Perfides Krisenmanagement in der EU

Leser-Kommentar | 14. Juni 2011, 14:24

In der griechischen Finanztragödie bereichern sich Finanzakteure, während Europa geplündert wird

Bereits im Jahr 2008, zu Beginn der großen Finanzkrise, war abzusehen, dass Griechenland fallen und danach nicht wieder aus eigener Kraft auf die Beine kommen würde. Statt das griechische Problem zu lösen, wurde es erst einmal ignoriert, und als das nicht länger möglich war, wurde es verschleppt.

Wenn es nach dem Willen der Machtelite geht, wird die Krise der schwachen Euroländer noch viele Jahre wie eine Axt drohend über unseren Köpfen kreisen, um als Vorwand für kostspielige, doch nutzlose Rettungspakete sowie für intransparente Bevormundung demokratischer Institutionen dienen.

Es ist richtig, wie Alexandra Föderl-Schmid in der Pfingstausgabe von Der Standard schrieb, es wird gelogen, getrickst und verschleiert. Jedoch sind ausreichend Fakten auf dem Tisch. Griechenland hat auf dem eingeschlagenen Weg nicht die geringste Chance, seine Krise zu bewältigen.

Es ist eine Lüge, dass die starken Euroländer mittels Hilfspaketen und Schutzschirmen für schwache Euro-Länder vor drastischen Folgen bewahrt werden können. Je länger eine echte Krisenlösung hinausgezögert wird, desto tiefer wird der Sturz für alle.

Es wird verschleiert, wer die Profiteure der verschleppten Krise sind. Ganz sicher ist das nicht die Bevölkerung Griechenlands im Speziellen und auch nicht die Bevölkerung Europas im Allgemeinen. Je länger sich die Krise hinzieht, desto höher werden die Kosten für die Allgemeinheit.

Der Trick ist, dass die Machtelite der Öffentlichkeit vorgaukelt, sie versuche, die Krise zu bewältigen, während sie tatsächlich sicherstellt, dass die Krise fortdauert. So gibt sie Banken, Fonds und anderen Großinvestoren viel Zeit, Europa auf Kosten der Allgemeinheit auszuplündern, denn eben diese Finanzakteure wurden seit Beginn der Krise aus der Verantwortung für eine Vielzahl seither abgelaufener und vollständig zurückgezahlter Kredite, Anleihen etc. entlassen, während sie gleichzeitig aus Wetten auf den fortschreitenden Niedergang Griechenlands profitieren sowie von den höheren Zinsen der neuen Kredite und Anleihen, die nun risikolos sind, da ihre Rückzahlung von der Gesamtheit der EU-Länder mittels Haftungsübernahme garantiert ist.

Und um den Banken das Geschäft noch zusätzlich zu vergolden, erlaubt die Europäische Zentralbank (EZB), solche Wertpapiere mit einem Zinssatz von derzeit 1,25 Prozent zu beleihen. Somit kassieren Banken für neue Griechenlandkredite bei marginalem Ausfallsrisiko und minimalem Kapitaleinsatz einen Gewinn, der sich aus der Differenz ihres niedrigen EZB-Zinssatzes mit dem weit höheren griechischen Anleihenzinssatz von 4 bis 5 Prozent ergibt.

Wie alles begann

2007, als die Finanzwelt noch heil war, betrug das Haushaltsdefizit Griechenlands 6,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) und die Staatsverschuldung 105 Prozent.

Obwohl die damals gültigen Stabilitätsgrenzen von 3 Prozent für das Haushaltsdefizit und 60 Prozent für die Staatsverschuldung signifikant überschritten waren, reagierten weder die Ratingagenturen, noch die EU-Institutionen, noch die Regierungen in der Eurozone wahrnehmbar und erst recht nicht wirkungsvoll. Vielmehr erhielt die griechische Regierung weiterhin praktisch bedingungslos Kredit, sodass sie ihr verantwortungsloses Wirtschaften ungestört fortsetzen konnte.

Das Drama nimmt seinen Lauf

Infolge der Finanzkrise wuchs das griechische Haushaltsdefizit im Jahr 2009 auf 15,4 Prozent des BIP und die Staatsschuld auf 127 Prozent.

