Mindestsicherung im Test

Ist die Simulation von Armut zynisch?

16. Juni 2011, 14:15
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    foto: apa/roland holschneider

    Vier Wochen lang versuchten 20 Personen aus Salzburg nur mit der Mindestsicherung auszukommen - mit dem Projekt "Soziale Hängematte" sollte die Lebenssituation an der Armutsgrenze erfahren und ein Bewusstsein dafür geschaffen werden.

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    Pensionistin Elfriede Konderla kauft im nur zwei Kilometer von Salzburg entfernten Freilassing billigeres Obst ein, um ihr Budget nicht zu sehr zu belasten.

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    foto: privat

    Der Kater von Projekt-Teilnehmerin Ingeborg Haller bekommt nur Trockenfutter vorgesetzt - er muss zwar nicht hungern, aber doch Einschränkungen hinnehmen.

Kurz vor Ende des Projekts "Soziale Hängematte" ist klar: Aussichtslosigkeit und Ungewissheit lassen sich nicht nachstellen

Vor knapp vier Wochen haben 20 Menschen im Bundesland Salzburg begonnen, nur mit dem Betrag der bedarfsorientierten Mindestsicherung ihr Leben zu finanzieren und gestalten. "400 Euro für fast alles außer Wohnen", lautete die grobe Vorgabe (mehr Details hier). Eine teilnehmende Pensionistin musste mit 270 Euro ihr Auslangen finden.

Das Projekt "Soziale Hängematte" zielte keineswegs darauf ab, Menschen mit geringen monetären Möglichkeiten an den Pranger zu stellen. Es sollte vielmehr ein Bewusstsein für die Lebenssituation geschaffen werden und das mit möglichst genauen Vorgaben. Wer Zynismus dahinter vermutet, dass man aus einer sicheren Position heraus einmal einen Monat lang Armut simuliert, um dann wieder in den alten Komfort zurückzukehren, kann es ja selbst einmal ausprobieren.

Ein würdiges Leben?

Dass das Überlebensnotwendige mit der bedarfsorientierten Mindestsicherung finanziert werden kann, stellte sich für die meisten TeilnehmerInnen heraus. Aber ob es ein würdiges Leben ist, sich nur das Elementare leisten zu können, lässt sich eben nicht nachstellen: Wie es sich anfühlt, wenn soziale Kontakte verloren gehen, medizinische Kosten nicht mehr getragen werden können, wenn Reparaturen ausbleiben müssen.

Bei den folgenden Erfahrungsberichten von sieben Projekt-TeilnehmerInnen geht es daher auch um die Fragen: "Wie weit lässt sich Armut nachahmen und was lerne ich persönlich daraus?"

Christine Bliem, Weltladeninhaberin

"Meine persönliche Erkenntnis zum Thema? Ich habe dazu eine Diskussion auf BBC Radio Newcastle gehört. Die Diskussion läuft schätzungsweise überall völlig gleich ab. Sie ist geprägt von einer gehörigen Portion Intoleranz. Ein Mindestsicherungsempfänger darf keine Bedürfnisse haben und darf wohl vor allen Dingen kein Mensch sein, sondern müsste Übermensch sein, um all das erfüllen zu können, was seine Umwelt von ihm verlangt und ihm vorwirft.

Die vergangene Woche hat eher deutlich gezeigt, wie schwer Armut simulierbar ist. Jeder von uns lebt in einem bestimmten Kontext, den wir nicht einfach für vier Wochen ausschalten können. So sind ein paar Termine einfach nicht verschiebbar gewesen - die Umzugsfeier des Weltladen St. Johann, ein vom Weltladen Golling organisierter Vortrag, das Zucchero-Konzert in Salzburg (ein Geburtstagsgeschenk), der Frauenstammtisch. Somit war ich nach anfänglichem Lagerkoller in den letzten Tagen ziemlich viel unterwegs. Wobei sich gerade die Geschäftstermine nicht aufs Konto niederschlagen, allerdings unersetzlich sind für die soziale Auseinandersetzung. 

