Neuer Lokalführer

Vegetarisch durch Wiens Lokale

14. Juni 2011, 17:31
  • Artikelbild
    cover: holzbaum verlag

Ein neuer Lokalführer stellt Wiens vegetarische und vegane Lokale vor

Eigentlich ist es ein Armutszeugnis, dass es in einer Millionenstadt nur eine Hand voll vegetarische Lokale gibt. Um präziser zu sein: genau 37. Diese Lokale sind im neu erschienenen Büchlein "Vegetarischer Lokalführer Wien" gebündelt, dem Erstlingswerk aus dem Wiener Holzbaum Verlag. "Ich versuche, mich seit ungefähr drei Jahren vegetarisch zu ernähren - einige Ausrutscher sind aber erlaubt", sagt Clemens Ettenauer, einer der Autoren zum Entstehungsmotiv des 50-seitigen Büchleins. Die insgesamt drei AutorInnen testeten und kommentierten all jene Lokale, die weder Fleisch noch Fisch auf der Speisekarte haben.

Preisliche Angaben erhalten LeserInnen in den Kategorien günstig, normal und teuer. "Die Preiseinteilung ist als ungefähre Richtlinie zu verstehen. Teuer wäre ein Lokal für uns bei Konsum einer Hauptspeise plus Getränk ab ungefähr 17 Euro, normal zwischen 10 und 16 Euro und günstig unter 10 Euro", erklärt Autor Clemens Ettenauer die Kategorisierung.

Die AutorInnen kommentieren und bewerten mithilfe einer Zehn-Sterne-Skala sowohl das Essen als auch das Rundherum. So findet sich in der Besprechung des "Tiempo Buch Cafe" etwa der Hinweis auf das "mit Abstand schönste und hygienischte Klo aller getesteter Lokale". Im Xu's Cooking erinnere der Visch faszinierend stark an Fisch und die veganen Hühnerkeulen an echte Hendlhaxn. Was wollen VegetarierInnen mehr?

 


Vegetarischer Lokalführer Wien
Texte von Clemens Ettenauer, Hannah Poppenwimmer
und Stefan Sonntagbauer
Fotos von Livia Braun
Holzbaum Verlag
50 Seiten, 9,95 Euro
ISBN 978-3-9503097-0-6

Der Lokalführer ist ab 15. Juni 2011 im Buchhandel oder versandkostenfrei über den Holzbaum Verlag erhältlich.


Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 126
1 2 3 4
Arjuna, the beautiful
101
17.6.2011, 12:08
Armutszeugnis?

Wenn in einem normalen Restaurant keine vegetarische Speise angeboten wird, gibt es einen Aufschrei. Warum sollte es also mehr ausschließlich vegetarische Lokale geben? Ghettodenken?

tablespace65
12
19.6.2011, 01:10
Betrunken oder bekifft oder einfach nur dämlich?

lacabeza
01
20.6.2011, 12:33

gott wie unnötig sind solche kommentare...

wenns denn so einleuchtend klar und ohne alternative ist, so verwendens doch die gleiche energie um arjuna den ihrer meinung nach richtigen sachverhalt zu erklären...

Franz A.
05
17.6.2011, 19:51
Problem

Als echter Allesfresser habe ich da ueberhaupt kein Problem damit. Wenn ich mit Veganern ausgehe, dann lasse ich mir einfach was empfehelen - mir ist dann immer was am liebsten, das nicht so tut, als waere es fleischlich.
Ich mag eigentlich Lokale, die sich auf was spezialisieren, das Wiener Schnitzerl in der Pizzeria ist mir immer suspekt, das muss nicht sein.

