Hundstorfer will mehr Rechte für Praktikanten

Schlechte Bezahlung, fehlende soziale Absicherung - Minister plant, junge Menschen an Schulen und Unis besser zu informieren

Wien - Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) strebt nach einer heute offiziell veröffentlichten Forba-Studie über die schlechte Situation bei Praktikanten Verbesserungen an. Für Praktikanten solle das Arbeitsrecht gelten und nicht ein Arbeitsrecht light, ließ er am Freitag in einer Aussendung wissen.

Kein Praktikanten-Gesetz

Ein eigenes Praktikantengesetz, wie es die Sozialistische Jugend vorschlägt, lehnt Hundstorfer jedoch ab. Die Details der vom Sozialministerium in Auftrag gegebenen Studie sind bereits vor einer Woche durchgesickert. Zentrales Ergebnis: Praktikanten werden von Unternehmen oft als Ersatz-Arbeitskräfte eingesetzt, aber weit schlechter bezahlt. Sozialrechtliche Absicherungen fehlen mitunter. Praktikanten werden über ihre Rechte und Chancen zur Rechtsdurchsetzung meist schlecht informiert.

Am prekärsten sei die Situation für Personen, die gerade ein Studium abgeschlossen haben - vor allem in den Bereichen Kunst, Kultur, Gesundheits- und Sozialwesen, NGOs, Architektur, Verlagswesen, PR- und Werbeagenturen und teilweise Medien. Gerade in diesen Branchen finden viele nach dem Studium keinen Job und nehmen deshalb längere Umwege und ungünstige Beschäftigungsbedingungen in Kauf. Die wachsende Zahl an Hochschulabsolventen steigert die Konkurrenz zusätzlich.

Auswüchse werden nicht angesprochen

Die Hoffnung auf eine fixe Anstellung in dem Unternehmen, in dem das Praktikum absolviert wird, und der Wunsch auf ein gutes Praktikumszeugnis ließen viele davor zurückschrecken, Missstände anzusprechen, geschweige denn gerichtlich zu bekämpfen.

Hundstorfer will deshalb mehr Informationen zur Rechtsdurchsetzung - in Zusammenarbeit mit Schulen, Fachschulen und Unis. Als erstes sollen dazu Gespräche mit den Sozialpartnern aufgenommen werden, "um ein Maßnahmenpaket auf Basis der Schlussfolgerungen der Studie zu schnüren", sagt der Minister.

Die Gewerkschaft sieht wegen der Studie "dringenden Handlungsbedarf". (APA)

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