VP will die Kennedybrücke entwirren

13. Juni 2011, 18:51
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Verkehrsknotenpunkt sei schlecht gestaltet und gefährlich für Fußgänger

Wien - Eine U-Bahn-Linie, drei Bims, fünf Autobusse, täglich 70.000 Autos und dazu noch Radfahrer und Fußgänger: Die Kennedybrücke über den Wienfluss ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in der Wiener Westeinfahrt. Und sie ist bei weitem nicht optimal gestaltet, finden die politischen Vertreter der angrenzenden Bezirke Hietzing und Penzing. Sie haben in den Bezirksvertretungen jeweils einstimmige Beschlüsse gefasst, die eine Verkehrsentflechtung zum Ziel haben - sprich: Die Bus- und Straßenbahnlinien sollen anders geführt werden, um das Verkehrsgeschehen auf der Kennedybrücke zu entwirren.

Konkret sollen nach dem Wunsch der Bezirksvertreter die Straßenbahnlinie 10 bis Unter St. Veit geführt werden, der 60er dafür bis zum Westbahnhof. Den 58er könne man dann auflassen - und so ein Umkehrgleis einsparen. Zusätzlich solle die Kennedybrücke Anfangs- beziehungsweise Endhaltestelle für die Autobuslinie 51A werden.

Stadtrat: "Straße zu queren ist wie Harakiri"

Der nichtamtsführende VP-Stadtrat Wolfgang Gerstl, der selbst aus Penzing kommt, plädiert zudem für eine klarere Abgrenzung zwischen Fußgänger- und Radfahrerbereich sowie dem öffentlichen Verkehr: "Dort die Straße zu queren ist wie Harakiri. Ein Wunder, dass noch nichts passiert ist", sagte Gerstl zum Standard.

Doch die Stadtregierung machte bisher keine Anstalten, die Kennedybrücke umzuplanen. In einem Schreiben aus dem Büro von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) an die Bezirksvorsteherin von Penzing, Andrea Kalchbrenner (SP), ist etwa erklärt, warum die Errichtung einer Haltestelle für den 51A zu schwierig und verkehrstechnisch nicht sinnvoll wäre; außerdem, erfuhr der Standard im Büro Vassilakous, seien Öffi-Haltestellen Angelegenheit der Wiener Linien und damit von Finanzstadträtin Renate Brauner (SP).

Nutzung für Stationsgebäude

Neu errichtet wurde 2010 eine Radgarage mit 100 Stellplätzen, in der man sein Rad für einen Euro pro Tag parken kann; diese habe über 300.000 Euro gekostet und werde derzeit viel zu wenig genutzt, meint Stadtrat Gerstl. Ihm schweben noch einige andere Maßnahmen vor: Das Stationsgelände soll umgebaut werden, entstehen könnten darin ein Ärztecenter, ein Café und Geschäfte, zudem eine City-Bike- beziehungsweise E-Bike-Station.

Die einschneidendste Maßnahme in der Westausfahrt wäre aber deren teilweise Untertunnelung, die die VP ebenfalls fordert. Wie auch in der Stadteinfahrt soll das Stück zwischen Schlossallee und Einwanggasse (rund 500 Meter) untertunnelt werden, der Verkehr zwischen Penzing und Hietzing solle weiterhin oberirdisch fließen. Damit könnten nicht nur Staus vermieden werden, meint Gerstl: Auch Lärm und Luftqualität, die jeweils weit über den Grenzwerten liegen, könne man damit verbessern. (Andrea Heigl, DER STANDARD; Printausgabe, 14.6.2011)

  • In Penzing und Hietzing gibt es Allparteienbeschlüsse zur Verkehrsentflechtung rund um die Kennedybrücke.
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    In Penzing und Hietzing gibt es Allparteienbeschlüsse zur Verkehrsentflechtung rund um die Kennedybrücke.

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