Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Salzen - nicht zu knapp

Butter - als Fettsperre

Endlich fertig ...

... & serviert.

Die Anforderungen an die Kochkunst: "Harte und fasrige Lebensmittel genießbar machen"? "Aber Fleisch ist doch nicht hart und fasrig", siehe hier an diesem rohen Schnitzel. Hart ist es erst nach dem Panieren und Rausbacken.

Experiment: In die Flasche wird flüssiger Stickstoff gefüllt, und dann wird sie mit einem Korken verschlossen.

So sieht ein Stück Schweinsschnitzel aus, dessen Ende kurz in flüssigen Stickstoff getaucht wurde.

Dessert: Zum aufgeschlagenen Schlagobers, das mit Marmelade vermischt wurde, kommt der flüssige Stickstoff dazu.
Schweinsbratenduft in der neu eröffneten Volkshochschule Simmering: Science Buster Werner Gruber und die Volkshochschulen luden zum Vortrag "Kulinarische Physik - Braten nicht raten - die Physik des Schweinsbratens". Hungergefühle stellen sich sofort ein, als man das Atelier der neuen Volkshochschule Simmering betritt: Im kleinen Backrohr schmort ein riesiger Schweinsbraten, daneben freut sich Physiker Werner Gruber auf das Belehren der neugierig wartenden Runde aus Medien- und VHS-Vertretern. Das Umdrehen des Bratens kann nach Ankunft eines ATV-Filmteams endlich vorgeführt werden: Die Schwarte, erklärt Gruber, solle nie vor dem Braten eingeschnitten werden, es gäbe jedes Jahr Unfälle beim Versuch diese einzuschneiden, die bessere Methode: Zuerst den Braten mit der Schwarte nach unten in Flüssigkeit garen, dann kann diese vor dem Weitergaren im Rohr sogar mit einem Buttermesser wunderbar einfach geschnitten werden.
Nach dem Einschneiden kommt über die fette Schwarte noch Salz und ein geschätztes Achtel Butter, als Fettsperre. "Warum?" fragt Gruber, was bleibt denn übrig? "Na?? Die Bratlfetten, genau!" sagt der Experimentalphysiker. Und durch die Butterzugabe bliebe mehr Bratlfetten übrig, außerdem wird durch das Eiweiß die Kruste schön braun. Schön, dann wieder rein ins Rohr mit dem Braten, vom Vortragenden liebevoll "Schatzi" genannt.
Während der Garzeit folgt eine Kurzeinführung über die perfekte Wassertemperatur beim Zubereiten von Filterkaffee (92 Grad) und wie man die Garzeit für das perfekte Frühstücksei mittels ausgeklügelter Maßtabelle ermittelt, und natürlich: Eine Einführung in das Geheimnis des perfekten Bratens. Möglichst kein trockenes Fleisch verwenden (empfohlen wird Schweinsschulter, Schopf oder Bauchfleisch). Salz unbedingt großzügigst verwenden, da dieses einige unangenehm schmeckende Fettsäuren, die im Schweinefleisch enthalten sind, aufspaltet. Damit können sie geschmacklich nicht in Erscheinung treten . Mit einer "antiviralen Dosis" (Gruber) Knoblauch, Kümmel und - oberösterreichische Spezialität - gestoßenem Koriander - einreiben und den Braten in ein Plastiksackerl geben. Danach wird die Massage des Bratens vor dem Fernseher empfohlen - eine - wie Gruber selbst einräumt - etwas seltsame Methode, die auf etwaige Zuschauer befremdlich wirken könnte. Das sollte 48 bis 24 Stunden vor der Zubereitung erfolgen, danach in den Kühlschrank damit.
Beim Braten des Fleisches (mit der Schwarte nach unten s.o.) im 180 Grad vorgeheizten Rohr dann ungefähr zwei bis drei Zentimeter - möglichst bereits erwärmte - Flüssigkeit (Wasser oder Suppe) hinzufügen, den Braten aber keinesfalls damit übergießen "Wie soll das denn sonst knusprig werden?". Nach dem Ende der Garzeit unbedingt noch ruhen lassen, da sich das im Fleisch enthaltene Kollagen beim Garen zusammengezogen hat. Erst durch das Rasten kann es sich wieder "entspannen". Ohne das Ruhenlassen würde der Saft aufs Brett rinnen und nicht im Fleisch bleiben. Zum Schneiden nimmt Gruber ein Elektromesser - "ist einfach praktisch!". Die Bratenverkostung hielt dann auch den hohen Erwartungen stand.
Stickstoff-Dessert
Als Dessert kredenzte Gruber schließlich "Brombeer-Eis": Schlagobers, Brombeermarmelade ("lieber eine kräftige Marmelade nehmen, keine Marillen oder sowas") und minus 196 Grad kalten flüssigen Stickstoff einrühren, fertig ist das Brombeer-Eis à la Gruber, der den flüssigen Stickstoff durchaus als möglichen Gag für private Feste empfiehlt, allerdings auch vor der Gefährlichkeit warnt.
