Die Wanderung mit dem Paukenschlag

    10. Juni 2011, 17:00
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    Auf dem Wachauer Welterbesteig von Weißenkirchen nach Spitz an der Donau

    Der Abschnitt von Weißenkirchen nach Spitz des Welterbesteiges Wachau könnte ohne weiteres auch die "Paukenschlag"-Tour heißen. Gleich nach Beginn versetzt der Anstieg über die malerische Burgstiege in die Weinrieden den Besucher in eine romantische Stimmung, die sich umso mehr steigert, je höher der Weg den Hang hinaufführt.

    Der Blick schweift über das relativ breite Tal der Donau mit den idyllisch gelegenen Ortschaften Wösendorf und Joching bis Dürnstein und über den Strom hinweg zum Seekopf und zum Mühlberg, der höchsten Erhebung des Dunkelsteinerwalds. Nach einer längeren Waldpassage mit alten, überwucherten Weinterrassen scheinen die Höhepunkte absolviert. Aber dann erfolgen die Paukenschläge.

    Auf dem Michaelerberg führt die Route an den oberen Rand einer lang gezogenen Felswand mit traumhaft schönen Aussichtskanzeln. Unwillkürlich stoppt der Wanderer den Schritt, um das harmonische Bild von Landschaft und Strom in sich aufzunehmen. Sind zuerst nur die Arnsdörfer am südlichen Ufer zu sehen, so bietet sich nach einer Hangquerung ein unvergesslicher Blick auf das malerische Spitz mit der Ruine Hinterhaus und dem Jauerling im Hintergrund.

    Dieser Platz zwingt einen geradezu zum Verweilen, zum Schauen und zum Staunen. Und zuletzt, nach kurzem Gegenanstieg aus dem engen Mieslingtal, folgt das Finale: Der Blick vom Roten Tor - dem Rest einer ehemaligen Verteidigungsanlage - auf das schon nahe Ziel Spitz an der Donau. Die Route verläuft fern der Bundesstraße, sodass man mit dem vor allem an Wochenenden starken Ausflugsverkehr nicht in Berührung kommt. Eine ausreichende Beschilderung und die tadellose Markierung lassen keine Orientierungsprobleme aufkommen.

    Da es auf der ganzen Strecke keinen Stützpunkt gibt, sollte man sich mit genügend Getränken und Proviant eindecken. Zwischen Weißenkirchen und Spitz fährt der Bus im Stundentakt, an den Wochenenden stehen auch Bahnverbindungen zur Verfügung.

    Die Route: Vom Ortszentrum Weißenkirchens gelangt man über die malerische Burgstiege in die Weinrieden, quert die Straße auf den Seiberer und steigt dann über den Aussichtspunkt Bichlpoint langsam an. Der Weg führt in der Höhe die Berghänge entlang, wobei man mehrere schöne Aussichtspunkte passiert. Durch einen bewaldeten Abschnitt geht es ein Stück bergab, dann folgt eine Querung zum Michaelerberg, wo man auf die aus St. Michael heraufkommende rote Markierung trifft. Gehzeit ab Weißenkirchen 2¼ Stunden.

    Nun hält man sich rechts und erreicht bald den oberen Rand einer Felswand mit mehreren herrlichen Aussichtsplätzen. Nach einer Querung ist man bei der Stelle, welche die schönste Sicht auf Spitz bietet. Die Route führt dann in mehreren Serpentinen in das enge Mieslingtal. In der Sohle hält man sich kurz rechts, quert nach links den Bach und steigt kurz zum berühmten Roten Tor an. In leichtem Abstieg erreicht man das Ortszentrum von Spitz. Gehzeit ab Michaelerberg 1¾ Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausabe/11.06.2011)

    • Gesamtgehzeit vier Stunden, Höhen- differenz knapp über 500 Meter. Kein Stützpunkt auf der ganzen Strecke. Wanderkarte Wachau, Maßstab 1:30.000
      foto: österreich werbung/herzberger

      Gesamtgehzeit vier Stunden, Höhen- differenz knapp über 500 Meter. Kein Stützpunkt auf der ganzen Strecke. Wanderkarte Wachau, Maßstab 1:30.000

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