Dieter Diskovic
03
17.6.2011, 19:24

Weil es Menschen gibt, die gerne in Lokalen essen die nichts anbieten, das auf Tierquälerei und Ausbeutung basiert.

die zyPresse
33
16.6.2011, 11:49
vermeintlich vegetarisch

ich sammle seit jahren infos über gute vegetarische restaurants in wien! prinzipiell hat man hier als vegetarier - zumindest, was die traditionelle heimische küche anbelangt - eher schlechte karten, wobei der fairness halber auch gesagt werden sollte, dass es sich speziell in wien sehr gebessert hat in den letzten jahren. dennoch finde ich noch immer gerichte, die tlw. fleischiges und fischiges enthalten auf speisekarten unter "vegetarisch". am land ist das noch viel schlimmer - stichwort: salate. man muss fast immer nachfragen, ob da auch kein fleisch dabei ist. die internationale küche ist mir in der hinsicht viel sympathischer, vor allem, weil sich das essen nicht auf fetten gebackenen käse oder irgendwelche fetten laibchen beschränkt

pagat ultimo
01
19.6.2011, 15:36

am land ist "vegetarisch" meist gleichbedeutend mit "mehrspeise" - oder die berühmte gemüseplatte.

ich habe darob die lust an landpartien zielmlich weitgehend verloren.

Neuer Nick neues Glück
00
16.6.2011, 21:36

"prinzipiell hat man hier als vegetarier - zumindest, was die traditionelle heimische küche anbelangt - eher schlechte karten"

Das ist aber kein Wunder, die heimische Küche ist nun mal traditionell auf der fleischigen Seite daheim.

jumpingjack flash
60
20.6.2011, 04:51

stimmt - und viele der "veganer/vegetarier" haben ein gestörtes essverhalten. wenn ich ein fleischgericht bestelle und es liegen irgendwelche gemüsebeilagen am teller flippe ich ja auch nicht gleich aus.
umgekehrt sind aber ein paar speckwürferl im krautsalat oder ein bisserl rindsuppe für vegetarier/veganer ein grund sich zu fürchten.
köstliche mehlspeisen und tlw. auch reine gemüsegerichte gibts aber trotzdem fast überall.

kopernicus
00
30.6.2011, 21:01
sie sind

aber sowas von gscheit, ein wirklich toller Vergleich!

terremoto
01
23.6.2011, 11:14

Du hast einfach, trotz ewigen Diskussionen mit Vegetariern, nicht verstanden, um was es geht...

Ich werde auch nicht versuchen, es dir zu erklären, macht einfach keinen Sinn. Du kannst nicht, oder Du willst nicht. Ist ja ok.

Aber warum postest Du dann ständig so einen Schwachsinn?

Warum sagst Du dir nicht einfach, Vegetarismus wird für mich immer unerklärlich bleiben, ich kann da nicht sinnvoll mitdiskutieren?

jumpingjack flash
20
23.6.2011, 12:03

ewig? wie lange posten sie schon mit mir?
wenn wer ein schnitzerl bestellt und sich dann fürchterlich aufregt dass da etwas gemüse dabei ist - würd ich das auch als gestörtes essverhalten interüprtieren - detto auch jemanden der wegen ein paar speckwürfel ausflippt bzw. nix mehr essen will.
ich plädiere einfach für etwas toleranz und verständnis - und gegen einen radikalen absolutismus der m.m. nach schädlich für die psyche der betroffenen und fürs menschliche zusammenleben ist. ich gehöre in manchen bereichen auch minderheiten an - nur bin ich nicht so vermessen dass sich nun die ganze welt auf mich einzustellen hat.

terremoto
01
23.6.2011, 16:29

Wo bleiben Toleranz und Verständnis dafür, dass Vegetarier kein Fleisch essen, auch keine Speckwürfel?

Konsequentes Leben muss nichts mit Radikalität oder Ähnlichem zu tun haben.

Für mich gilt: Ich mach was nicht, wenn ich mich nicht wohl dabei fühle. Das ist gut für meine Psyche.

jumpingjack flash
10
23.6.2011, 20:13

ich hab die taolerenz - ich plädiere nur dafür nix völlig starr und unbeweglich zu halten - das gibt immer probleme.
der vater der Nie mehr mit seinem kind redet, die frau die sich NIE mehr verlieben wird usw.
wenn im service einmal etwas passiert ist es doch nicht so schlimm. bei mir heben sie sich im chianrestaurant einmal geirrt statt hühnerfleisch nch sechuan art kam ein vegetarisches gericht (speise des buddisten oder so ähnlich) - ich habs trotzdem gegessen - mal was anderes, ungeplantes - auch schön - und geschadet hat es mir auch nicht.

