Audi triumphiert bei chaotischen 24 Stunden

12. Juni 2011, 15:32
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    foto: reuters/duvignau

    Audi hatte zum zehnten Mal den längeren Atem.

Andre Lotterer bringt die Führung von Audi nach den Unfällen von McNish und Rockenfeller über die Ziellinie - Wurz nach Ausritt auf dem vierten Platz

Le Mans - Nach einer emotionalen Achterbahnfahrt mit zwei Horrorunfällen hat der Deutsche Andre Lotterer dem deutschen Autobauer Audi den zehnten Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans seit 2000 beschert. Unbeeindruckt von den schweren Crashes seiner Teamkollegen Allan McNish und Mike Rockenfeller verteidigte der 29-Jährige mit dem letzten im Rennen verbliebenen R18 TDI die Führung in einem packenden Finale vor vier Peugeots 908 erfolgreich. Alexander Wurz vergab die Chance auf seinen dritten Sieg durch einen Ausritt und wurde Vierter.

Nach insgesamt 354 Runden auf dem 13,629 Kilometer langen Circuit de la Sarthe hatten Lotterer, Benoit Treluyer (FRA) und Marcel Fässler (SUI) 13,854 Sekunden Vorsprung auf Simon Pagenaud, Sebastien Bourdais und Pedro Lamy.

Der Niederösterreicher Wurz vergab durch einen Ausritt gut fünf Stunden vor Schluss die Chance auf seinen dritten Sieg nach 1996 und 2009. Durch die Reparatur des Peugeot 908 büßte man vier Runden ein, gemeinsam mit Anthony Davidson und Marc Gene (GBR/ESP) blieb nur der vierte Platz, zwei Runden hinter dem Markenkollegen Nicolas Minassian.

"Mir ist das Talent ausgegangen"

Kurz vor zehn Uhr am Sonntagvormittag kam Wurz von der Strecke ab. "Ich habe hart gepusht, war 50 Zentimeter von der Linie weg, dann ist mir das Talent ausgegangen", sagte der 37-Jährige und suchte nicht nach Ausflüchten. Beim Anprall wurde die rechte Vorderseite beschädigt, der frühere Formel-1-Pilot rettete sich in die Box, die Chance auf den Sieg war aber dahin.

"Das war mein erster Fahrfehler seit 2008", erklärte Wurz. "So ist das Leben, jetzt können wir nur noch zuschauen, wie die anderen um den Sieg fahren." Die schweren Unfälle der Spitzenteams verliefen zum Glück glimpflich. Nachdem bei McNish bereits früh Entwarnung gegeben worden war, durfte Rockenfeller das Krankenhaus in Le Mans am Sonntagvormittag wieder verlassen. Beide zogen sich keine schwereren Verletzungen zu, was angesichts der Bilder wie ein Wunder wirkte. "Noch vor einigen Jahren hätte ich jetzt nicht hier sitzen und mit ihnen sprechen können", sagte McNish am Sonntag bei einer Pressekonferenz und dankte den Audi-Ingenieuren, die für eine sichere Fahrerzelle gesorgt hatten.

McNish knapp am Deja-Vu vorbei

Der zweimalige Le-Mans-Sieger McNish war nach einer Kollision in die Reifenstapel eingeschlagen, Teile seines Autos schleuderten unmittelbar vor den Zuschauern durch die Luft. Fotografen und Streckenposten warfen sich auf den Boden. Nur um Haaresbreite entging Le Mans, wo auf den Tag genau vor 56 Jahren beim bisher schlimmsten Unglück im Motorsport über 80 Zuschauer und ein Fahrer ums Leben gekommen waren, einer Katastrophe.

"Da hast du keine Gefühle. Du weißt im ersten Moment nicht mal, dass es ein Unfall ist. Du wartest nur, dass es endlich aufhört", sagte McNish über seinen böse aussehenden Crash. Als man ihn gefragt habe, ob er okay sei, habe er ein paar Scherze gemacht. "Da wusste ich noch nicht, wie das Auto aussah", meinte der 41-jährige Schotte zu dem Trümmerhaufen, der von seinem Wagen übrig geblieben war.

