Ubuntu-Gründer

Shuttleworth: Open Source braucht klare Machtverhältnisse

10. Juni 2011, 11:21
  • Artikelbild
    foto: archiv

    Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth.

Sieht unklare Strukturen als Hindernis für Erfolg - Kommerzielle Interessen aktiv fördern

In einem aktuellen Blog-Eintrag widmet sich Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth wieder einmal grundlegenden philosophischen Überlegungen zur Open-Source-Welt - und kommt dabei zu gewohnt kontroversen Schlüssen. So konstatiert der Canonical-Chef einen grundlegenden Mangel an klaren Machtverhältnissen, der den Erfolg von freier Software nachhaltig behindere.

Unfertig

Hinter vielen Projekten fehle eine klar treibende Kraft, entsprechend "unfertig" seien sie auch. Oft seien mangelnde kommerzielle Interessen dafür verantwortlich, dass es kein vernünftiges Qualitätsmanagement oder auch die nötige Bewerbung gebe. Zudem fehle vielen Projekten der nötige Antrieb für das letzte - aber entscheidende - Stückchen "Feinschliff", welches Software erst richtig gut mache.

Upstream

Shuttleworth sieht die Lösung übrigens nicht darin, dass die Distributionen eine stärkere Rolle einnehmen, die Upstream-Projekte selbst müssten ihre Macht stärker ausüben. Dies wird wohl manche BeobachterInnen überraschen, hat sich doch Ubuntu zuletzt zunehmend vom GNOME-Projekt abgekehrt, das den eigenen Desktop mittlerweile deutlich offensiver und stärker fokussiert entwickelt.

Beispiele

Als Positivbeispiele verweist Shuttleworth auf Firefox, MySQL und Qt - all diese würden zeigen, dass man durchaus mit freier Software erfolgreich sein kann. Wollen freie Software-AktivistInnen den Erfolg ihrer Projekte, müssten sie kommerzielle Interessen aktiv befördern, anstatt sie wie bisher viel zu oft zu behindern.

Erfolg

Als eine Art Lebenslüge der Linux-Welt bezeichnet Shuttleworth hingegen die Annahme, dass das freie Betriebssystem schon erfolgreich sein würde, wenn sich nur mal die Chance auftue. Gerade Android - oder auch Apple - zeigen, dass man in einem klar dominierten Markt durchaus erfolgreich sein könne.  (red, derStandard.at, 10.06.11)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 59
1 2
g *star
13
13.6.2011, 07:27
kanns seine Meinung nur teilen, zu viel unfertiges!

unity ist top btw

Kelvan
00
25.6.2011, 02:57

ja unity ist top im unfertig sein

e g c
30
11.6.2011, 23:57
$$$$$$$$$$

dem tut es doch nur leid, dass er nur bei ubuntu den chef spielen kann ...

nichtkaefer
00
11.6.2011, 20:34
The Linux desktop experience is killing Linux on the desktop

http://batsov.com/Linux/Win... sktop.html

Tofix67
00
13.6.2011, 18:49
....und deshalb hat Mark Shuttleworth

eben den Nagel auf den Kopf getroffen.
Ich habe den ganzen Beitrag und viele Postings dazu gelesen....von deinem verlinkten Beitrag.
Und trotzdem - beide Welten 1 zu 1 zu vergleichen ist nicht ganz fair ;-)
Jedem das Seine - die Freiheit haben wir.
Zum Glück :)

Systemanalytiker
63
11.6.2011, 15:52
Ubuntu ist seit Unity gescheitert

Ubuntu 10.04 war super und habe es noch heute auf meinem Rechner. Ubuntu 10.10 ist auch sehr gut. Aber Ubuntu 11.04 mit Gnome ist auch super.

Aber Ubuntu 11.04 mit Unity, auf das Shuttleworth strategisch setzt, ist gescheitert.

Er hat halt geglaubt er schafft Unity an und alle jubeln wie in einer Sekte. Das kann nur schief gehen, wenn man ehrenamtlich mitarbeitet. Die Leute sind ja keine Idioten.

Dieses Unity-Design, wie man auf so ein abartiges Interface nur kommen kann, ist mir unverständlich.

Wenn man da den VLC-Player unten rechts am Bildschirm geöffnet hat, erscheint die Programmmenüleiste vom VLC-Player links oben. Man glaubt es nicht, dass ein solch idiotischer Fenstermanager entwickelt werden kann.

