Ehrlich fährt am längsten

10. Juni 2011, 16:42
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Schnörkellos und unverkrampft: Der Mercedes SLK bietet feines Roadster-Vergnügen

Es fiel das F-Wort. Klarerweise von jenen beiden Jungs, die den Italo-Krawallo-Macho links nebenan so verdächtig anhimmelten. "Ist der SLK nicht eher ein Auto, das von Frauen gekauft und gefahren wird?" Na wenn schon! Andere Hersteller bemühen sich erfolglos, die Damenwelt auch für ihr Sportgerät zu begeistern. Zur Strafe durften die Kerle den SLK dann eben nicht fahren. Wodurch ihnen entging, was für eine feine Fahrmaschine das ist.

Kurz, knackig, nachgerade ideal proportioniert mit seiner - verhältnismäßig - langen Haube und den kurzen Überhängen, ist der SLK zudem einer der wenigen Ästheten mit versenkbarem Blechdach (das in dem Fall eins aus Glas ist). Was dessen Öffnungsmechanismus betrifft, geht Bedienung kaum simpler - sofern man das Bedienteil unter der kleinen Abdeck-Klappe findet, was dem darob herzhaft zeternden Professore Rudolfo nicht sofort gelingen wollte.

Der 350 ist der derzeit schärfste aller SLKs, denn die AMG-Version, die den 306-PS-V6 noch deutlich toppen wird, kommt erst im Herbst. Zu behaupten, dem SLK 350 würde es an Leistung ermangeln, wäre aber ganz klar gelogen. In Kombination mit der 7-Gang-Automatik ist für bombastisch Vortrieb gesorgt, die Ingenieure haben der Maschine zudem einen tollen Sound anerzogen - und geradezu manierliche Trinksitten: Im spritvernichtenden Collio- Supertest-Mix (Federkennung vor Ort klarerweise auf Sport) begnügte sich der Roadster mit 9,0 l / 100 km gradaus, ein Wert, den beim heurigen Supertest nur mehr der Diesel-CLS unterbieten konnte.

Außen wie innen gibt's viel SLK und einen Hauch SLS, das AMG-Paket ist auch optisch ein Genuss, rote Nähte auf schwarzem Leder, dazu (gebürstetes) Alu, ein hübscher Kontrast zum Weiß der Karosserie. In Summe ein sympathisch geradliniger Roadster mit Hang zum Perfektionismus. Ehrlich fährt am längsten. (Andreas Stockinger/DER STANDARD/Automobil/10.06.2011)

Zweite Meinung

Überraschend ist, wie gründlich der SLK den Wunsch nach einem sehr sportlichen Auto gleichermaßen erfüllt wie bisweilen auch den Bedarf nach moderatem Dahinrollen. Während der Vorgänger insgesamt ein wenig zu soft angelegt war, zeigt der SLK jetzt wieder Kontur, auch optisch. Seit der Trennung von Chrysler weisen auch alle Mercedes wieder ein strenges deutsches Lenkgefühl auf. Die behutsame Anlehnung an das Design des SLS hat ihm wahrlich gutgetan. Und wenn's denn gar sein muss, kann er auch noch kräftig aus dem Auspuff rotzen - rein akustisch. (rs)

  • Kurz und knackig und geradezu ideal proportioniert. Das AMG-Sportpaket schärft den SLK optisch zusätzlich noch etwas an. Kongenial: Fahrwerk, Motor, Handling.
    foto: rudolf skarics

    Kurz und knackig und geradezu ideal proportioniert. Das AMG-Sportpaket schärft den SLK optisch zusätzlich noch etwas an. Kongenial: Fahrwerk, Motor, Handling.

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