Wiener Studie

Herzstillstand beim Tennis: bessere Überlebenschance

14. Juni 2011, 10:49
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    foto: apa/epa/fotosports/roger parker

    Weil Anwesende am Tennisplatz schnell reagieren, überleben viele Sportler einen Herzstillstand

Überlebensrate bis zu 80 Prozent, ansonsten nur zehn Prozent - Studie an der MedUni Wien

Wien - Menschen, die auf dem Tennisplatz einen Herzstillstand erleiden, haben eine größere Chance zu überleben. Eine Untersuchung der MedUni Wien hat gezeigt, dass die Überlebensrate auf dem Court 80 Prozent hoch ist. Wenn sich so ein Zwischenfall woanders ereignet, liegt die Rate bei lediglich zehn Prozent, berichtete Studienleiter Peter Stratil.

Über die Gründe kann nur spekuliert werden: Die 80 Prozent dürften deshalb überlebt haben, da der Herzstillstand von Zeugen beobachtet wurde und sofort erste Reanimationsmaßnahmen gesetzt wurden beziehungsweise die Rettung verständigt worden ist. Die Chance, dass ein Arzt in der Nähe ist, ist größer.

Die Idee zur Studie hatte Stratil von der Universitätsklinik für Notfallmedizin der MedUni Wien, als er auf dem Tennisplatz einen Spieler, der mit plötzlichem Herstillstand zusammenbrach, erfolgreich reanimiert hat. Der Mediziner nahm die Erkenntnisse zum Anlass, gemeinsam mit einem Kollegen eine entsprechende Erhebung durchzuführen.

Rasche Hilfe - bessere Überlebenschancen

Stratil und sein Team hat in Folge jene Fälle untersucht, die zwischen 1993 und 2010 einen solchen Herzstillstand am Tennisplatz erlitten haben. Dabei untersuchte er insgesamt 27 Fälle, 96 Prozent von ihnen waren Männer, das Durchschnittsalter betrug 58 Jahre. Über die Hälfte (52 Prozent) der Betroffenen hatte kardiovaskuläre Risikofaktoren. In 17 Fällen (63 Prozent) wurde eine Herz-Lungen-Reanimation durchgeführt, mit der durchschnittlich nach einer Minute begonnen wurde. In drei Fällen wurde ein Defibrillator angewandt.

Stratil ist überzeugt: Rund 80 Prozent überlebten, weil ihnen rasch von Zeugen geholfen wurde. Der Mediziner sieht Handlungsbedarf: "Auch Personen mit erhöhtem Infarktrisiko haben gute Überlebenschancen, wenn sie sich in Gesellschaft befinden und Anwesende schnell reagieren können. Allerdings bedingt das zumindest grundlegende Kenntnisse der Reanimation, wie richtige Beatmung und Herzmassage."

Erste Hilfe

Besonders auf Sportplätzen sollte das Personal entsprechend geschult sein, idealerweise auch im Umgang mit einem Defibrillator. Dieses Gerät sollte inzwischen an Sportstätten ebenfalls Standard sein, zumindest dort, wo auch regelmäßig Menschen im Alter von 50 Jahren aufwärts Sport betreiben, meinte Stratil. "Unter diesen Voraussetzungen könnte der Tod durch Herzstillstand bei sportlichen Aktivitäten auf ein Minimum reduziert werden."

Von einem Herzstillstand sind nicht nur Personen betroffen, die eine bekannte koronare Herzkrankheit oder kardiale Risikofaktoren aufweisen, sondern auch sportlich aktive Menschen, die bis dahin keine bekannte Vorerkrankungen des Herzkreislaufsystems besitzen. "Es besteht eine paradoxe Beziehung zwischen sportlicher Betätigung und koronarer Herzkrankheit. Zum einen besitzt körperliche Aktivität einen hohen Stellenwert in der Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen, zum anderen beeinflusst exzessive körperliche Anstrengung die Hämodynamik der Koronargefäße und die Aktivierung der Thrombozyten, und wirkt damit als Auslöser akuter kardiovaskulärer Ereignisse", erklärte der Mediziner. Die Studie wird in der kommenden Ausgabe von "Resuscitation", dem offiziellen Journal des "European Resuscitation Council" erscheinen. (APA)

Kommentar posten
24 Postings
roaring eighties
10
15.6.2011, 13:07
bei 96% männern ist das bild natürlich eine ausgezeichnete wahl....

Hubertus der heilige Hirsch
00
15.6.2011, 10:48
Geil ist ja auch die Logik!

80% überleben am Tennisplatz sonst 10 - jetzt schulen wir am besten die Leute an Sportplätzen!

Sch... auf die Wale und rette Dich selbst!

Ich geh jetzt Tennisspielen.....

mulligan1
00
15.6.2011, 09:47
NOCH SICHERER:

man begibt sich rechtzeitig ins wartezimmer eines arztes.

Anton J. Helmreich
00
15.6.2011, 09:02
interessante studie

würde ja gerne tennisspielen, wenns mir nicht ständig die achillessehne zerreisen würde...
*sehrtraurigbin*

tramezzino
00
15.6.2011, 08:54
sehr interessant

für übergewichtige, ehemalige opernhaus direktoren...