Die Kanister seien bei einer Firma in Wien Erdberg erhältlich: "Im Auto unbedingt stehend transportieren und am besten hinter den Sitzen einklemmen". "Was passiert, wenn der Kanister umfällt?", fragt eine Zuhörerin. "Dann ist das ganze Auto voller Dampf, also unbedingt - auch wegen der Erstickungsgefahr - die Fenster öffnen beim Transport!". Und warum muss der Kanister offen sein? Das hat Gruber schon vor der Dessertzubereitung eindrucksvoll demonstriert: Mittels einer Kunststoffbierflasche, die mit flüssigem Stickstoff befüllt und danach verschlossen wurde und dann als Geschoß durch den Vortragsraum flog...(derStandard.at, 20.6.2011)
Zur Person
Werner Gruber ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Experimentalphysik. Er hält im Rahmen der Reihe "University goes Public" regelmäßig Vorträge an der VHS Meidling, neben "Kulinarischer Physik" auch zum Thema "Physik des Papierfliegerbaus", die nächsten Veranstaltungenen starten im November, Anmeldungen sind bereits jetzt möglich.
Tipps & Tricks zum Kochen finden sich in seinem Buch "Die Genussformel", erschienen bei ecowin. Mit Heinz Oberhummer und Martin Puntigam bildet er das Trio "Science Busters". Ihr Buch "Wer nichts weiß, muss alles glauben", erschienen ebenfalls bei ecowin wurde vor wenigen Wochen zum Buchliebling 2011 in der Kategorie "Wissen, Kunst und Kultur" gewählt, die nächsten Vorstellungen der Science Busters gibt es im Herbst im Rabenhof.
Unter Helmut Österreichers Ägide ist Artner plötzlich zu einer richtig guten Adresse für Wiener Küche geworden - Eine tolle Weinkarte gibt's jetzt auch!
Schwimmblase, Fischlippen, Knofelfrosch und auch sonst fast alles aus dem Wasser: Harald Fidler futtert Hong Kongs Fischschuppen leer, Teil 1
Unser Frühlingsomelett ist nicht nur ein bekömmliches Frühstück, sondern eignet sich auch hervorragend als Mittag- oder Abendessen
Die Auswahl von "The World's 50 Best Restaurants" weist lächerliche Unzulänglichkeiten auf
Sonntagsnudeln und die Nieren: La Torre und Il Centro in Katharina Schells Bildern
Gegenüber der steirischen Riegersburg hat ein junger Salzburger eine Festung der anderen Art eröffnet: Seit kurzem wird österreichischer Spitzenkäse auf besondere Weise veredelt
derStandard.at/Lifestyle hat kürzlich die User gefragt, ob und welche Fertigprodukte in ihre Einkaufstaschen und Kochtöpfe wandern - Das Ergebnis ist überraschend
Als Signal für die Welt wirkt die neue Nummer eins - das katalonische "El Celler de Can Roca" - wie ein Rohrkrepierer
Der Schwede Magnus Nilsson vom Fäviken erklärt, warum alle großen Gerichte auf französischer Technik beruhen, warum die Liste der "50 Best" besser ist als ihr Ruf und warum ihm kein Vakuum-Garer in die Küche kommt
Im südburgenländischen Gasthaus Sampl sorgte man sich ernstlich um des Schmecksologen Kapazität - leider
In der Buchhandlung 777 in der Domgasse gibt es nun Ess- und Trinkbares, darunter Schätze von AO&
Ein Kulinarik-Projekt versucht ab kommenden Mittwoch zeitgenössische Kunst schmackhaft zu machen
Ob für die Mutter, Tochter, Freundin oder für sich selbst: Diese Torte ist flaumig, aromatisch und ein Vorgeschmack auf den Sommer
Lateinamerika ist im Aufbruch, auch kulinarisch - Wolfgang Schedelberger hat recherchiert, warum die Zukunft der feinen Küche in São Paulo und Lima liegt
Sehr gehaltvoll und von nicht unbeträchtlicher Bitterkeit ist diese traditionelle Biersuppe - Wir haben sie mit frischen Kräutern aufgepeppt
Nicht überall, wo "Belgische Schokolade" draufsteht, ist auch Schokolade aus Belgien drin - Hersteller fordern Schutz für ihre Pralinen
Rhabarber eignet sich nicht nur für süß-saure Mehlspeisen, das Frühlingsgemüse passt auch hervorragend für pikante Gerichte
Irgendwo zwischen Wild(schwein) und Jungrind, bitte ohne Fett, rät unser Testesser und beruft sich auf den amtstierärtzlichen DachsessClub
Einen der ersten grünen Grüße des Frühlings verarbeiten wir in der EssBar als Lasagne