Die massiven Sparmaßnahmen im Jahr 2010 senkten das Haushaltsdefizit bloß auf 10,5 Prozent, während die Staatsschuld auf 143 Prozent weiter wuchs. Gleichzeitig schrumpfte die griechische Wirtschaftsleistung um beinahe 5 Prozent und reduzierte so die Basis für das Steueraufkommen. Schrumpfende Wirtschaftsleistung ist die unvermeidliche Folge von Ausgabenreduktion, denn es ist weniger Geld zum Einkaufen da.

Selbst wenn Griechenland seine kolossalen Sparanstrengungen aus 2010 verdreifachte, könnte es keinen ausgeglichenen Haushalt erreichen, um so den Anstieg der Staatsverschuldung zu beenden, denn die Ausgaben für Zinsen würden trotzdem kräftig weiter wachsen, da laufend niedrig verzinste Ausleihungen durch höher verzinste ersetzt werden. Die Steuereinnahmen würden trotz höherer Steuersätze und zusätzlicher Steuererträge nicht zunehmen, wahrscheinlich sogar abnehmen, da die Wirtschaftsleistung infolge der immens gesunkenen Inlandsnachfrage und gleichbleibender Auslandsnachfrage, da ja die Währung nicht abgewertet werden kann, noch viel dramatischer schrumpfen würde. In dieser Rechnung sind die Ausgaben für die rapide wachsende Zahl der arbeitslosen Menschen noch gar nicht berücksichtigt.

Alle Anstrengungen können unter den gegebenen Währungsbedingungen nur in eine Spirale des Niedergangs führen. Je weiter dieser fortschreitet, desto größer wird die Schuldenlast und desto unmöglicher wird es, das geborgte Geld jemals zurückzuzahlen.

Was tun die politisch Verantwortlichen?

Es bedarf keiner Hellsicht, um heute zu erkennen, was Wirtschaftsfachleuten und damit den Verantwortlichen in der Europäischen Union, im Internationalen Währungsfond und in der Europäischen Zentralbank bereits Ende 2009 klar sein musste, nämlich dass Griechenland weder durch Hilfskredite, noch durch Sparmaßnahmen, noch durch Privatisierungen zu retten ist.

Die drakonischen Sparmaßnahmen treiben große Teile der Wirtschaft in den Ruin. Das und ausbleibende Einnahmen aus privatisierten Staatsbetrieben mindern die Haushaltseinkünfte. Immer mehr und größere Hilfskredite verlängeren und vertiefen bloß die Agonie.

Und dennoch beherrschen auch heute noch diese kontraproduktiven Maßnahmen die politische Diskussion und werden gegen allen Widerstand durchgesetzt, denn im Wahnsinn steckt System.

Warum tut die Machtelite das?

Um ihre eigenen Banken zu schonen und die Krise möglichst lange aus ihren Ländern draußen zu halten, tun die Regierungen der (noch) stabilen EU-Länder alles, was ihnen von den Finanzlobbys empfohlen wird.

Es ist ihnen egal, dass die erforderlichen, schmerzhaften Umstrukturierungen nur aufgeschoben aber nicht vermieden werden.
Es ist ihnen egal, dass Finanzhaie auf Kosten der Allgemeinheit mächtig profitieren.
Es ist ihnen egal, dass die unvermeidlichen Kosten mit jedem Tag steigen und mit jedem Tag zu einem größeren Teil von der Allgemeinheit getragen werden.

Kurz, die europäische Machtelite will nicht wahrhaben, dass das Experiment mit der gemeinsamen Währung unabhängiger Staaten gescheitert ist. Sie leidet an Realitätsverweigerung. (Leser-Kommentar, Andreas Sierek, derStandard.at, 14.6.2011)

Autor

Andreas Sierek ist Unternehmer im Bereich der Informationstechnologie mit Interesse an gesellschaftlichen Phänomenen

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1 2
www.banken-volksbegehren.at
00
15.6.2011, 20:45
Sehr geehrter Herr Sierek!

Herzlichen Dank für diesen ausgezeichneten kritischen Kommentar zu (sogenannten) Schuldenkrise! Ein Lob auch an die Standard-Redaktion für die Veröffentlichung desselben.
Etwas erachte ich jedoch für sehr wichtig: Sie sprechen in Ihrem Kommentar von "geborgtem Geld". Dies ist sachlich nicht korrekt. Es geht hier nicht um geborgtes Geld, sondern um Kredit. Dieser Unterschied ist wesentlich.

http://www.banken-volksbegehren.at

der burli
00
15.6.2011, 18:53
SAUEREI!

unserer "machtelite" ist "alles egal", "realitätverweigernd"!

wieso haben wir denn SO eine?? hm? - ach. wir haben sie gewählt? oder nicht gewählt??

