spinner gibt das Multistriken nicht auf
13
17.6.2011, 18:29

Sinnlos, das Hohn ist naturdumm.

Der Spinner gibt das Multistriken nicht auf
15
17.6.2011, 13:03

Und woran sind jetzt die Automaten schuld?

Daran, dass 16jährige Jüngeren Zigaretten geben?

Habens heute besonder früh mit Ihren Tetrapaks angefangen?

Ramba Zambas Sohn
01
17.6.2011, 18:01
16jährige verbieten! Punkt

Blanca Hohn
41
17.6.2011, 14:22

Schauens, ich versuch, mich Ihnen gegenüber eh so einfach wie möglich auszudrücken. Vermeide Relativsätze. Verwende wenig Fremdwörter. Versuche, Ihnen mit schlichten Gedankengängen entgegen zu kommen. Aber irgendwann kann ich nicht weiter runtersteigen.

3 - 1 = 2, das werdens in der Volksschule gehört haben.

Wenn Jugendliche drei Wege haben, um zu Zigaretten zu kommen und ich nehme eine weg (Automaten), dann sind es nur mehr zwei, und diese zwei sind eh schon verboten.

So wenigstens ein wenig klarer?

Der Spinner gibt das Multistriken nicht auf
24
17.6.2011, 14:47

Saufens weniger - bei Ihrem Ausgangspotential an Gehirnzellen bleibt nicht lang etwas über.

Was passiert, wenn Sie in Österreich die Anzahl der Tankstellen reduzieren? Wird dann insgesamt weniger getankt, Dummerl?

Blanca Hohn
51
17.6.2011, 16:57

Reduzieren? Oder alle schließen? Verstehens den Unterschied, Kaschperl?

Illicit Trafficking Database
15
17.6.2011, 14:37
Versuche, Ihnen mit schlichten Gedankengängen entgegen zu kommen.

Haha, ja das stimmt, sie sind schon ein sehr schlichtes Gemüt.
Ihr Argument ist ja wirklich unüberbietbarer Unfug.
NICHTS wird sich dadurch ändern, außer dass sich einige Raucher ärgern, wenn sie keine Zig. haben und daher zu einer Tankstelle fahren müssen (auch sehr gscheit) .
Und IHNEN gehts niemals um irgendwelche Jugendlichen, das ist ein Schmäh von euch MNR.
Ein billiger Trick um euch medial zu präsentieren.
Nie nimmer nicht gehts euch um irgendwelchem Schutz!

Illicit Trafficking Database
13
17.6.2011, 09:52
Es müssten schon weit über 800 sein...

Das widerliche daran ist ja der Standard, dass der nicht reagiert.

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