Meine Schwester und mein Schwager waren über Pfingsten ebenfalls einige Tage bei uns. Was geringfügig höhere Lebenshaltungskosten mit sich gebracht hat. Bis zu diesem Termin haben wir die Lebensmittelkosten bei 8 Euro pro Tag für alle drei (Frühstück, Mittagessen, Abendessen) gehalten, ohne uns essensmäßig in irgendeiner Weise einschränken zu müssen. Auch das vieldiskutierte Olivenöl ist in diesem Betrag enthalten und rechtfertigt sich unter diesem Gesichtspunkt allemal. 2,66 Euro pro Person und Tag - das lässt sich machen, wenn man sehr bewusst und biologisch einkauft. Aber - wie gesagt, das ist unser normaler Lebensmittelverbrauch. Hier haben wir unser Leben weitergeführt wie bisher. 

Das Um und Auf ist das Haushaltsbuch. Das sagt uns jeden Tag, wo wir stehen. Ohne das Haushaltsbuch ließe sich leicht der Überblick verlieren. Das Haushaltsbuch sagt uns täglich, wo wir vernünftig gewirtschaftet haben bzw. wo wir tatsächlich einsparen könnten. Das Haushaltsbuch sagt uns auch, wie viel wir eingespart haben, und was für Kosten noch auf uns zukommen könnten. Eine ganz klare Einteilung der Mittel ist erforderlich und hilft dabei, sich das eine oder andere Mal auch etwas "leisten" zu können. Und weil wir doch so ökonomisch gewirtschaftet haben, haben Fabian und ich uns gestern am Abend noch den Luxus eines Kinobesuchs geleistet."

Ingeborg Haller, Gemeinderätin der Bürgerliste

"Das Projekt hat mich und mein Umfeld sensibilisiert und zu Diskussionen angeregt: Wir sind alle spürbar damit konfrontiert, dass immer mehr (vor allem auch junge und gut ausgebildete) Menschen trotz Beschäftigung zu wenig verdienen und auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. WORKING POOR heißt das in den USA und PREKARIUM wird die Entwicklung in Europa genannt. Über das müssen wir reden und nicht über "freiwillig faule Leistungsverweigerer", denn das geht meiner Meinung nach am Thema vorbei.

Zu meiner persönlichen Stimmungslage: Auch wenn sich Armut nicht simulieren lässt, zum Nachdenken über die eigene Situation regt das Projekt in jeden Fall an: Wie sicher ist der Job, wie hoch sind die Fixausgaben, was passiert, wenn ich krank werde?

Ich habe ein passendes Buch - das ganz neu ist -  zu dem Thema entdeckt. (Die 18,50 Euro für das Buch waren nur drinnen, weil ich zu Pfingsten bei meiner Mutter war, die mich bekocht hat.) In "Echtleben" beschreibt Katja Kullmann, wie sie selbst zur Hartz IV- Empfängerin (vergleichbar mit der bedarfsorientierten Mindestsicherung) geworden und nur mit Mühe wieder herausgekommen ist. Sie hatte wie wir 13 Euro am Tag zur Verfügung und hat sich tageweise nur von Toastbrot ernährt, um dann wieder fortgehen und so tun zu können, dass sie eh noch dazu gehört. Die soziale Isolation, die Scham, den Freunden gegenüber zugestehen zu müssen, dass man im Job zu wenig verdient und auf Mindestsicherung angewiesen ist sowie die real gefühlte Zukunftsangst - das sind alles Dinge, die sichnichtnachstellen lassen."

Inge Honisch, Schuldenberaterin:

"Ich hab's trotz Sparen nicht mehr geschafft, meinen Abstand einzuholen. Mir war immer klar, wie schwer es sein wird. Ich finde die Diskussion im derStandard.at-Forum wirklich sehr interessant, einige Kommentare sind aber schon sehr persönlich angreifend. Das finde ich eher überraschend. Mir war immer klar, dass Armut nicht simulierbar ist und es ging mir darum, aufzuzeigen, unter welchen schwierigen Bedingungen Menschen mit wenig Geld leben müssen. Geld wird immer mehr zum Thema, wenn man es sich extrem einteilen muss - ein würdiges Leben (Teilnahme an Gesellschaft und Kultur) ist kaum mehr möglich. Es ist einfach, zu kritisieren und selber nix zu tun - ich wollte es einfach einmal ausprobieren, wissentlich, dass es unter diesen Bedingungen ein "leichtes" ist."

Thomas Jedlizka, Schuldenberater

"Was die Frage der "Simulierbarkeit" von Armut anbelangt, so meine ich, dass eine ungefähre Annäherung hinsichtlich des rein finanziellen Aspekts von Armut möglich ist. Eine radikale, konsequente Simulation jedoch würde bedeuten, völlig auszusteigen: Beruf, Wohnung, Auto, Verträge etc. hinter sich lassen - ähnlich einem Mönch, einer Nonne oder einem Aussteiger. Für einen Versuch würde das niemand machen und selbst wenn, dann wäre diese Armut eine frei gewählte.

