Nach DDoS-Angriffen auf türkische Websites als Protest gegen geplante Internet-Filter
Nachdem die dezentral organisierte Aktivisten-Gruppe Anonymous vergangene Woche mehrere Websites in der Türkei attackiert hatte, wurden am Sonntag 32 Personen festgenommen. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf die staatliche Anatolia Nachrichtenagentur.
DDoS-Attacken
Hinter den Angriffen stehen Proteste gegen die geplanten Internet-Filter der Telekommunikationsbehörde (TIB), die am 22. August in Kraft treten sollen. Neben der Website der TIB, die auch am Montag noch nicht erreichbar war, wurden einige Seiten der türkischen Regierung Ziel der DDoS-Angriffen. Für derartige Angriffe kommt oft das im Web frei verfügbare Tool LOIC zum Einsatz.
NATO gegen Anonymous
Erst am Freitag wurden in Spanien drei mutmaßliche Hacker gefasst, bei denen es sich um "führende Mitglieder" von Anonymous handeln soll (der WebStandard berichtete). Ihnen wird vorgeworfen Internet-Auftritte der Regierungen von Ägypten, Algerien, Libyen, Iran, Chile, Kolumbien und Neuseeland attackiert zu haben. Mittlerweile ist auch die NATO auf Anonymous aufmerksam geworden, in einem Bericht heißt es, dass man die Gruppe "infiltrieren" wolle. Dabei ist Anonymous nach allgemeiner Definition allerdings keine geschlossen agierende Gruppe und besitzt auch keine Führungsmitglieder. (br)