Frühling wird's endlich und Ostern noch dazu. Grund genug, diesmal den Osterhasen zu verkochen - Eh nur in seiner Daseinsform als Hauskaninchen, dafür hübsch gefärbt, wie es die Tradition gebietet
Alex Atala steht mit seiner Urwaldküche für die Neuentdeckung Lateinamerikas in der Haute Cuisine
"Bodenständigkeit" lautet das Motto für das Eis des Jahres 2013, das sich geschmacklich dem Apfel widmet
Das feine Vanillearoma des Pürees harmoniert gut mit dem Fisch und dem Fenchelgemüse
Das Restaurant am Bisamberg wird auch nach der Wintersperre nicht öffnen - einen neuen Pächter gibt es aber bereits
Vegetarisch im Schutzhaus: Harald Fidler ist kein Weg zu weit
Mein perfekter Schweinsbraten für faule:
1. Schwarte einschneiden
2. Schweinsbraten mit viel Salz, sonstige Gewürze nach Belieben, und olivenöl einreiben.
3. Braten in Schmortopf ins rohr, bei 80-90 Grad für 8-12 Stunden.
4. Deckel auf, 20 minuten bei 250 grad anbraten zum knusprig werden.
ein Traum.
1. der schweinsbraten gehört mit schweineschmalz eingerieben, und ned mit butter!
2. damit die schwarte schön knusprig wird, braten mit schwarte nach unten ca. 1/2 stunde in etwas salzwasser köcheln lassen; dann erst einschneiden und würzen.
3. kochtipps eines ultra-bladen atomkraftwerkbefürworters sind mir suspekt (nicht verwechseln: habe nix gegen dicke!).
ich habe einmal einen schweinsbraten nach dem rezept vom gruber gemacht. die kruste wird schon gut so, aber man darf nicht soviel salz reintun. keine ahnung warum das bei ihm nicht furchtbar schmeckt aber bei mir waren die kartoffel nicht mehr essbar nachher. und das war ein riesen ding: 3,5 kg vom fleischer zugeschnitten. super fleisch. auch bei der butter find ich kann man durchaus ein bissl weniger nehmen und es wird trotzdem gut.
nie werde ich den Schweinsbraten einer lieben alten Freundin vergessen,dessen Kruste hellbraun, knusprig aufgeplatzt war...sie sagte, das wäre ganz einfach, nur wie sie es machte, konnte sie mir nicht sagen.Also meine Braten, ich könnt heulen, werden zum Schluss durchs kurze Übergrillen immer zu dunkel.Also bitte, was mir hier fehlt:wie lange und bei welcher Temperatur bekomme ich das hin??? bitte um Tipps!
gegen Ende des Bratvorgangs auf Oberhitze bzw, Grill schalten 220-250 Grad und dann, GANZ WICHTIG, vor dem Backrohr stehen bleiben und den Knuspervorgang beobachten und sofort unterbrechen falls es zu dunkel wird, das Kruspel.
Beim Servieren die Kruste nicht mit Saft übergießen.
... weil der Gruber im Fernsehen mal Fukushima realistisch und aus Physikersicht erklärt hat, ohne einen sofortigen Weltuntergang mit "überall nur noch Strahlenzombies" herbei zu quatschen ... dafür hassen ihn all diejenigen, die ohne sich zu informieren einfach so "gegen alles mit Atome drin" sind, und so leider die Anschüttungen der Kernkraftbefürworter bestätigen ("Die AKW-Gegner sind alle so ahnungslos, die fürchten sich vor Atomen LOL".)
Ja...ordentlicher Eierbusch.
http://wahltotal.at/questions/1121
er kann ja jetzt Land dort kaufen und in 5 Jahren ist eh alles wieder ok.
Natürlich braucht es ein bisschen Übung, um einen knusprigen Braten elegant schneiden zu können, aber Elektromesser sind auf jeden Fall abzulehnen.
Ich denke es mir manchmal, wenn ich die Kebapbudenbesitze ihre Döner rasieren sehe. Soviel Plastik und Elektronik und Aufwand für eine Tätigkeit, die mit einem scharfen, unkomplizierten Messer ebensoleicht zu bewerkstelligen ist.
Die Angst vor großen, scharfen Messern geht in unseren Küchen um. Meine Messer müssen Rasierklingen gleichen, bevor ich zu kochen beginne. Ich empfehle hierfür den Einsatz eines "Vulkanus"-Schleifers (auch für Wellen- und Sägeschliffe geeignet) und dann das Messer mit einen Keramik-Wetzstab "abzuziehen". Nach korrekter Behandlung kann man das Messer durch eine Tomate "durchfallen" lassen, und wenn man sich mal schneidet, hat man wenigstens einen sauberen, glatten Schnitt, der sehr schnell verheilt (oft reichen ein paar Minuten Druck und kaltes Wasser, um die Wunde zu "picken").
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.