Hisbollah und deren Verbündete stellen die meisten der 30 Minister
Beirut - Nach fünf Monaten hat der Libanon wieder eine Regierung.
Der von der radikalislamischen Hisbollah unterstützte Regierungschef Najib
Mikati stellte am Montag das neue Kabinett vor, in dem die Hisbollah und deren
Verbündete die meisten der 30 Minister stellen. "Wir werden uns sofort an die
Arbeit machen", sagte Mikati, der im Jänner nach dem Rückzug der Hisbollah aus
der Regierung seines Vorgänger Saad al-Hariri zum Regierungschef ernannt und mit
der Regierungsbildung beauftragt worden war.
Auslöser für die Krise waren Ermittlungen eines UN-Tribunals zur Ermordung
des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri, dem Vater von Saad
al-Hariri, im Jahr 2005. Es hatte zuletzt auch Mitglieder der Hisbollah ins
Visier genommen. Weil Hariri sich weigerte, die Zusammenarbeit mit dem Gericht
zu beenden, kündigte die bewaffnete schiitische Bewegung die Allianz mit Hariri
auf. Wenige Tage später wurde mit ihrer Unterstützung der sunnitische
Geschäftsmann Mikati mit der Regierungsbildung beauftragt. (APA)