Klar, dass bei CANONICAL die

Andreas Grois
01
14.6.2011, 10:02

Unity ist eigentlich ganz gut gelungen, aber wie sie schon sagen, das globale Menü ist Schrott. So sinnvoll es bei maximierten Anwendungen ist, so sehr wirkt es als Bremse, wenn man mit mehreren Fenstern auf einem Desktop arbeitet.

mlu82
10
13.6.2011, 23:22
ich kann vlc auch mit 11.04 und unity noch bedienen und hatte bis jetzt keinerlei probleme/verwirrungen ;)

Systemanalytiker
00
13.6.2011, 23:42
Unity ist ein Problem

Unity ist das Problem.

Haben Sie die Programmmenüleiste des VLC-Player am oberen Ende des Bildschirmes oder nicht?

Es handelt sich dabei, um das umstrittene zentrale Anwendungsmenü.

Ja es geht um das Thema "zentrale Anwendungsmenü". Und das ist eben unbeliebt.

mlu82
00
22.6.2011, 11:57

ja ich weiß worums geht. aber ich sehe das nicht so kritisch wie viele. für mich war es nach der 1. verwendung von unity klar und bin mit dem konzept sehr zufrieden. das menü habe ich vielleicht noch 1mal direkt im fenster gesucht..liegt aber wohl daran dass ich auch noch mit windows arbiete.. und obwohl ich eine sehr hohe auflösung habe 1920*1080 bin ich mit dem platzsparenden unity mehr als zufrieden. ich kann mich wirklich auf den content konzentrieren...also mir gefällts und wenns wer nicht will soll er halt auf was anders umsteigen.

Sir Harry....
02
11.6.2011, 15:08
Es ist wie bei der Monarchie...

Es kann schon ein Vorteil sein, wenn ein kluger und ehrlicher Mensch in schweren Zeiten alle Zügel in der Hand hält. Nicht umsonst ist z.B. auch im Recht der Bundesrepublik Deutschland vorgesehen, dass im Falle eines "Allgemeinen Notstandes" die Wahlen ausgesetzt werden: wer will ernsthaft Wahlen ausrufen, wenn das ganze Land in Gefahr ist...

Auf der anderen Seite neigt jeder "Monarch" mit der Zeit die Bodenhaftung zu verlieren...

Nix ist ewig unter dem Mond. Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, dass alles sein Anfang und ein Ende hat: MySQL und Qt sind ein Beispiel dafür, dass es nie eine Garantie geben kann.

GIMP ist ein anderes Beispiel: gehört niemandem, und interessiert irgendwie kaum jemanden. Dümpelt vor sich hin... nix los

Zap 0D
00
11.6.2011, 13:17
Positivbeispiele?

Sowohl MySQL als auch Qt gibt es auch als kommerzielle Versionen und deren Zukunft ist bei beiden ungewiss. Beim einem Oracle, die ein sehr seltsames Verhältnis zu OSS haben, und beim anderen Nokia, die die Plattform für die sie Qt ursprünglich gekauft haben nun einstellen.

Kelvan
00
25.6.2011, 03:10

Nokia hat die kommerzielle Version bereits verkauft, Symbian wird es wohl noch eine Weile geben, und Meego kann Nokia wohl kaum einstellen da sie nicht die einzigen Entwickler davon sind. Würde mir um qt keine Sorgen machen solange Firmen wie Intel, BMW, GM, Peugeot Citroen und viele mehr QT aktiv einsetzen.

Loewenherz1981
36
11.6.2011, 09:38
Open-Source Verbreitung

Das Problem liegt bei uns liebe Leute.
Auf diesen Artikel wurden 38 Kommentar gepostet. Dh 38 Leser interessieren sich für das Thema. Ich nehme daher mal an, dass ihr alle soweit Interesse an Betriebssystemen und Software habt, dass ihr auch bereits Freunden und Bekannten bei Computerproblemen geholfen habt und regelmäßig mit Rat und Tat zur Seite steht.
Bei anderen Artikeln posten oft zwischen 200 und 400 Leser. Das sind zwischen 5-10mal soviele PC-User! Denen ist es egal wie der Computer funktioniert, und welche Software er verwendet. Das Gesamtpaket muss funktionieren!
Statt die eine oder andere Distribution schlecht zu machen, sollten wir besser die Verbreitung forcieren.

