Die Schweiz macht's vor

14. Juni 2011, 11:03
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Nach 20 Jahren legten die Schweizerinnen am 14. Juni wieder die Arbeit nieder: Sie fordern gerechten Lohn und weniger Arbeit für Frauen

Ihr Motto lautet: "Achtung. Fertig. Frauen los!": Am 14. Juni legen die Schweizer Frauen die Arbeit nieder und tragen ihre Forderungen nach Gleichstellung auf die Straßen. Die über 50 beteiligten Organisationen, Parteien und Gewerkschaften erwarten zum Frauenstreik- und Aktionstag rund 100.000 Demonstrantinnen und Demonstranten.

Beim heutigen Streiktag handelt es sich um ein geschichtsträchtiges Jubiläum. Bereits vor 20 Jahren streikten die Schweizer Frauen, weil sie von Regierung und Gesellschaft endlich Taten zur Gleichstellung sehen wollten. Über Alters- , Partei- und Kantongrenzen hinweg schlossen sich damals Arbeiterinnen, Mütter, Hausfrauen und Erwerbstätige zusammen, um Lohndiskriminierung aber auch den Skandal der unbezahlten Arbeit von Frauen anzuprangern. 

Weniger Arbeit für Frauen

Die Forderungen in der Gegenwart gleichen jenen vor 20 Jahren ziemlich genau: Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, die Umsetzung des Gleichstellungsgesetzes, familienverträgliche und kürzere Arbeitszeiten für Frauen und Männer, der Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen sowie ambulante Einrichtungen für Pflegebedürftige fordern die Veranstalterinnen heute.

Von beteiligten feministischen Gruppierungen wie "femök" kommt schließlich auch die explizite Forderung nach weniger Arbeit und mehr Zeit. in der Schweizer WOZ stellt Simone Isler fest: "Wir müssen den Blick wieder auf die nichtentlohnte Arbeit richten. Frauen arbeiten bereits mehr als genug. Es kann also nicht darum gehen, Strukturen zu schaffen, um Frauen eine Arbeit abzunehmen, nur damit sie eine andere aufnehmen können."

Anpfiff für faire Löhne um 14.06 Uhr

Für den heutigen Streiktag sind zahlreiche Aktionen und Kundgebungen in der gesamten Schweiz geplant. In Zürich werden z.B. Lohnrechner aufgestellt, in Basel gibt es unter dem Motto "Reclaim the Mall" Streikumzüge in Einkaufszentren, in Bern wird ein Frauenfest gefeiert und in Genf der Jet d'Eau violett eingefärbt. In Lugano wird schmutzige Wäsche aufgehängt. Punkt 14 Uhr 06 soll in der ganzen Schweiz ein lautes Pfeifkonzert, der "Anpfiff für faire Löhne", stattfinden. (red)

  • Das Plakat zur Kampagne des Schweizer Frauenstreiktages.
    foto: aktion 14.juni

    Das Plakat zur Kampagne des Schweizer Frauenstreiktages.

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