Intelligentes System soll ungewöhnliches Verhalten erkennen

9. Juni 2011, 22:47
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Projekt "Vanaheim": Kognitives System soll sich durch "soziale Aufmerksamkeit" auszeichnen - Fertigstellung bis 2013 geplant

Wien - Ein internationales Projektteam unter Beteiligung von Wiener Forschern arbeitet derzeit an  intelligenten System, die automatisch Alarm auslösen, etwa wenn im U-Bahn-Bereich etwas Ungewöhnliches passiert. Die Intelligenz des Systems kommt dabei vom "Social Computing". Es versucht, kognitive Systeme zu modellieren. Über die rechnergestützte Analyse und Modellierung sollten die intelligenten Systeme etwa erkennen können, was als "außergewöhnlich" einzustufen ist.

Die Forschung lehnt sich dabei an Fragen an wie: Woher weiß das menschliche Gehirn, ob eine Situation normal ist? Was erzeugt beim Menschen "soziale Aufmerksamkeit"? Das Projekt "Vanaheim" will auf Basis von Videoüberwachungsdaten ein intelligentes System entwickeln, das sich durch "soziale Aufmerksamkeit" auszeichnet - unter strengen Datenschutzauflagen.

Nach den Anschlägen auf das World Trade Center 2001 hat im Bereich Social Computing laut Uni Wien ein Boom eingesetzt. In öffentlichen Bereichen seien zahlreiche Kameras installiert worden, um der Angst vor Terroranschlägen und Kriminalität entgegenzuwirken. Doch die Menge an Informationen, die durch Videoüberwachung entstanden ist, lasse sich nicht auf traditionelle Weise bewältigen. Während Lösungen für dieses Problem gesucht werden, ergeben sich auch neue Anwendungsmöglichkeiten für den Einsatz der so gewonnenen Daten.

Einsatzfähiges System bis 2013

Das von der EU mit 3,7 Millionen Euro geförderte Projekt stellt sich die Frage, wie Video-Überwachung im öffentlichen Raum zur Optimierung von Prozessen und Verbesserung der Infrastruktur genutzt werden kann. "Wir wollen herausfinden, wie die Fülle der visuellen und auditiven Information besser als bisher genutzt werden kann und ob kognitive Prozesse so modellierbar sind, dass sie automatisiert werden können", so der Wiener Gruppenleiter Karl Grammer, Verhaltensforscher an der Universität Wien. Am Ende des Projekts im Jahr 2013 soll ein einsatzfähiges System bereitstehen.

Zur Modellierung von kognitiven Prozessen werden Probanden große Mengen von Videoaufnahmen von U-Bahn-Überwachungssystemen vorgeführt. Diese markieren die Szenen, die ihnen auffallen. "Darüber hinaus wird das Blickverhalten mit den Inhalten der Szenen in Zusammenhang gebracht, um zu verstehen, was menschliche Aufmerksamkeit erregt", erläuterte Projektmitarbeiterin Elisabeth Oberzauche.

Die als ungewöhnlich bewerteten Szenen würden mit Hilfe computergestützter Bild- und Soundanalysen beschrieben, und die so gewonnenen Daten seien die Basis für die Entwicklung eines Computeralgorithmus, "der wiederum in das Überwachungssystem integriert werden wird." Das Projekt unterliegt strengen Datenschutzauflagen und wurde von einer Ethikkommission genehmigt. (red/APA)

  • Das System analysiert das Verhalten der Menschen in einer U-Bahnstation. Fällt ihm etwas Ungewöhnliches auf, dann schlägt es Alarm.
    foto: vanaheim

    Das System analysiert das Verhalten der Menschen in einer U-Bahnstation. Fällt ihm etwas Ungewöhnliches auf, dann schlägt es Alarm.

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