Johann Schmidt
04
11.6.2011, 12:29
Ich verstehe die roten Stricherln nicht

Die Aussage von Loewenherz1981 ist korrekt. Es macht keinen Sinn, ein Nischenprodukt durch kleinliche Feindseeligkeiten zu schwächen.

Zu obig erwähnten Kleinlichkeiten gehört für mich auch der Betriff: Trolle.

Es geht darum, Open Source und den sinnvollen Einsatz unter Beweis zu stellen.

aceFruchtsaft
00
11.6.2011, 11:49

1. Gibt's genauso Open-Source-Artikel mit > 200 Postings.
2. Kannst dir ja mal die Beiträge z.B. in den Apple-Foren anschauen: da setzen die notorischen Trolle immer 20 Beiträge pro Nase ab, die dazu noch ziemlich wertlos sind. Darauf kann ich gerne verzichten.

Kiki Novak
10
10.6.2011, 21:35
Voll mit Mark Shuttleworth einverstanden

Patrick Volkerding for president.

Blaubert Gundlberger
1515
10.6.2011, 19:22
Der Parasit, dessen Firma von einer wirklich freien und vor allem einer tatsächlichen Distribution seinen Profit generiert, sollte mal ganz leise sein

Alles was der zusammen bringt, ist ein falsches Etikett ("Ubuntu") über die Marke Debian drüber zu kleben. Was er dann als "eigene Distribution" verkauft, ist jeweils ein mehr schlecht als recht zusammen gepfuschter Abklatsch des unstable-Verzeichnisses von Debian.

Wieso gibt derStandard diesem falschen Pfau eigentlich dauernd so viel Platz in seinem Medium?

Wahrscheinlich weil die Mitwirkenden an echten Distributionen lieber was zustande bringen, als dauernd nur PR-Mist ab zu sondern und darüber zu berichten ein bisschen mehr technisches Know-How und Recherche bedeuten würde?

Reiß dich ein bisschen zusammen, derStandard!

FS4 - the science channel
00
12.6.2011, 17:00

Canonical ist meines Wissens nicht einmal in der Gewinnzone. Shuttleworth pumpt da Geld hinein, ohne daß er direkt was rausbekommt.

Fuzzface
11
11.6.2011, 14:36

OMFG

Es gibt zurzeit wohl wenige andere, die soviel zur Verbreitung (und Weiterentwicklung) von Linux beitragen wie Shuttleworth (eben AUCH durch den "PR-Mist"). Und weltfremde Maulaufreißer wie du sind wohl die größte Gefahr für Linux (und OSS generell).

*facepalm*

michikklas
11
11.6.2011, 07:16

Bist auch so einer der den Begriff OpenSource nicht versteht oder in nach seinen eigenen Vorstellungen interpretiert, gell.

aceFruchtsaft
15
10.6.2011, 21:16

Marketing und DAU-freundliches Produktdesign ist auch eine Leistung, und hier hat Canonical doch recht viel gemacht. Für den unkundigen Enduser ist Ubuntu z.B. openSUSE meilenweit voraus, das muss man anerkennen.

Tofix67
11
10.6.2011, 20:19
...falscher Pfau..., dass ich nicht lache!

Also bisher finanziert er das Projekt mit seinem privaten Vermögen. Und das er als Unternehmer auch irgendwann Geld verdienen will ist doch logisch.
Was ist den mit Oracle, RedHat und Suse und Co.
Die sagen doch alle offiziell, das sie eigentlich den Desktop nich wirklich forcieren wollen.
Am ehesten noch Suse.
Das ehemalige Mandrake hat gerade seinen 2. kleine Tod hinter sich.
Es ist gut, dass wenigsten Mark Shuttleworth und auch der Linux-Erfinder Linus Torvalds den ein oder anderen kontroversen Beitrag liefern und damit die Szene immer wieder wach rütteln.
Ubuntu tut der ganzen Szene gut!
Danke an Mark!
...und an dem Linux Vater Linus!!!!

Tofix67
00
11.6.2011, 17:01
....so schön

...das du die "Diskussion" hier gar so sexy findest.

Liebst du einen Pinguin? ;-)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 59
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.