Türkei nach der Wahl

EU drängt Erdogan zu Reformen

14. Juni 2011, 12:10
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Wahlsieg ohne Zweidrittelmehrheit für Premier - AKP für neue Verfassung auf Opposition angewiesen

Ankara/Brüssel - Nach dem dritten Sieg in Folge bei Parlamentswahlen in der Türkei erwartet die EU neue Reformanstrengungen von Regierungschef Tayyip Erdogan und seiner konservativ-muslimischen AKP. Das machten EU-Kommissionspräsident José Barroso und Ratspräsident Herman Van Rompuy klar, die Erdogan gratulierten. Dazu gehöre die Arbeit an einer neuen Verfassung.

Die AKP, die seit 2002 an der Macht ist, verbesserte ihren Stimmenanteil auf 49,9 Prozent, verpasste aber die Zweidrittelmehrheit. Auf der Liste des Kurden-Bündnisses zieht mit dem Anwalt Erol Dora wieder ein Christ in das Parlament ein.

*****

Er spricht schon eine halbe Stunde, schwingt die rechte Faust über den Köpfen der Menge, die vor dem Betonpalast der Partei feiert, da rutscht das Wahlergebnis in den Hochrechnungen unter die 50-Prozent-Marke. Tayyip Erdogan weiß das nicht, aber er hat die Botschaft der Türken verstanden. Es ist ein großer, ein historischer dritter Sieg seiner konservativen und gemäßigt islamischen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung. Aber es ist nicht der Durchmarsch zur Macht, das Mandat zur schnellen Einführung eines Präsidialsystems, das seine Gegner und das Ausland befürchteten. Die Zweidrittelmehrheit im Parlament ist weit verfehlt.

Auf dem breiten Balkon über dem Eingang zum Parteigebäude der AKP in Ankara hat Erdogan seine Frau Emine und die Minister aufgereiht. Halb elf am Abend ist es, die Stimmen der 50 Millionen Türken sind fast ausgezählt. "Unser Volk hat uns gebeten, eine neue Verfassung zu machen. Und es hat uns die Botschaft gegeben, diese Verfassung auf dem Weg des Konsens und der Verhandlungen auszuarbeiten", ruft der türkische Regierungschef in die Nacht hinaus. "Die Türkei ist stolz auf dich!", schallt es zurück aus der Menge, hinauf auf den Balkon.

Europa hat also wenigstens vier Jahre, wahrscheinlich eher noch ein Jahrzehnt mit dem starken Mann vom Bosporus zu tun. Denn Erdogan, jetzt 57, wird seine letzte Amtsperiode als Premierminister nicht ausschöpfen, sondern allen Erwartungen nach Cankaya ansteuern, den Sitz des Präsidenten in Ankara.

Ob Erdogan allerdings auch mit einer neuen starken Präsidialverfassung in dieses Amt einzieht, ist nach der Wahl vom Sonntag ungewiss geworden. Die säkulare CHP von Kemal Kiliçdaroglu und die Kurden im Parlament sind keinesfalls für einen solchen Verfassungswechsel zu haben. Sie würden aber eine neue demokratische Verfassung unterstützen, wie sie auch von der EUim Zusammenhang mit den Beitrittsverhandlungen gewünscht wird. "Ich werde an Kemals Tür klopfen", versprach Erdogan in der Wahlnacht.

Wahlkreise neu gewichtet

Das Ergebnis der Parlamentswahlen scheint paradox, erklärt sich aber durch das Wahlrecht, bei dem Stimmen für Parteien, die an der Zehnprozenthürde scheiterten, im Verhältnis auf die Gewinner aufgeteilt werden. Dazu sind dieses Mal auch die Wahlkreise neu gewichtet worden: Großstädte haben mehr Abgeordnete bekommen, die konservativen Provinzen haben etwas von ihrer Übermacht eingebüßt.

Am Ende sind es 49,9 Prozent für Erdogans AKP geworden, noch einmal fünf Millionen Wähler mehr als bei den Parlamentswahlen 2007. Für Ümit Cizre, Professorin für Politikwissenschaften an der Istanbul-ªehir-Universität, ist dieser Zuwachs die eigentliche Überraschung der Wahlen. "Nirgendwo in der freien Welt kann eine Partei, die seit acht Jahren an der Macht ist und zwei Wahlen gewonnen hat, der Abnutzung und der Ermüdung durch die Regierungsarbeit widerstehen. Das gibt es einfach nicht. Meine Erklärung ist: Diese Partei war nie wirklich an der Macht, sie hat nie wirklich die Last des Regierens erfahren."

