Schuldige auf beiden Seiten - Mindestens 3.000 Menschen während Konflikts getötet
Abidjan - Nach der umstrittenen Präsidentenwahl im vergangenen Jahr ist es im westafrikanischen Staat Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) nach Einschätzung der UNO zu zahlreichen Menschenrechtsverstößen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gekommen. Drei Experten des UNO-Menschenrechtsrats erklärten nach Ermittlungen in dem Land, sowohl Soldaten des früheren Präsidenten Laurent Gbagbo, als auch Anhänger seines Nachfolgers Alassane Ouattara hätten sich schuldig gemacht.
Mindestens 3.000 Menschen seien während des Konflikts getötet worden, erklärten die UNO-Ermittler. Tausende leben demnach noch immer in Flüchtlingslagern und die Menschenrechtsverstöße halten an. Die UNO-Ermittler zeigten sich jedoch zuversichtlich, dass die Regierung die Täter zur Rechenschaft ziehen wird.
Ouattara war am 21. Mai offiziell in sein Amt eingeführt worden - sechs Monate nach der Präsidentschaftswahl vom November, der ein monatelanger blutiger Machtkampf zwischen ihm und Gbagbo gefolgt war. Amtsinhaber Gbagbo hatte sich nach der Wahlniederlage geweigert, seinen Posten zu räumen. Outtara war international als Wahlsieger anerkannt worden. Gemeinsam mit UNO-Blauhelm-Soldaten stürmten französische Soldaten am 11. April den Präsidentenpalast in Abidjan und nahmen Gbagbo gefangen. (APA)