DIE gehört weg! und eine andere her! - und zwar. äh der hr. sierek und die fr. föderl und die vielen anderen. die verweigern keine realität. die kennen keinen lobbyisten, und die sind natürlich auch nicht korrupt. neinnein. die würden das besser machen.
wie kommen die an die macht? - ah. wir wählen sie einfach! juhu
STELLT EUCH und EURE realität zur wahl!

Andreas Sierek
02
15.6.2011, 21:47
Gewählte Regierung

Weder der Kommissionspräsident, noch die Kommissäre sind gewählt. Auch nicht der EU-Präsident. Weder der abgetretene Chef des IWF war gewählt, noch die nachfolgende Chefin wird gewählt. Auch die Vorstandsmitglieder der EZB sind nicht gewählt. Noch ist der Herr Treichl gewählt. Streng genommen ist nicht einmal unser Bundeskanzler gewählt.

Wenn ich Unsinn, Fehler oder Verblendung aufzeige, heißt das noch lange nicht, dass ich wissen muss, was sinnvoll ist oder was besser wäre.

Aber sollte ich einmal einen Alternativvorschlag zur Handhabung der Eurokrise vorlegen, dann würde ich mich über ihre sachliche Kritik freuen.

der burli
00
15.6.2011, 21:57
ja, polemisieren sie nur. ohne "alternativvorschlag".

wenn man anderen realitätsverweigerung vorwirft, ganz zu schweigen von "perfid", sollte man das in wenigstens in DEM punkt besser machen.
weder der EU-präsident noch die kommision noch der iwf präsident können irgendwas machen OHNE die zustimmung der gewählten regierungen bzw. des gewählten eu-parlaments.

pierrejosephproudhon
01
16.6.2011, 15:48

Das ist doch GRUNDFALSCH!
Gerade die FED und EZB sind völlig in die pol. Unabhängigkeit entlassen, werden nur mehr von ihren eigenen Lobbys verwaltet, so ist der neue EZB chef etwa ein ex-Goldman Sachs Manager!

teuerzahler
00
15.6.2011, 15:36
dieser kommentar zeigt, was unsere

politischen und wirtschaftseliten wert sind: nix!

lauter korrupte, blinde, unfähige und blöde feiglinge!

aber fette gagen, provisionen und boni kassieren. die dummheit wird nur noch durch die gier übertroffen!

der burli
00
15.6.2011, 18:56
sie schliessen von sich auf andere.....

birka
00
15.6.2011, 13:28

Sowohl die Krise als auch die Notwendigkeit von Sparmaßnachmen/Effizienzsteigerungen in Griechenland wären auch unabhängig vom Euro zu erwarten gewesen. Es gibt ja ganauso nicht-Euro Staaten in Europa die große Probleme haben. Auch die Möglichkeit der Abwertung hat z.B. Island nicht zum Paradies werden lassen.

In Griechenland wurde einfach sehr schlecht gewirtschaftet und praktisch allen war es wurscht. Nicht so sehr über den Euro sondern v.a. über unsere Banken/Exporteure hängen wir mit drinnen! Immer dem Euro die Schuld geben für ein Versagen der griechischen + europäischen + nationalstaatlichen Politiker/Kontrolleure/Behörden halte ich für ungerechtfertigt.

Insgesamt finde ich den Kommentar aber trotzdem größtenteils nachvollziehbar!

Andreas Sierek
00
15.6.2011, 18:04

Hätte Griechenland nicht den Euro, dann wären die Banken nicht so freigebig gewesen. Außerdem wären wesentlich höhere Zinsen verrechnet worden, sodass Zahlungsprobleme viel früher evident geworden werden.

Länder mit eigner Währung können diese abwerten und auf diese Art ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern. Euroländer haben diese Möglichkeit nicht.

birka
01
15.6.2011, 18:52

Jain. Auch vor dem Euro haben es die Griechen bis über 100% Staatsschulden gebracht, so extrem restriktiv können die Banken vorher auch nicht gewesen sein.
Dass eine Abwertung jetzt für die Wettbewerbsfähigkeit praktisch wär ist schon klar und dass die Möglichkeit fehlt ist ganz klar ein Nachteil.
Aber langfristige Probleme wie Ineffizienz, Korruption oder schlechte Strukturen bessern sich durch ständiges Abwerten halt auch nicht.