Was hingegen die anderen Aspekte von Armut betrifft, bin ich zur Erkenntnis gelangt, dass diese im Versuch nicht auch nur annähernd nachempfunden werden können: Nach oft langem Kampf gegen den sozialen Abstieg sind betroffene Menschen psychisch und physisch schwer angeschlagen - das kann man nicht nachahmen. Genauso ist es mit der Aussichtslosigkeit und der Ungewissheit, wie lange dieser Zustand anhalten wird.

Dies können, denke ich, nur diejenigen erfahren, die in dieser Situation stecken. Die ständige Anforderung ohne Ressourcen auf die Erfordernisse des Lebens reagieren zu müssen (z.B. Reparaturen), das Bestehen-müssen auf dem Arbeitsmarkt mit schlechter Ausbildung, die Anfeindungen als Sozialschmarotzer, das Großziehen von Kindern unter diesen Umständen - all das kann man nicht nachstellen. Viele von Armut betroffene Menschen haben aber auch (Überlebens)strategien entwickelt, welche mich faszinieren und von denen ich auch profitieren kann."

Elfriede Konderla, Pensionistin

"Seit Beginn dieser Versuchsreihe hat sich mein Denken sehr verändert. Es sind Tage dabei, wo ich etwas verzweifelt bin und mich frage, wie das weitergehen soll. Dabei geht es mit dann gar nicht gut. Vergangene Woche hatte ich meine Ausgaben im Griff. Ich habe das Glück, dass ich nur zwei Kilometer von Freilassing entfernt wohne, wo ich so manche Lebensmittel billiger einkaufen kann, z.B. Butter um 1,19 Euro statt 1,98 Euro. Für eine Ananas zahlte ich nur 59 Cent statt 1,69 Euro in Salzburg. Jeden Mittwoch gibt es in Freilassing einen Grünmarkt, da kaufe ich 5 kg Äpfel für 5 Euro als Wochenration). Also rein für Lebensmittel und Toiletteartikel käme ich mit den 270 Euro aus.

Allerdings musste ich bei einem Arztbesuch 60 Euro ausgeben, brauchte für ein Geburtstagsgeschenk 70 Euro (ein Trachtenhemd) und mit den Einkäufen für Pfingsten war ich dann über dem Limit. Wobei bei dem Lebensmitteleinkauf auch schon die Sachen für die Geburtstagstorte dabei sind. Ich wollte es nicht glauben, aber nur die Torte allein kostet mich 25 Euro - das ist eine große Stocktorte für ca. 30 Personen."

Daniel Pfeifenberger, Geschäftsführer einer Telefonanlagenfirma

"Nach der dritten Woche bin ich sehr zuversichtlich, mit dem Budget durchzukommen und noch ein paar Euro für größere Ausgaben anzusparen. Natürlich ist es sehr schwierig, in einem Monat wirklich realistisch ein Auskommen mit der Mindestsicherung zu simulieren. Meine bisherigen Erfahrungen zeigen mir aber, dass auch ein sehr kleines Budget bei guter Planung und entsprechendem Einkaufsverhalten ausreichen kann. Softdrinks und Zigaretten haben keinen Platz, aber ich bin Nichtraucher und unser Wasser ist mir als gutes Getränk am liebsten. Dass ich mir keine Tages- sondern nur ein Monatsbudget vorgegeben habe, erleichtert aus meiner Sicht den Ablauf. Die Mindestsicherung sehe ich als Übergangslösung für einen begrenzten Zeitraum, in der ich sicherlich die ein oder andere Idee entwickeln würde, um das Monatsbudget wieder in Ordnung zu bringen."

Renate Pleininger, Gemeinderätin der FPÖ

"Ich bin durch dieses Projekt zu der Erkenntnis gekommen, dass sich Armut nur sehr schwer simulieren läßt. Man bekommt zwar eine Ahnung, was es bedeuten kann, arm zu sein, auf jeden Cent achten und auf vieles verzichten zu müssen, aber wie es wirklich ist, ist zumindest für mich sehr schwer nachvollziehbar.

