Heimischer Fortschritt bei Forschung und Entwicklung deutlich über dem EU-Schnitt
Brüssel - Die EU-Kommission stellt Österreich im Bereich von Forschung und Entwicklung (F&E) ein gutes Zeugnis aus: Sollte sich der Trend des letzten Jahrzehnts fortsetzen, ist Österreich auf dem Weg zur Weltspitze, heißt es im ersten Innovationsbericht.
Österreich nähere sich nämlich einer Rate von vier Prozent des BIPs an. Geht die Entwicklung in diesem Sinne weiter, bringe das Österreich auf Werte ähnlich jenen von Schweden, Finnland, Südkorea oder Japan.
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung hätten in Österreich im letzten Jahrzehnt zugenommen - von 1,94 Prozent des BIPs im Jahr 2000 auf 2,79 Prozent 2010. Diese Entwicklung sei deutlich über dem EU-Durchschnitt und habe Österreich ermöglicht, sich dem Lissabon-Ziel der EU (die Forschungsausgaben bis 2010 auf drei Prozent des BIPs zu steigern), anzunähern.
Forschung fehlen Millionen
Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sieht Österreichs Strategie bei F&E durch den Bericht bestätigt. Trotz der guten Positionierung "dürfen wir jetzt nicht die Hände in den Schoß legen, sondern müssen die Investitionen in Forschung und Entwicklung weiter vorantreiben".
Laut ihrer Forschungsstrategie will die Regierung den Aufwand für Forschung und Entwicklung bis 2020 auf 3,76 Prozent steigern - die Theorie weicht hier jedoch von der Praxis des Budgetplans ab. Rahel Falk, Expertin des Wirtschaftsforschungsinstituts, hat Ende April berechnet, dass für das Erreichen der angepeilten Forschungsquote hunderte Millionen Euro fehlen. Bis zum Jahr 2015 betrage die Lücke insgesamt 420 Millionen Euro, kritisierte Falk.
Die Kommission mahnte für die gesamte Union verstärkte Investitionen im F&E-Bereich ein. Im EU-Schnitt hätten sich die Ausgaben nur langsam dem Lissabon-Ziel angenähert (2009: 2,01 Prozent). (APA, red, STANDARD-Printausgabe, 10.6.2011)