Rita Matsuko
00
15.6.2011, 10:34
Brillante Analyse

danke dafür!
... und ausnahmsweise mal auch eine inhaltliche und nicht polemische Diskussion im Forum!

FatFaceRicky
00
15.6.2011, 09:08

Ja, nur was soll man tun?

Für die Geber-Länder wäre es wahrscheinlich billiger, Griechenland nicht zu retten und halt die Banken, die es wirklich nötig haben, zu rekapitalisieren (soviel ist das gar nicht). So wie es ursprünglich in den EU-Verträgen vorgesehen war.

Für Griechenland selbst wäre das aber noch viel schlechter. Ohne Hilfen müssten die vom Status Quo innerhalb kurzer Zeit zu einem darstellbaren Budget kommen - ein noch viel grösserer Sparzwang.

Andreas Sierek
03
15.6.2011, 09:29
Ja, nur was soll man tun?

Ich denke, dies ist nur in zwei separaten Schritten zu schaffen.

1. Das Problem an der Quelle beheben. Eine gemeinsame Währung funktioniert nicht ohne ein alle Euroländer umfassendes durchsetzbares Regulatorium und ein korrespondierendes Transfersystem, um Ungleichgewichte auszugleichen, wie das bisher schon innerhalb eines Staates geschieht.

2. Alle Problemländer entschulden und soweit unterstützen, dass ihre Wirtschaften wieder in Schwung kommen.

Der erste Punkt ist kaum realisierbar, da passende demokratische Strukturen auf EU-Ebene fehlen und weil die Nationalstaaten ihre Eigeninteressen kaum zurück stellen wollen.

Der zweite Punkt wird extrem teuer und wird von den Bevölkerungen der relativ reichen Euroländern mit Sicherheit nicht mitgetragen.

Und weil die Sache so hoffnungslos aussieht und keine Führungspersönlichkeiten auszumachen sind, die mittels entsprechender Visionen die Menschen begeistern und vorwärts bewegen.

Leider wird das Feld den populistischen Rückwärtschauern überlassen. Das Ergebnis wird nicht schön sein.

lessismore
01
14.6.2011, 21:01

Die Machtelite macht das vor allem, um sich selbst zu schonen, denn sie war es doch wohl, die zugeschaut, wo nicht überhaupt mitgeholfen hat, daß der Finanzsektor entgleist.

Außerdem sind noch mehr Bankenrettungen auf Kosten der Allgemeinheit Wahlgift, also läßt man lieber die Banken sich gesundverdienen, auch wenn dabei die Krankenhäuser in Athen draufgehen ...

pago1
00
14.6.2011, 18:09
und die perfideste von allen

ist fekter

BernhardLouise
04
14.6.2011, 17:53
Danke für die zutreffende Analyse. Ergänzt soll hier noch sein folgender Umstand, der etwa bei der Volksabstimmung gestern in Berlusconien der allerwichtigst beurteilte - und abgelehnte - Faktor ist:

Die "Privatisierung" (diesfalls von Wasser wie Bartenstein, Schüssel, Grasser und Co. das ja wollen nach wie vor) wird mit 96% des mehrheitlich besuchten Quorums abgelehnt und verneint.

Und da simma am Punkt: "Privatisierung".
Da ist der große Reibach drinnen.
Damit mach´ma plötzlich aus windigem Buch- und Spekulationsgeld Realbesitz, ohne dafür Steuern zu bezahlen.

Berge, Häfen, Wasser, Flughäfen.
Umgelegt auf die real existierende Vorbild-Macht der Jahrhunderte alten (Vatikan)Mafia:

Geld wird gewaschen und in "ehrbare" Unternehmen "hineinprivatisiert".
(Leistungsträger! a la Bartenstein - dessen Schloß in der NS-Zeit Teil des NS-Diktatur"werkels" war und vom Papa billig aufgekauft wurde mit der "Forschung" - , Flick und Co.)