Meine persönlichen Erkenntnisse zu diesem Thema sind: 1. Es geht schneller als man denkt in die Schuldenfalle zu geraten. 2. Wenn man mit wenig Geld auskommen muss, dürfen keine unvorhergesehenen Zahlungen, Reparaturen, etc. anfallen. 3. Ich achte jetzt beim Einkauf auf die Preise und kaufe wesentlich bewusster ein: nur mehr mit Einkaufszettel einmal pro Woche. Vorher wird ein Wochenessensplan erstellt. Wenn etwas ausgeht,  improvisiere ich. Nachgekauft wird nicht. 4. Letztendlich bin ich durch diesen Selbstversuch zu dem Entschluss gekommen, dass ich bisher einiges falsch gemacht habe und dies ändern muss."

(Aufgezeichnet von Martin Obermayr, derStandard.at, 16.6.2011)

Kommentar posten
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internetlady
00
21.6.2011, 16:59
Selbstversuch-Mindestsicherung

...ist `ne Watsche für die wirklich notleidenden Menschen. Leider kommt es ja fast nie vor, daß "fettgepolsterte" Leute mal in diesen Status abrutschen, da bräuchte es schon Langzeiterfahrung, wenn man diese Leute, welche ("unverschuldet???") gestrauchelt sind, für ein Testverfahren heranziehen würde.
Ich glaube fast, die Scham würde es zu verhindern wissen, sich für solche Zwecke zur Verfügung zu stellen.
Und ich habe richtig Zoff gegen jene Leute, die mit vollgestopften Taschen über das Einkommen anderer Leute bestimmen wollen, weil sie ihren gierigen Hals nie voll genug kriegen.
Ab an den Pranger mit euch!!!

donaquijote
01
21.6.2011, 15:33

ich hab mich jetzt lange gefragt, ob ich das zynisch finde, armut zu simulieren. ich finde den anspruch, armut zu simulieren, eigenartig. ich kenne nur arme menschen, die materiell nichts besitzen - die sind ganz unterschiedlich.
und ich kenne ganz reiche leute, die das ebenfalls so halten und die, wenn man sie genauer betrachtet, aufgrund ihrer vielen schulden in ganz echter wirklichkeit ärmer sind als ein armer mensch.
allen gemeinsam aber ist, dass sie sich um die äußeren gesellschaftlichen ansprüche nicht mehr kümmern.
wenn ich also ja sage, armut zu simulieren ist zynisch und obszön, dann sage ich auch, reichtum zu simulieren ist zynisch und obszön. und ich meine, dass die versuchskaninchen hier, gar nicht so reich sind.

Chocoholic
01
22.6.2011, 21:49
Ein interessanter punkt das mit den Schulden der angeblich "Reichen"...

johann potakowskyj1
 
05
19.6.2011, 13:12
Am Nebenschauplatz

... erkennt man die Einstellung der Mittelschicht eh sehr schnell:
Die Katze bekommt nur mehr Trockenfutter!
Also meiner Emili hätte ich das nicht angetan. Sie ist trotz meiner Armut 19 Jahre alt geworden.
Das Tierfutter ist nicht das Problem. Schrecklich wirds, wenn man dringend einen Tierarzt braucht.

Die Tierärztin rief mich während der Operation an, dass das Geschwür so groß geworden war, dass wenig Haut fürs zusammennähen blieb und das Tier danach spezielle Pflege gebraucht hätte. Ich musste mich halt wegen der weiteren Kosten spontan fürs Einschläfern entscheiden.

Nach wochenlangen Bettelbriefschreiben hat mir das übrigens die Krone bezahlt ... auf die ich auch schon und auch hier geschimpft hab.

es galt die unschuldsvermutung
01
19.6.2011, 19:57
dieses posting

sollten sich mal die vielen möchtegern- und wirklich neureichen genau durchlesen. man liest heraus, dass geld wirklich nicht alles ist, es aber ohne geld trotzdem nicht geht. ein schwer beeindruckter leser, dems früher auch sehr schlecht ging (allerdings aus eigenem verschulden) und der heute weiß, dass es nicht selbstverständlich ist, sich alles leisten zu können.

meresi
01
19.6.2011, 06:28
sorry frau bliem

was haben sie konsumiert...fensterkit? €3 am tag für vernünftiges essen?? lol teilen sie mit bitte ihren speiseplan mit...

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
05
18.6.2011, 22:32
Wieso eigentlich -

ist in der neuen "sozialhilfe" anscheinend keinerlei rechtsanspruch (jedenfalls ohne anwaltliche unterstützung) auf irgendwelche sozialleistungen vorhanden?
Wieso werden behördliche antworten auf anträge solange hinausgezögert bis die existenznöte überhand nehmen, nicht mehr mieten u. gebühren mehr bezahlt werden können u. keine krankenversicherung mehr vorhanden ist?

