Sitzenbleiben: Grüne fordern generelle Aufstiegsklausel

13. Juni 2011, 09:34
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Bildungssprecher: "Ein ganzes Jahr lang wiederzukäuen, ist leistungsfeindlich, demotivierend und teuer"

Eine Aufstiegsklausel für alle Schüler mit nur einem Fünfer fordert Harald Walser, der Bildungssprecher der Grünen. "Wegen einer Schwäche in einem einzigen Fach alle anderen, positiv abgeschlossenen Fächer ein ganzes Jahr lang wiederzukäuen, ist leistungsfeindlich, demotivierend und darüber hinaus teuer", meint Walser.

Er kritisiert vor allem die Unterschiede zwischen einigen Schulen: "An einigen Schulen steigen fast alle Betroffenen auf, an anderen fast keine. Das ist ungerecht und sachlich nicht zu rechtfertigen." Der Erfolg würde der Grünen Forderung Recht geben, hieß es: Vier von fünf Schüler mit gewährter Aufstiegsklausel schaffen im nächsten Jahr das Klassenziel, sagt Walser.

Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hat bereits angekündigt, das Sitzenbleiben weitgehend abschaffen zu wollen. Sie will zudem in der Oberstufe ein Modulsystem einfüher, bei dem Schüler nur mehr jene Fächer wiederholen müssen, in denen sie die nötigen Leistungen nicht erbracht haben. 

Unterstützung von Initiator des Bildungsvolksbegehrens

Bernd Schilcher, einer der Initiatoren des Bildungsvolksbegehrens von Hannes Androsch, unterstützt in einer Aussendung den Vorschlag Walsers. Schilcher appeliert an Lehrer und Direktoren: "Setzen Sie ein Zeichen für eine moderne Pädagogik und gegen den bildungspoltischen Stillstand der Regierung. Wenn sie die Aufstiegsklausel großzügig anwenden, ersparen sie Schülerinnen und Eltern viel Frust, Stress in den Ferien und nehmen Druck aus dem System, das ohnedies schon LehrerInnen und SchülerInnen krank macht." (red, derStandard.at, 13.6.2011)

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    Wer nur einen Fünfer hat, soll immer aufsteigen können, fordern die Grünen.

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