Kaum war der erste Schock einigermaßen überstanden, erwischte es kurz vor Mitternacht in der 117. Runde Rockenfeller. Bei einem Überholmanöver mit über 300 Stundenkilometern in der Indianapolis-Passage berührte er wie schon McNish bei seinem Crash einen vor ihm fahrenden Ferrari der langsameren GT-Klasse. Der Audi des DTM-Piloten krachte in die Leitplanken, wieder schwirrten Teile des Autos wie Geschosse durch die Luft. Übrig blieb in der Nacht von Le Mans ein völlig zerstörtes Auto.

Auch Rockenfeller im Glück

Nach bangen Minuten gaben die Veranstalter erste Entwarnung: Rockenfeller schaffte es aus eigener Kraft aus dem zerstörten Audi. Dass man sich in Ingolstadt für ein geschlossenes Cockpit entschieden hatte, nachdem die Prototypen der vergangenen Jahre immer als Cabrio dahergekommen waren, hat die beiden verunglückten Piloten möglicherweise vor Schlimmerem bewahrt.

Von einem Unfall betroffen war auch der Porsche von Horst Felbermayr jun. Nach einer Kollision mit einer Corvette, musste der Oberösterreicher in ein Spital transportiert werden.

Der ehemalige Vorarlberger Formel-1-Pilot Christian Klien (Aston Martin) schied aus, Dominik Kraihamer musste nach einem Unfall mit einem Oreca (LMP2-Klasse) aufgeben. Richard Lietz klassierte sich mit einem Porsche 911 RSR des Felbermayr-Teams in der GTEPro-Klasse an der vierten Stelle. (APA/dpa)

79. Auflage der 24 Stunden von Le Mans, Endstand nach 355 Runden (4838,295 km):

1. Marcel Fässler/André Lotterer/Benoît Tréluyer (Schweiz/Duisburg/Frankreich) Audi R18 TDI, 2. Sébastian Bourdais/Simon Pagenaud/Pedro Lamy (Frankreich/Frankreich/Portugal) Peugeot 908 13,854 Sekunden zurück, 2 Runden zurück: 3. Franck Montagny/Stephané Sarrazin/Nicolas Minassian (alle Frankreich), 4 Runden zurück: 4. Alexander Wurz/Marc Gené/Anthony Davidson (Österreich/Spanien/Großbritannien), 16 Runden zurück: 5. Nicolas Lapierre/Loic Duval/Olivier Panis (alle Frankreich) Peugeot 908 HDI-FAP, 17 Runden zurück: 6. Neel Jani/Nicolas Prost/Jeroem Bleekemolen (Schweiz/Frankreich/Niederlande)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 101
1 2 3
--Prof.Dr.Dr.Mag. Kurt Olah--
00
14.6.2011, 14:45
Die Audi´s

sind einfach gegangen wie die Sau und die Peugeot´s konnten das Tempo nicht ganz mithalten. Wären die 2 Crashes nicht gewesen wärs ein glatter 3er Sieg für Audi geworden.

MASCH49
 
01
13.6.2011, 16:01
HEUTE ...

sollte die Formel schon den Gegebenheiten
der Zeit besser angepasst sein. z.B.: Bei
gleicher Rundenzahl siegt der im Verbrauch
bescheidenere. z.B.: jedes Team hat xxx
Liter Sprit zur Verfügung und schaut wie
weit es damit in 24 Stunden kommt. usw.,
usw.,

Und an E_Rybin: just get lost !

living reef
00
13.6.2011, 09:52
zwei horrorcrashs

nie war fendrichs lied "es lebe der sport" aktueller....

E_Rybin
153
12.6.2011, 23:38
4838 sinnlose km... zur befriedigung der gelüste von ein paar vollkoffer am steuer, im publikum oder hier im forum...

uni versalis
02
13.6.2011, 10:23
aha

und in ihrem posting ist jetzt wo genau die große leistung und es ist inwiefern sinnvoll?

Der Tod als Ziel
10
13.6.2011, 15:16
Hmmm.....

Zumindest sollte man diesen (sinnlosen??) Ressourcen Verbrauch KRITISCH hinterfragen dürfen.

Gerade bei einem sympathisch-grünen Unternehmen wie PSA - Peugeot/Citroen (Stichwort Peugeot-Regenwaldprojekt) erkenne ich da gewisse Widersprüche.