Mindestsicherung: behördliche garantie für zunehmende not?

peter schmidt
 
03
18.6.2011, 20:29
Das nachstellen von Armut wäre vermutlich zynisch.

Aber soweit ich verstanden habe gings ja nur darum, dass Angehörige des reichsten Fünftels der Welt mal schauen wollten wie es dem zweitreichstem geht.

Der Blinde mit dem Seehund
02
18.6.2011, 17:18
Armut kann man nicht nachstellen bzw simulieren,

Armut muß man leben! Nur dann versteht man es.
Dazu reicht aber ein Monat nicht aus.

living reef
01
18.6.2011, 08:35
Eine radikale, konsequente Simulation- na wenn das kein neues format fürs fernsehen wäre?

und bitte mit hinein nehmen: strache und schottermitzi

Keyser
03
18.6.2011, 00:59

Das Ergebnis, "es geht zwar irgendwie, doch darf nichts dazwischen kommen," und "alles lässt sich nun einmal nicht simulieren," wurde ja schon erwartet.

Nun wird es Zeit, echte Betroffene für vier Wochen zu begleiten, und Ihre Erfahrungen mit Mindestsicherung - oder Sozialhilfe - "Hängematten Menschen" also, wie sie so zynisch von den Leistungsträgern, also unseren "Politikern," genannt werden - zu Wort kommen zu lassen.

Auch nicht schlecht wäre eine Initiativen zu gründen, wie es sie in Deutschland gibt, die sich gegen soz. Ausgrenzung von Hartz IV Empfängern richtet. Um sie mehr "in die Mitte" zu rücken, anstatt sie am Rand der Gesellschaft, als unnütze Kostenfaktoren vegetieren zu lassen.

K. K. Lacke
12
17.6.2011, 14:38
da VOLLBESCHÄFTIGUNG ein Märchen aus Kreisky's Zeiten ist

wird es IMMER arbeitslose Mitmenschen geben

ein Teil davon mag vielleicht nicht "wollen", aber das kann man nicht für alle sagen

warum also müssen diejenigen die wollen, aber nicht können solche Zustände erdulden?

und wieso können MinisterInnen gleichzeitig verlangen daß NOCH MEHR HUMANKAPITAL auf den Arbeitsmarkt drängt, NUR UM WETTBEWERBSFÄHIG ZU SEIN?

also in Zukunft wird es NOCH MEHR Arbeitslosigkeit geben, darauf können sie gerne mit wem auch immer sie wollen wetten

nur was tun jene, die nicht gebraucht werden?

müssen diese aufgrund der Gier und des Neids einiger Intelligenzallergiker mit "Mindestsicherung" auskommen? noch dazu ohne es selbst "verschuldet" zu haben?

bloß weil ein paar ihren Hals nicht vollkriegen???

Chocoholic
23
18.6.2011, 08:28
Einer Freundin von mir wurde versprochen, sie würde keiben job mehr finden,

Weil sie über 45 ist. Sie hatte innerhalb von 3 monaten Arbeit. Nicht gut bezahlt, weniger als sie Arbeitslose bekommt, und da gehts natürlich los. Für sie ist es ein Übergangsjob und sie sucht weiter. Kenne auch viele, va. Männliche im langjährigen gut bezahlten Job, die sich nicht mehr "unterordnen" wollen, weil "mir schafft man sicher nicht an".
Natürlich wird es schwieriger, einen geeigneten Job zu finden, aber wenn Studierte erwarten, dass ihnen ein akademischer Job zur Verfügung gestellt wird, nur weil sie studiert haben, Manager erwarten, dass gleiche Jobs für immer auf sie warten, andere befinden, dass gewisse Jobs unter ihrer Würde sind, nur weils was von wem angeschafft bekommen, dann wirds richtig eng mit dem Mitleid.

BernhardLouise
01
20.6.2011, 19:24
Nun - so, wie Sie dieses Forum zumüllen mit ihren Absonderungen des Manchester Liberalismus und der Nazizeit, wäre ihre wahre Identität irgendwie spannend.

