Ex-Geheimdienstchef kritisiert Deutschland für Hariri-Fall

14. Juni 2011, 15:32

"Staatsanwalt Mehlis verließ sich auf Gerüchte und politische Anschuldigungen"

 

Berlin - Im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Mord an dem früheren libanesischen Regierungschef Rafik al-Hariri hat Libanons Ex-Geheimdienstchef Jamil Sayyed die UN-Ermittler und die deutschen Behörden scharf kritisiert. Der deutsche Staatsanwalt Detlev Mehlis, der für die UNO in dem Fall ermittelte, und sein Team hätten ihn jahrelang inhaftiert, ohne ihm "irgendwelche Beweise" vorzulegen, sagte Sayyed im Gespräch mit dem Magazin "zenith", dessen neue Ausgabe am Mittwoch erscheint. Mehlis und sein Assistent Gerhard Lehmann hätten sich auf "Gerüchte und politische Anschuldigungen" verlassen und "mehr als zehn falsche Zeugen" präsentiert, sagte er.

Hariri war am 14. Februar 2005 bei einem Bombenattentat in Beirut getötet worden. Sayyed und drei weitere libanesische Generäle waren darauf von 2005 bis 2009 ohne Erhebung einer Anklage im Libanon inhaftiert. Im März 2009 nahm ein Sondertribunal für den Libanon in Den Haag seine Arbeit auf, das in erster Linie den Mord an Hariri aufklären sollte. Im April dann ordnete das Tribunal aufgrund fehlender Beweise die Freilassung der vier inhaftierte Generäle an. Sayyed reichte daraufhin in Damaskus Beschwerde gegen Mehlis und sein Team ein. Er warf ihnen vor, durch Falschaussagen bewusst den Verlauf der Ermittlungen beeinflusst zu haben.

"Keine Untersuchungen eingeleitet"

Mehlis und sein Team hätten ihn als "falschen Hauptzeugen gegen Syrien" präsentieren wollen, sagte Sayyed "zenith" weiter. Zum Verhalten Deutschlands sagte er, die deutsche Bundesregierung habe auch nach seiner Freilassung "keine Untersuchungen eingeleitet". "Die Regierung trägt dafür Verantwortung", sagte Sayyed über seine jahrelange Haft.

Mehlis hatte bei seinen Ermittlungen der syrischen Regierung und ihrem Geheimdienst eine klare Mitverantwortung für den Anschlag auf Hariri zugewiesen. Schon im September 2009 hatte sich Syriens Außenministerium beim UN-Sicherheitsrat über Mehlis und Lehmann beschwert und den beiden vorgeworfen, sie hätten Sayyed dazu bringen wollen, die syrische Regierung zu überreden, einen Unschuldigen als Täter zu präsentieren. (APA)

Stephan Schaefer
 
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16.6.2011, 07:44

Wo bleiben die Anti-Hisbolla Poster mit ihren Kommentaren!

Dies hatte ich schon längst geschrieben, aber gewisse "Spezialisten" des Standard-Forums waren auf diesem Auge stets blind. Vor allem auf wegen des Zusammenbruchs der Hariri-Regierung, der partout die Linie des UN-Tribunals verfolgen und somit eben die obigen Beweise unterschlagen hatten!!!!

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