Erdogans AKP habe ständig gegen die Justiz kämpfen müssen, sagt Cizre mit Verweis auf das Parteiverbotsverfahren von 2008. "An jeder Ecke" sei die AKP von der Oppositionspartei CHP blockiert worden, die immer das Verfassungsgericht anrief:"Jetzt wollten die Menschen der AKP eine richtige Chance zum Regieren geben." (Markus Bernath aus Istanbul/DER STANDARD, Printausgabe, 14.6.2011)

Kommentar posten
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Tuncay
01
24.6.2011, 21:08

Die EU fordert ohne Ende.
Die EU kann der Türkei den Bock aufblasen,so schauts aus im Schneckenhaus.

Turkinger
55
15.6.2011, 08:52
haha sorry aber ich muss es los werden...

Ich beobachte Standart schon seit längerem vor allem die Türkei Themen was mir dabei immer auffällt das man immer was zu aussetzen hat bsp: WIe wagt die Türkei nur eine Minderheit von 25 Millionen Kurden zu unterdrücken lol dabei schafft die BDP grad mal 2 millionen wähler lächerlich ha da kann doch was nicht stimmen:) oder zb akzeptiert den genozid an die Armenier, ähm wieso tun es nicht die Franzosen oder wieso drängt keiner danach das sie es tun sollen? Oder Thema Griechenland jaja ich weiß türkei hat millardenhilfen bekommen die sie mit nem hochen Zinssatz auch zurückzahlen mußten was die Griechen nie tun werden haha.... ja wie böse doch die türkei ist immer zu erst an der eigenen nase packen bevor man auf andere zeigt mfg Turkinger

Hejaro Kardox
40
21.6.2011, 12:12
Haha

Magst Du Erdogan auf die EU aufhetzen oder was für Absichten stecken hinter Deinem Kommentar?

Es leben 20-25 Millionen Kurden in der Türkei.

Es hat einen Völkermord gegeben durch den Türken, gegen Armeniern und gegen Kurden.

Die Christen wurden fast ausgerotet.

Und Erdogan geht schlimmer um mit Kurden wie Faschist Kenan Evren.

Anstatt die Situation in diesem Land zu ändern, unterstützt ihr jede Regierungsform und macht ihr den Kurden Vorwürfe.

Reynold
15
21.6.2011, 15:19

1. es waren nicht die Türken die die Armenier umgebracht hatten und vertrieben hatten sondern kurd. Feudalherren, d.h. Kurden.

2. 20- 25 Mio Kurden in der Türkei => und 90 % dieser Kurden haben die AKP gewählt!!

3. Christen ausgerotet? wann und wo!

Anstatt Lügen über die Türkei zu verbreiten und dir selbst dabei schlechtes zu tun versuchen sie lieber ein Mensch zu werden!

integriert und ausgekotzt
11
22.6.2011, 10:43
ein unabhängiger christ ist ins parlament gewählt worden-

von wem?
von den ausgerotteten?
denke nach?

integriert und ausgekotzt
03
22.6.2011, 10:31
er ist sicher kein kurde

er ist anhänger der pkk, da sind auch nicht nur kurden.
ich mein, wenn ers wäre, dann würde er doch die kurdische bevölkerung unterstützen.
solche leute wie er werden bei uns im dorf nicht als kurde akzeptiert.
solche leute haben uns nur scheaden, terror, krieg, wirtschaftlichen nachhang zubereitet und sonst nichts.
nichts produktives

Smy
02
18.6.2011, 18:14

Journalismus ! mit diesen Themen punktet man in Österreich :P

Turkinger
01
15.6.2011, 14:06
haha

Sorry herr hejaro an was glauben sie denn? Schauen wir uns das Bild von Irak an von Syrien von Lybien, DIe Westlichen Mächte unterstützen ein Volk so lange bis sie ihr Ziel erreicht haben prägen sie sich gut ein was ich schreibe! Folgendes Szenario:Die Türkei wird geteil dort bilden sich neue Staaten Groß Armenien, Kurdistan bla bla blubb.. Denken sie nicht das ihnen das gleiche wiederfährt wie heute der Türkei dem Irak lybien Iran Syrien Pakistan? Sind sie wirklich so naiv? Was denken sie bitte was sie in den Augen der Westlichen Mächte sind? Nur ne Marionette. Ein Türke oder Araber oder Kurde alle sind für die gleich.... um ihren kindern ne sichere Zukunft zu bieten, bitte ich sie mehr mit den kopf zu handeln und denken.... Mfg Turkinger

Hejaro Kardox
40
21.6.2011, 12:16

Erst wenn Sie mit Kopf handeln, würde ich auch.
Seit 1915 sterben die Menschen in diesem Land und ihr schaut zu.
Seid Ihr alle Feiglinge oder warum schweigt ihr und sterben die Menschen weiter.
Die Türkei hat übrigens mit Iran, Irak und Syrien Hand in Hand gegen Kurden und Christen gearbeitet.
Was Sagen Sie dazu?

