Promotion - entgeltliche Einschaltung

    Die Wiener Tafel verteilt nachhaltig um

    15. Juni 2011, 09:20
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    Eine der größten Herausforderungen, mit denen sich Martin Haiderer, Gründer und Obmann der Wiener Tafel, täglich auseinandersetzen muss, betrifft die Logistik

    Seit bereits zwölf Jahren leitet Martin Haiderer die Geschicke der Wiener Tafel. Gemeinsam mit acht angestellten Teilzeitkräften und geringfügig Beschäftigten sowie den rund 220 Freiwilligen unterstützt der hauptberufliche Sozialarbeiter heute mehr als 9000 Bedürftige in rund 80 sozialen Einrichtungen. Im Grunde besteht die Aufgabe der Wiener Tafel darin, mehrere Tonnen Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können, von den Geschäften abzuholen und ohne Zwischenlagerung zu den Sozialeinrichtungen zu bringen, die diese Güter dann verteilen.

    „Ich habe auf der einen Seite die Not der armutsbetroffenen Menschen gesehen, während auf der anderen Seite Überfluss herrscht. Ich habe den Ruf gespürt, etwas dagegen zu tun, dass ein Viertel aller Lebensmittel vernichtet wird, während so viele Menschen hungern müssen", erzählt Martin Haiderer seinen Initiationspunkt. „Die ersten Jahre waren sehr steinig, weil niemand die Wiener Tafel kannte. Die Firmen wusste nicht, warum sie da mitmachen sollten, sie hatten ja nichts davon, anfangs fehlt ja sogar die Werbewirkung. Mittlerweile hat aber bei vielen Unternehmen ein Umdenken stattgefunden. Durch die Wiener Tafel sparen sie Energie- und Entsorgungskosten, sie wissen, dass es schade um ihre wertvollen Produkte ist, wenn sie sie wegwerfen, und zudem ist ihr Engagement gut für ihren Außenauftritt."

    Ein zweites Leben für den Osterhasen

    Es sind vorwiegend kurzlebige Lebensmittel wie Brot oder Milchprodukte, die von den Freiwilligen der Wiener Tafel von den Geschäften geholt und zu den Sozialeinrichtungen gebracht werden. „Wir haben derzeit vier Fahrzeuge", sagt Martin Haiderer, „mit denen wir jeden Tag rund drei Tonnen an Lebensmitteln umsetzen – Produkte, die in Ordnung sind, aber nicht mehr verkauft werden können wie Osterhasen nach Ostern, Promotionpackungen, Ladenhüter oder Produkte mit kleinen Verpackungsfehlern. Mit jedem Wagen sind zwei bis drei Mitarbeiter unterwegs, wir beschäftigen aber auch Freiwillige in den Stabsstellen, geben ihnen organisationserhaltende Tätigkeiten, setzen sie für die Gewinnung von Spenden, zum Halten von Vorträgen und in der Logistik ein." Zudem unternimmt die Wiener Tafel die Aufgabe, Langzeitarbeitslose wieder ins Berufsleben zu integrieren.

    „Spannenderweise ist es so, dass zwei Drittel aller Ehrenamtlichen berufstätig sind. Arbeitsmarktfremde Personen engagieren sich eher nicht. Menschen, die Arbeit haben, tun sich leichter, weil sie es gewohnt sind, Termine einzuhalten, pünktlich zu sein, und effizient zu arbeiten", erklärt Martin Haiderer. Die Wiener Tafel versucht, Langzeitarbeitslose wieder langsam in diesen Prozess zu integrieren und stellt sie mitunter auch an, obwohl der Aufwand dafür groß ist, da das AMS natürlich nur einen geringen Teil der anfallenden Kosten übernimmt. „Darum brauchen wir Spenden und mehr Freiwillige", erklärt Martin Haiderer, um die selbstgestellte Aufgabe ausführen zu können. „Der Lohn der Freiwilligen ist das Gefühl, jeden Tag eine Art Weihnachtsmann zu sein, der Kindern, Flüchtlingen und Obdachlosen hilft. Die Begeisterung unserer Freiwilligen geht dabei so weit, dass sie sich sogar Urlaub nehmen, um ihren Job bei der Wiener Tafel machen zu können."

    Die Wiener Tafel – ein Logistikunternehmen

    Eine der größten Herausforderungen für die Wiener Tafel besteht natürlich in der Bewältigung der Logistik. „Wir arbeiten derzeit in einer Kooperation mit IBM, die drei Säulen erfasst: Zum einen werden IBM-Mitarbeiter freigestellt, um Aufgaben in der IT, Verwaltung und dem Lieferwesen für uns übernehmen zu können – die Mitarbeiter suchen sich das entsprechend ihrer Fähigkeiten oder Interessen aus. Die zweite Säule betrifft eine Kernkompetenz von IBM, die Logistik. Dafür planen wir mit IBM eine Software, mit der wir Logistikströme optimieren und noch effizienter mit den Spendengeldern umgehen können. Die dritte Säule geht die Umwelt an. IBM unterstützt uns, den Fuhrpark auf Elektrofahrzeuge umzustellen, und stellt uns einen Transporter mit Elektroantrieb."

    Martin Haiderer hofft, dass der Gedanke der Nachhaltigkeit nun auch endlich bei anderen Unternehmen Einzug hält: „Ich würde mir wünschen, dass sozial und ökologisch nachhaltiges Wirtschaften so wichtig wird wie der Umsatz. Denn die Ressourcen gehen zur Neige, und es ist ein Gebot der Stunde auf Alternative Techniken zu setzen. Die Zivilgesellschaft und die Wirtschaft müssen näher zusammenrücken."

    Information:

    Wiener Tafel

    IBM

    • Martin Haiderer ist Gründer und Obmann der Wiener Tafel. Vor zwölf Jahren stand er vor dem Problem, dass niemand die Wiener Tafel kannte. Heute liegen die Herausforderungen darin, die Logistik hinter dem Unternehmen möglichst effizient zu halten.
      foto: günther peroutka/wb

      Martin Haiderer ist Gründer und Obmann der Wiener Tafel. Vor zwölf Jahren stand er vor dem Problem, dass niemand die Wiener Tafel kannte. Heute liegen die Herausforderungen darin, die Logistik hinter dem Unternehmen möglichst effizient zu halten.

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