Grüne kritisieren Ausklammerung der neunten Schulstufe
Kritik am Konzept der neuen Oberstufe, nach dem ein Modulsystem eingeführt werden und das Sitzenbleiben weitgehend abgeschafft werden soll, kommt von der Opposition. Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, hält das Konzept für "unausgegoren". Er stößt sich vor allem daran, dass das Modulsystem erst ab der zehnten und nicht aber der neunten Schulstufe gilt, so werde der "neuralgische Schnittpunkt" des Schulsystems ausgeklammert. Walser forderte erneut, dass ein Aufsteigen aller Schüler generell mit einem Fünfer erlaubt wird.
FPÖ für Sitzenbleiben
Gegen eine Abschaffung des Sitzenbleibens spricht sich FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz aus. "Wer eines oder gar mehrere Fächer negativ abgeschlossen hat, war nachweislich nicht dazu in der Lage, das übliche Arbeitspensum des Schulunterrichts zu bewältigen", so Rosenkranz. "Es kann nicht gut gehen Schülern ein Aufsteigen in die nächsthöhere Klasse zu gewähren, wo sie nicht nur das in der Vergangenheit nicht Gewusste, sondern auch noch den darauf aufbauenden Stoff zu lernen haben".
BZÖ hält Ankündigung für nicht glaubwürdig
Das BZÖ hält die Ankündigung der Regierung für nicht glaubwürdig. "Die Regierung hat im Bildungsbereich schon viel angekündigt", so Bildungssprecherin Ursula Haubner. Es sei zwar notwendig, die Leistungsbeurteilung auf neue Füße zu stellen, es brauche aber strenge Vorgaben und eine zeitliche Begrenzung der Prüfungen über die einzelnen Module.
Lob gab es unterdessen von der Bundesjugendvertretung (BJV): "Ein modernes Bildungssystem muss jungen Menschen ermöglichen, Probleme in einzelnen Fächern durch zusätzliche Förderung in den Griff zu bekommen", so die Vorsitzende Johanna Zauner. Die Maßnahme könne aber "letztendlich nur ein erster Schritt für eine notwendige, weitreichende Reform hin zu einer gemeinsamen Schule" sein. (red, derStandard.at, 14.6.2011/APA)