Im Café Reisinger wird italienische Mamma-Küche mit friulanischen Weinen und Waldviertler Bier geboten
Das Café Reisinger im Wiener Textilviertel ist zwar kein Café, sondern ein Speiselokal (wenn auch eines mit ganz exzellentem Kaffee aus einer Veroneser Kleinrösterei), davon abgesehen aber ist die Welt hier in Ordnung: Michael Vesely schurlt zwischen Tischen und Küche hin und her und ist für die Fertigung der Süßspeisen (ausgezeichnet!) zuständig. Seine Gefährtin Adelheid Reisinger steht in der Küche und schießt die Tagesteller in einem Tempo raus, dass man kaum glauben mag, wie gut sie schmecken.
Die Kundschaft dankt es mit lückenloser Besetzung der Tische im wie vor dem Lokal. Besonders schön: Die Speisen klingen meist nach weniger, als sie dann am Teller darstellen - so gibt es angenehme Überraschungen, was, gerade in der Innenstadt, schon eine Wohltat ist.
Zum Beispiel Polenta mit Gemüsebolognese: Hört sich nach ungeschickt selbstgestrickter PC-Küche an, entfaltet aber die facettenreiche, rustikale Eleganz italienischer Mamma-Küche am Gaumen. Fleisch gibt es eh auch. Die Stammgäste wissen schon, dass sie allmorgendlich so ab neun Uhr die Tageskarte im Netz studieren können - man soll sich ja auf etwas freuen können. Es gibt friulanische Weine und Waldviertler Bier, die Preise sind deutlich unter Innenstadt-Niveau: Empfehlung! (Severin Corti, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.06.2011)