Österreich

Eine Million Euro Schaden für heimische Bauern

10. Juni 2011, 14:40

Verluste von 500 Millionen Euro pro Woche für europäische Gemüseproduzenten

Wien - Die EHEC-Krise hat die österreichischen Bauern in den vergangenen zwei Wochen rund eine Million Euro gekostet. Allein der Wiener Gemüsevermarkter LGV musste rund 1,5 Millionen Gurken entsorgen und beziffert den bisherigen Verlust mit 700.000 Euro. "Wenn wir Glück haben, kommen wir mit einem Schaden von einer Million Euro davon", sagte LGV-Vorstand Gerald König König. Europaweit hätten die Bauern pro Woche 500 Million Euro verloren, schätzt das österreichische Landwirtschaftsministerium.

Nach den Warnungen vor Gurken aus Spanien Ende Mai und der Empfehlung Deutschlands, den Verzehr von Gurken, Paradeisern und Salat zu meiden ist die Nachfrage nach diesen Produkten in Europa eingebrochen. Der europäische Bauernverband Copa-Cogeca bezifferte die Verluste der Bauern pro Woche auf 200 Millionen Euro in Spanien, 100 Millionen Euro in Italien, 50 Millionen Euro in den Niederlanden und jeweils 30 Millionen Euro in Deutschland und Frankreich. Heute, Freitag, hat die deutsche Regierung die Warnung wieder aufgehoben.

Entschädigung

Die von der EHEC-Krise getroffenen Gemüseproduzenten sollen von der Europäischen Union zur Hälfte für ihre Ausfälle entschädigt werden. EU-Agrarkommissar Dacion Ciolos sagte am vergangenen Mittwoch in Brüssel, der Ausgleich soll 50 Prozent des Referenzpreises der Produkte betragen. Die Kompensationen würden insgesamt bis zu 210 Millionen Euro ausmachen.

"Die technischen Details der Entschädigungen für die europäischen Gemüsebauern müssen am kommenden Dienstag im Verwaltungsausschuss in Brüssel geklärt werden", sagte Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich. Die Aufteilung der Mittel solle auf "den tatsächlichen Schäden basieren und darf keinesfalls willkürlich erfolgen". Als ein positives Signal wertet der Landwirtschaftsminister, dass Russland seinen Importstopp für europäisches Gemüse wieder aufgehoben hat.

Gurkenabsatz "noch nicht normalisiert"

Für LGV hat sich der Gurkenabsatz diese Woche "noch nicht normalisiert". Nur 60 bis 70 Prozent der Normalmenge bei Gurken und 80 Prozent bei Salaten konnten verkauft werden. Beim Absatz von Paradeisern, Paprika und Melanzani hat der Gemüsevermarkter "nichts gemerkt". Für nächste Woche rechnet LGV-Chef König mit "einer weiteren Erholung" bei Gurken auf 80 Prozent der normalen Menge. Trotzdem müssten wahrscheinlich noch 500.000 Gurken entsorgt werden. Derzeit sei "perfektes Gurkenwetter" und deswegen die Erntemengen besonders hoch.

Positive Nachrichten vermelden die Lebensmitteleinzelhändler Spar und Rewe (u. a. "Billa", Merkur"). Der Gemüseabsatz "erholt sich langsam wieder", sagte Spar-Pressesprecherin Nicole Berkmann zur APA. Am Höhepunkt der EHEC-Krise hatte Spar um 30 bis 40 Prozent weniger Gurken verkauft. "Keine Einbußen mehr" spürt man bei Rewe. Auch die Entwarnung der deutschen Behörden vor Gurken, Tomaten und Salat sollte die Lage weiter normalisieren, erwartet Rewe-Sprecherin Corinna Tinkler. (APA)

Schwarzer Rabe
01
12.6.2011, 14:48
Was passiert mit den Gewinnen der Bauern?

Werden die in Zukunft auf die Steuerzahler der EU aufgeteilt?

Faktum
22
10.6.2011, 15:43
es haben nicht nur die bauer

einen schaden erlitten, was ist mit dem kleinen gewerbetreibenden, der kein gemüse mehr verkaufen konnten?

pepe123
02
11.6.2011, 09:03

Jaja mir tun sie alle wirklich leid Mann !

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