Algerier respektiere nicht Gleichheitsprinzip mit seiner Frau
Paris (APA) - Das französische Innenministerium hat einem Algerier die Staatsbürgerschaft verweigert, weil er ein "Integrationsdefizit" aufgewiesen habe und die Gleichheit zwischen Mann und Frau nicht respektiere. Wie französische Medien berichteten, hat Innenminister Claude Gueant (UMP) im Anschluss an einer Ermittlung der zuständigen Behörden eine ensprechende Verfügung unterzeichnet. Es fehle allerdings noch die Unterschrift von Premierminister Francois Fillon (UMP), damit die Verfügung in Kraft treten könne.
Der betreffende Algerier ist seit mehr als vier Jahren mit einer Französin verheiratet und erfüllt daher die Voraussetzungen für die Einbürgerung. Aufgrund eines neuen Immigrationsgesetzes, das vergangenen Donnerstag vom Verfassungsrat gutgeheißen wurde, kann sich dem die Regierung nunmehr wegen Unwürdigkeit oder mangelnder Integration wie zum Beispiel der Polygamie widersetzen.
"Unvereinbar"
Laut Ermittlungsbericht, durfte die Ehefrau des Algeriers nur nach entsprechender Erlaubnis des Ehemanns das Wort ergreifen. Überdies habe der Mann nicht gewollt, dass seine Frau alleine die Wohnung verlässt oder eine Berufstätigkeit ausübe. Dieses Verhalten wurde von den Behörden als "unvereinbar" mit dem Gleichheitsprinzip zwischen den Geschlechtern eingestuft.
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy stellte jüngst das Thema der nationalen Identität sowie der Rolle des Islam in der französischen Republik in den Mittelkpunkt der politischen Debatte. Der Präsident verschärfte seine Ausländerpolitik seit dem vergangenen Sommer, als er sogar Roma rumänischer und bulgarischer Nationalität vom Land auswies, obwohl die beiden Länder zur EU gehören. Innenminister Gueant erregte jüngst großes Aufsehen, als er sagte, viele Franzosen fühlten sich "nicht mehr zu Hause", weil es so viele Ausländer im Lande gebe. (APA)