Womöglich sind sie ja einer, der aus der Staatskasse direkt als Parteiangestellter, Abgeordneter oder Minister, also Diener, aus der indirekten Staatskasse des Zwangsverbandes der Wirtschaftskammer (ich hab´ ja damals bei der Abstimmung gegen eine Zwangsmitgliedschaft gestimmt), etwa gar ein Staats-Beamter oder aus sonst einem dieser geschützten Bereiche.

Einem normalen, gerecht denkenden Menschen (Begriff entlehnt aus der Welt der OGH-Urteile) kommen derartige Ausgiftungen, wie sie sie da ja in Serie produzieren, üblicherweise gar nicht in den Sinn.

Außer halt damals in jener weit zurück liegenden Zeit oder bei real existierenden, selbstgerechten echten Arm .........

Chocoholic
00
22.6.2011, 21:52
:0)

Richtig rechts muss man sein. Sonst wäre man eh Ihrer Meinung. Wow.
Frag mich, wer hier also müllt.

meinrad
03
19.6.2011, 00:39
schöne anekdote.

ist halt so wie bei dem lustigen kinderspiel, die reise nach jerusalem. da kennt auch immer jemand denjenigen, der am schluss noch einen sessel gekriegt hat, und der führt den dann als beispiel dafür an, dass es eh möglich ist.

und wenn wer anderer den sessel gekriegt hätte, hätt halt wer anderer die gleiche geschichte erzählen können, nur mit anderem protagonisten. auf die art beweist man nix...

Chocoholic
10
19.6.2011, 10:56
Lustig, dass Sie die Essenz der Gescichte ausgelassen haben:

Es wurde ihr eingeredet, sie würde keinen job finden. Mit der einstellung wirds natürlich schwierig. Zudem wirds noch schwieriger, wenn man einen Anspruch an ein Gehalt hat, das in der heutigen Gesellschaft nicht mehr realistisch ist. Sie können natürlich auch sagen, dass es unverschämt ist, weil Ihnen niemand den Job anbietet, den Sie sich vorstellen. falten Sie einfach die Hände in den Schoss und hacken sie auf jene hin, die es nicht so gemacht haben und das auch berichten.

Euroumrechner
01
20.6.2011, 21:57
Lustig, dass sie die Essenz der Geschichte nicht verstehen.

Obwohls eigentlich eher traurig ist.

Chocoholic
00
22.6.2011, 21:54
Was ist denn die Essenz meiner Geschichte Ihrer Meinung nach? sie dürften ja iene andere Meinung haben,

Vielleicht äussern Sie sich dazu anstatt irgendwwelche pseudoantworten zu fabrizieren.

Strongbow real Ale - Assange
05
17.6.2011, 22:50
zu GegenTest

Ich melde mich freiwillig zu einem Test in dem ich mich bereit erkläre einen Monat lang mit nur 15mil € aus zu kommen - ich werde nicht selber kochen und ganz ganz ganz viele Jobs erzeugen (das machen die reichen doch oder) zusätzlich zahl ich ganz wenig steuern und werde sonst auch probieren möglichst wenig an die Gemeinschaft abzugeben. Im Notfall kann das Projekt auch ein paar Monate länger laufen damit ich verstehe wie schwer es ist reich zu sein....

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
18.6.2011, 22:35

- da mach auch ich mit!

Chocoholic
10
18.6.2011, 10:05
Es ist nicht schwer, reich zu sein, es ist vermutlich schwerer reich zu bleiben

Und es ist noch schwerer, rerich zu bleiben und glücklich zu bleiben. Wer mit wenig geld nicht glücklich sein kann, der wirds mit viel geld auch nicht. Garantie.

meinrad
02
19.6.2011, 00:41

ich unterschreib das, sofern man in dem satz "mit wenig geld" durch "mit ausreichend geld" ersetzt.

Chocoholic
10
19.6.2011, 10:58
nein. Ich meine, was ich schreibe. Wenig geld.

Ausreichend ist eine subjektive Grösse und an dem, was Sie geschrieben haben, denke ich nicht, dass das, was für mich ausreicht, um Glücklich sein zu können, jemals für Sie ausreicht.

meinrad
01
19.6.2011, 11:11
ja subjektiv ist das schon. aber nicht komplett.

eine kleine wohnung, nahrung, und wenn nötig medizinische versorgung. zumindest das muss abgedeckt sein.

wenn das langfristig nicht geht, kann ich mir nicht vorstellen, dass die paar hundert euro mehr, die da den unterschied ausmachen können, nicht einen großen einfluss auf die zufriedenheit hätten.

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