Reynold
04
21.6.2011, 15:15
Die Türkei war Jahrzehnte lang mit Iran, Irak und Syrien verfeindet... die Beziehungen sind seit ein paar jahren normalisiert worden.

Wie kann es sein dass Sie so viel lügen hier verbreiten wollen.
In den 90er Jahren wären in Syrien beinahe türkische Panzer reinmaschiert weil die den Terroristen Öcalan einen Unterschlupf angeboten hatten!

Sahin's Zahnlücke
04
21.6.2011, 23:03

Übrigens hat die Türkei die Kurden aus dem Irak vor Saddam gerettet und rettet momentan Kurden aus Syrien vor Assad.

Was sagen Sie dazu?

Sahin's Zahnlücke
00
22.6.2011, 20:52
Sorry Reynold

Posting war für hijaro gedacht.

J. Scheu
21
14.6.2011, 20:29
Mit 50% der Stimmen

fast eine 2/3 Mehrheit an Mandaten - wenn das keine Demokratie ist!

Interrupt
00
15.6.2011, 16:50
winner takes all variante

die USA können es sogar besser: trotz stimmenmehrheit presidentenwahl durch wahlmänner verlieren.

IamLegend
03
14.6.2011, 18:35
kraftausdrücke,wie..

"drängen","erwartet" oder "fordert" sind für diese türkei irrelevant.kein land dieser welt lässt sich etwas aufzwingen,darüber nachdenken.
eine völlig destruktive und naive art an irgendwelche "ziele" heranzukommen.aber ich denke,es ist eh schon zu spät..für viele "ziele".sie ist schon entglitten..und wird es umso mehr,solange die zypern-frage ungelöst ist (eine lösung gut für EINE seite existiert NICHT).nein,drängen,fordern und erwarten..das zieht nicht mehr.es gibt nur noch eines..über die bosporus brücke oder bosporus brücke ZU.die EU sollte sich selbst gedanken machen,was sie nun will - diese "neue" türkei würde gerne..aber letztenendes kann es ihr "so lang wie breit" sein.wo sie sich einordnet...

Hejaro Kardox
71
14.6.2011, 16:53
Dia AKP soll die Bemate in der Türkei gedroht haben

Und gesagt heban, wenn ich mich nicht wählt, werde ich euch alle entlassen.

Die Bemate in der Türkei sind, Lehrern, Polizei und die bei den Behörden arbeiten.

In Südosten der Türkei sollen die Polizei und Militärs wieder die bevölkerung eingeschüchtert haben, um die AKP zu wählen.

mel
22
14.6.2011, 23:52

LOL

Tuncay
22
14.6.2011, 21:29

Ich hab gehört dass Elvis in Wirklichkeit noch lebt.

Hejaro Kardox
40
15.6.2011, 12:29

Ich weiss es, dass ihr Nationalisten, Islamisten an nichts mehr glaubt, ausser den Gott und Imam Erdogan.

Alles andere is primär oder irreregulär
25
14.6.2011, 21:01
Und wer behauptet das?

Der Terrorchef Abdullah Osama bin Öcalan höchst persönlich? Hat er das aus seiner Zelle beobachtet?

Hejaro Kardox
30
15.6.2011, 12:27

Türken behaupten es, die Beamte sind und sogar aus der Türkei.

Ihr Nationalisten habt leider keine Glaube. Das ist uns bekannt.

Alles andere is primär oder irreregulär
02
15.6.2011, 15:09
"Ihr Nationalisten" ?

Wer sagt das ich Nationalist bin? Wenn sie die Ablehnung von Terrorismus als Nationalismus bezeichnen, wissen sie nicht was Nationalismus bedeutet.

integriert und ausgekotzt
01
22.6.2011, 10:56

grad terroristen sind oft nationalisten

Interrupt
10
14.6.2011, 20:47
übrigens: gut, dass du erklärst was "bemate" sind

deiner definition nach würde ich fast meinen, dass die deutsche übersetzung BEAMTE, oder neu-deutsch BEAMTINNEN, ist.
wiki meint zu BEAMTE: "eine dienstrechtliche Stellung eines Staatsbediensteten". dürfte doch dein wort sein, oder nicht?

Hejaro Kardox
11
15.6.2011, 12:31

Ich meinte doch Beamten. Ich habe mich nur verschrieben und bedanke mich bei dir für deine Kurrektur.

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