Der Mensch der nachdenkt bevor er vordenkt
 
02
14.6.2011, 17:18
Finanzhaie

Natürlich wird Griechenland seine Schulden nicht vollständig zurückzahlen. In etwa 5 bis 6 Jahren gibt es eine "endgültige Bereinigung" mit Schuldennachlass.
Bis dahin ist viel Zeit und es wird noch viele Angriffe auf den Euro geben.
Wer heute einem Euro- und EU-Mitgliedsland nicht helfen will, weil es gezielt als schwächstes herausgeschossen werden soll, der läuft feig davon - eben vor den Finanzhaien. Wenn wir zulassen, dass das Euro-Gebäude zum Einsturz gebracht wird, dann lassen wir den Finanzhaien (und den Wirtschaftseroberern) freie Hand. Eine Wirtschaftsfestung Europa gibt es dann nicht mehr. Sondern einen Fleckenteppich mit chinesischen Sonderwirtschaftszonen.
Stärken wir die EU und den Euro. Gemeinsam. Helfen wir den Schwachen.

Andreas Sierek
03
14.6.2011, 21:37

Europa ist eben keine Wirtschaftsfestung sondern ein Fleckerlteppich von Nationalstaaten, deren Wirtschafts- und Finanzpolitik manchmal stark auseinander läuft. Das ist die Wurzel der Probleme.

Leider besitzt Europa keine demokratischen Strukturen für eine gemeinsame Finanzpolitik. Und leider besitzen die wenigsten Staaten genügend Disziplin die vereinbarten Rahmenbedingungen einzuhalten.

Mit gemeinsam kämpfen und den Schwachen helfen alleine kann der Euro nicht gerettet werden.

Meklon von Andromeda
 
08
14.6.2011, 14:41

Brilliante Analyse!
Was die Absichten der Politik betrifft gibt es allerdings eine weitere Interpretationsmöglichkeit. Pikanterweise stammt die ausgerechnet von einem vieldiskutierten Banker: "Die Politiker sind einfach zu dumm."

Andreas Sierek
00
14.6.2011, 21:30

Es sind nicht nur die Politiker beteiligt, sondern auch Notenbankchefs, IMF-Experten etc.

Die wenigsten Menschen sind wirklich dumm. Im vorliegenden Fall sehe ich Hilflosigkeit, Überforderung, Ängstlichkeit, Verteidigung des eigenen Hinterhofs, etc.

viet
01
14.6.2011, 17:01
So brillant auch wieder nicht -

die sog. "Machtelite" ist ja selbst uneins und zerrt hinter den Kulissen mächtig an dieversen Stricken. Das "Kaputtsparen" - ein Begriff, der im Volke jetzt offensichtlich modern geworden ist und in jeder Anlyse vorkommt - ist in diesen Eliten auch bekannt und deren geringstes Problem. Die Frage ist ja, inwieweit durchsetzbar ist:
- eine Umstrukturierung der Bürokratie
- die Zurückdrängung der Korruption
- effektiveres Steuersystem und deren Kontrolle etc.

Wer braucht 6 % Militärausgaben des Gesamthaushaltes?? Die Griechen müssen zu Reformen leider "gezwungen" gewerden - Sourvereniät hin oder her.

Andreas Sierek
00
15.6.2011, 09:09

Leider ist es dem IWF und den EU-Helfern völlig egal, ob an den richtigen Stellen gespart wird. Wichtig ist nur, dass kräftig gespart wird.

Die griechische Regierung geht dann den Weg des geringsten Widerstands und spart dort, wo mit geringstem Aufwand am meisten zu holen ist.

flotter denker
00
15.6.2011, 08:35
jep

Floaschkas
01
14.6.2011, 17:24
... Die Finanzwirtschaft muss zu Reformen leider gezwungen werden.

Das Hin- und Herschieben der Verantwortung und der Schulden und der daraus resultierenden politischen Bedrohungen (in Spanien und Griechenland sind die Revolten schon unterwegs - wann kommen sie auch in den stabileren Ländern?) zwischen den politischen und wirtschaftlichen Machteliten wird irgendwann ein Ausmaß annehmen, welches die Bevölkerung kapiert und dann wird's Zwangsmaßnahmen geben.... mit welchen Opfern auf allen Seiten.

Spielt mal weiter Schicksal, ihr mächtigen Götter der Politik und der Finanzwelt.

flotter denker
00
15.6.2011, 08:37
Wenn die Finanzwelt vorsichtig gewesen waere

haetten die Griechen schon laengst kein Geld mehr bekommen. Dann haetten aber auch wieder alle laut Diskriminierung geschrien

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