Wer mir Rot gibt, ist ein Prolet
20
15.6.2011, 07:54

Nein nein, Herr Stratil, Sie können leider keine Aussagen über Sportplätze treffen, weil sie leider nur Tennisplätze untersucht haben. Da haben Sie es sich leider ein bisschen zu leicht gemacht mit Ihrer persönlichen Freizeitaktiviät.
Das nächste mal gehen Sie bitte ein bisschen professioneller an die Sache heran, dann dürfen Sie auch Aussagen über Sportplätze treffen und nicht nur über Tennisplätze.

Mit sowas kommt man in die Zeitung ...

xxx...yyy...
10
15.6.2011, 04:30
aber sollte das nicht auch für

alle sportarten gelten die professionell betrieben werden? denn bei all denen gibt es auch zeugen (oft weit mehr als beim tennis) und ärzte sind auch immer in unmittelbarer nähe der sportler.

eine sonderbare stuide (nicht die erste allerdings)

Top Quark
00
17.6.2011, 18:35

Es geht aber hier nicht um Profisportler!...

rudolf schladming
 
01
14.6.2011, 20:21

vielleicht auch deswegen weil menschen die noch tennis spielen können in einem besseren allgemeinzustand sind als das gross der herzinfarktpatienten das ja auch sehr alte menschen oder leute mit schwerem übergewicht mit einschliesst? zb waren lt. der statistik von 2008 ~10.000 der 13.000 todesfälle durch erkrankungen des herzkreislaufsystems menschen über 70. und die spielen zum grössten teil kaum mehr tennis.

RubberSoul
00
26.7.2011, 16:06

Die Studie behandelt HerzSTILLSTAND nicht HerzINFARKT.

fuchstritt
01
15.6.2011, 12:45

keineswegs ist das groß der infarktler übergewichtig, wir haben alles da, groß,klein,mittelalt, ganz alt, aber mehr mandln als weibln.viele sogar mager

rudolf schladming
 
00
16.6.2011, 01:21

das vielleicht nicht, aber sind die meisten davon fit für den tennisplatz? also zumindest lt. den zahlen die ich kenne sind die meisten (natürlich nicht alle) infarktpatienten ältere semester.

fuchstritt
00
14.6.2011, 20:13

und mit so einem verquirlten schmarrn kann man sich dann auch noch habilitieren

M. Stahr
01
14.6.2011, 18:35
Gutes Foto.

erich1963
00
15.6.2011, 07:43
Ein Prince-Schläger halt...;-)

mip
20
14.6.2011, 17:43
ärzte und statistik

Hm - auch wenn man keine Ahnung von Statistik hat, kann man die Aussagekraft dieser Studie allein schon an folgender Tatsache anzweifeln:
Bei 27 Fällen sind 96% männlich; ergo war eine Frau dabei.

Dass die zu kleine Stichprobe und Verteilung / Unabhängigkeit der Proben wahrscheinlich keine sinnvollen Schlüsse zulassen, sei nur am Rande erwähnt.

Wenn die Gründe für die Unterschiede zwischen Überleben auf dem Tennisplatz und in der normalen Wildnis bekannt sind, ist die Forschungsfrage auch nicht mehr gegeben.

Aber trotzdem Glückwunsch zur Publikation den Wissenschaftspunkten...

Hyperraumexpressroute
00
17.6.2011, 18:52

Ja, Sie haben keine Ahnung von Statistik...

Hubertus der heilige Hirsch
10
15.6.2011, 10:39
:-)

Die nächste Studie ist dann über Herzstillstand auf dem Sessellift (prognostizierte 10% - je nachdem wo auf dem "Weg" man ihn bekommt - kurz nach dem einsteigen ist klar sch....),
Herzstillstand beim Rolltreppenfahren > mit und ohne < festhalten,
Herzstillstand bei Kartoffelschälen,...
MANNNN könnte man da noch oft in die Zeitung kommen! ;-)

erich1963
05
14.6.2011, 14:09
Zieht man die Ärztedichte als Überlebensvorteil heran,..

...so dürfte die Chance, einen Herzinfarkt auf einem Golfplatz am Wochenende zu überleben, größer sein, als in so manchem Spital....;-)

krikri
03
15.6.2011, 00:41

bei gesundheitsthemen versuchen sich ja hier im forum hauptsächlich die ärztegegener und raucher an originalität zu übertreffen.

krikri
00
15.6.2011, 00:37

man muss es ja nicht so zynisch formulieren wie erich 1963 und damit die vielen am WE dienst leistenden ärzte nur des gags wegen anpatzen, aber vermutlich hat es tatsächlich damit was zu tun, dass viele ärzte eben tennis spielen.

erich1963
00
15.6.2011, 11:50
Das Smiley am Ende des Satzes..

..bedeutet nicht, dass es zynisch gemeint ist, sondern ironisch. Auf diesen Unterschied bestehe ich vehement! ;-)

fuchstritt
11
14.6.2011, 20:14

nana, am golfplatz hat man auch ganz gute chancen.besser als in der notaufnahme wo der arme turnusarzt entschieden muß ober sich eine rüffel holt wenn er den oberen anbimmelt

xxx...yyy...
00
15.6.2011, 04:37
logo...

weil der arzt am golfplatz auch wesentlich mehr diagnose- und therapiemöglichkeiten hat als im kh, gell?

das kommt davon wenn man so tolle serien schaut wie "dr. house" (wo der irre chefarzt tausend experimente + einbruch in die wohnung des patienten macht) oder "royal pains" (wo ein arzt in der privatvilla eine hirnblutung heilt)

alter fuchs ;-)

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