Ehrlicher
20
13.6.2011, 20:02

eben nicht, es ist ja oft so das der Motorsport Vorreiter für bessere Technik und auch bessere Verbrauchswerte ist...

--Prof.Dr.Dr.Mag. Kurt Olah--
00
14.6.2011, 14:55
Motorsport ist einfach nur Test und Feldforschung

zumindest bei den meisten Werksteams.
Jedes Auto-Unternehmen das sich besonders Umweltschonend präsentiert ist ja schon ein Widerspruch in sich (solange es keine 100KW-Solarautos gibt) und nur für die "Null-Ahnung-von-Technik-aber-Auto fahren"-Menschen gemacht.
Ohne Motorsport würde es keine Gurte, ABS, ESP, Einspritzsysteme, coole Spoiler, etc. geben weil man eben sonst diese komplexen Systeme nicht ausreichend Testen kann um sie für die Serienfertigung zu nutzen.

MrGreen
00
14.6.2011, 17:48

esp?

--Prof.Dr.Dr.Mag. Kurt Olah--
00
15.6.2011, 07:37
sicher

oder was glauben Sie wurde in der Zeit der Traktionskontrolle in der F1 entwickelt?

MrGreen
07
13.6.2011, 08:00

der anreiseverkehr zu jedem fußballspiel braucht deutlich mehr als die rennwagen für die gesamten 24 stunden.

luxustier
00
13.6.2011, 20:04

zu le mans fahren aber auch ein paar zuschauer, vergessen?

Weh mir
51
13.6.2011, 07:09
sinnlose Umweltbelastung

uni versalis
03
13.6.2011, 10:25
îhr posting aber dann auch.

PuntiGamerAUT
12
13.6.2011, 00:55

Oje oje... wo sind Ihre Tabletten? :-/

Weh mir
20
13.6.2011, 07:10
sie bestätigen ihren vorposter

WAKU
01
13.6.2011, 13:09
Muß weh tun...

...dass Andere anders denken.

travelmike
40
12.6.2011, 21:42
Unfaßbar diese Peugeot Piloten:

Die Wappler sind in 16 Stunden nicht in der Lage, den einzigen Audi von der Strecke zu schmeissen.

nintendere
 
00
12.6.2011, 21:20
Warum...

...sieht der Mann auf dem Bild so groß aus wie das Auto?

es galt die unschuldsvermutung
12
12.6.2011, 20:53
de hazölbrenna hom wieder gwunna

wünsche mir die hubraumgleichberechtigung für diesel und benzin motore. beide gleich turbos mit dem gleichen ladedruck und beide gleichen ansaugquerschnitt für die luft. dann ists endlich vorbei mit den traktorrennen

living reef
00
13.6.2011, 09:54
wie wäre es mit 100% biodiesel gegen 100% biosprit ;-)

Martin Rosenkranz
00
12.6.2011, 23:04
Das Reglement steht bis 2013 fest

Grundsätzlich sollen die Motoren länger halten - sonst ändert sich nicht viel.

Für 2014/15 bastelt die ACO an einem neuen Reglement gemeinsam mit den Herstellern.

Es ist zwar nicht mehr darüber bekannt, aber ich erwarte mir, dass die GRE in den Verhandlungen eine markannte Rolle spielen wird (immerhin ist der AUDI-Motorenchef da dick drinnen). Den Motor - bzw. das Basiskonzept - werden wir künftig in vielen Rennserien sehen:

http://auto-racing.speedtv.com/article/i... ng-engine/

http://www.gordonkirby.com/categorie... no228.html

http://www.motorline.cc/motorspor... cle=159819

mauna kea
10
12.6.2011, 21:05

gehts der wirtschaft gut, gehts uns allen gut...

blacksheep1
00
12.6.2011, 21:16
irrtum

gehts dem bauer und der bäurin gut gehts uns schweindln gut!

MiFi
00
12.6.2011, 20:37
Gigantisches Rennen -

an den Unfällen ist nur das komische Reglement der ACO schuld, dass den Speed der LPM1 gebremst hat und damit das Risiko erhöht hat. Bleibt zu hoffen, der ACO lernen wird ...

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