terremoto
00
23.6.2011, 21:30

Wenn das falsche vegetarische Gericht gekommen wäre hätt ichs auf jeden Fall gegessen.
Und wenn bei mir Hühnerfleisch statt einem vegetarischen Gericht gekommen wäre, hätt ichs zurückgeschickt.
Als völlig beweglicher und spontaner Vegetarier, der offen für Ungeplantes oder Neues ist.

jumpingjack flash
10
24.6.2011, 22:42

ist aber nicht im sinne des tierschutzes - umsonst gestorben - aber wie sei meinen.

träger koffer
06
17.6.2011, 11:49
auf Anhieb fallen mir ein:

Vorarlberger Kässpätzle
Lustenauer Käsfladen
Krautfleckerln oder Krautstrudel
Kärnter Kasnudeln
Schlutzkrapfen
Letscho
Grenadiermarsch
Geröstete Knödeln mit Ei und Salat
Kaspressknödel
Kiachl (Bauernkrapfen) mit Kraut

Alles deftige ur-österreichische Gerichte!

Beliebig fortzusetzen!

Bitte nicht vergessen: unsere "klassische Küche" stammt aus Zeiten, da war Fleisch den "hohen Tagen" vorbehalten.

Eine Rückentwicklung unserer Ernährungsgewohnheiten in diese Richtung wäre aus vielen Gründen wünschenswert!

Eva Jordan2
 
00
29.9.2011, 10:51

vegetarisch ist in den meisten "normalen" Lokalen nur eine Umschreibung für Käse und Ei und Nudeln.
Gut zubereitete Gemüsegerichte sind sehr selten.

trollvottel
04
17.6.2011, 10:27

Die "heimische Küche" stammt größtensteils aus dem 19. Jahrhundert, als die Industrialisierung und Massenproduktion den allgemeinen Wohlstand dramatisch verbesserte. Davor war aufwändigere Kost, und Fleisch, einer kleinen Oberschicht vorbehalten.

"Achtzehn Mal Sterz dann ist die Woch'n aus", Landarbeiter und Knechte fraßen Getreidebrei, jeden Tag außer Sonntag. Gemüsesuppe [mit oder ohne Klacheln drin] mit Heidensterz; oder Türkensterz (Polenta) mit Sauermilch [mit oder ohne Grammeln drüber], das sind typische Gerichte ärmerer Österreicher.

Das, was als "traditionelle Küche" erhalten ist, ist die Sonntagskost -- die festlichen Rezepte für die ein oder zwei Mal pro Woche, wo man damals Fleisch aß!

basilikum wurzel
00
16.6.2011, 20:32
aber genau das

ist die traditionelle heimische küche: fleischlastig. gemüse wird unter speck versteckt, in rindsuppe ertränkt oder zu tode frittiert. das kann man nicht unbedingt den wirten anlasten. ich würd das vorhaben einfach lassen und küchen fremder länder aufsuchen.

jumpingjack flash
00
20.6.2011, 04:53

grade frittieren eist eine schmckhafte und köstliche zubereitugsart - in einer dünnen hülle wird schnell gegeart - saft, geruch ect. bleiben in der panier - geht auch mit gemüse - das fett ist zu 99% pflanzlich. herausbacken in schweineschmalz müssen sie in lokalen schon suchen.

trollvottel
01
17.6.2011, 10:29

Das ist IMO erst seit der Nachkriegszeit so extrem, ein guter Teil der Gastronomie der 50er bis 70er scheint ja vor allem eine Aiufarbeitung von Nachkriegs-Hunger-Traumata darzustellen.

Tipp: Hol dir die große Prato in der Überarbeitung von Christoph Wagner; das ist internationale, europäische, K&K-österreichische Küche; es sind auch viele fleischlose Rezepte dabei.

jumpingjack flash
00
20.6.2011, 04:57

erst heute wird dank einer sensationellen überversorgung an lebensmitteln möglich moden wie diäten, vegetarisch, exotische früchte, versorgung mit allem rund ums ganze jahr zu leben - gut so!

skipper2002
37
16.6.2011, 10:31
fleisch ist für viele krankheiten veranwortlich.

Blanca Hohn
136
16.6.2011, 16:29

Ja, eine davon heißt "Vegetarismus".

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 126
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.