Einserkastl RAU

Die Akteure

Hans Rauscher, 9. Juni 2011, 18:24

Europäische Großbanken verkaufen entgegen ihrer Versprechen in großem Stil griechische Staatsanleihen

Europäische Großbanken verkaufen in großem Stil griechische Staatsanleihen - obwohl sie noch letztes Jahr versprochen hatten, die Papiere zu behalten und damit den Druck auf Griechenland etwas wegzunehmen. Dieses Verhalten wundert genau niemand. Weder die Vertreter des (Links- und Rechts-)Populismus ("Banken sind alle Verbrecher" ) noch die coolen Kapitalismusverteidiger, die eben sagen, dass Banken dazu da sind, um Gewinne zu machen.

Aber es gibt noch andere Akteure in dem Spiel. Die Politik versorgt aufgeblähte Staatsapparate und politischen Klientelismus auf Schulden, die von den Banken finanziert werden (besonders in Griechenland, aber Österreich ist da auch nicht schwach). Gleichzeitig haben die Banken immer spekulativere Finanzgeschäfte gemacht, statt wie früher einfach Kredite dafür zu geben, dass irgendetwas produziert wird. Sie wussten ja, dass die Staaten sie im Fall des Falles auffangen würden. Denn einen riesigen Bankencrash mit ausradierten Spargeldern kann sich niemand leisten.

Nun haben sich die Banken offenbar ausgerechnet, dass es sie billiger kommt, griechische Staatsanleihen mit Verlust zu verkaufen, als sich einem drohenden Schuldenschnitt (Haircut) zu unterwerfen.

Aber mitgemacht haben alle - die Politik, die Geschenke verteilte, die Banken, die sie finanzierten, und die Bevölkerungen, die sie konsumierten.(Hans Rauscher, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 10.6.2011)

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guesman curd
00
11.6.2011, 05:10
ganz klar, wer hier ansagt:

http://www.tagesschau.de/wirtschaf... au110.html

"Die EZB hat sich selbst in die fatale Lage gebracht: Auf Druck der französischen Regierung knickte Trichet vergangenes Jahr ein und drückte den Kauf griechischer Staatsanleihen gegen zum Teil heftigen Widerstand im EZB-Rat durch. Damit verspielte die EZB nicht nur einen Teil ihrer politischen Unabhängigkeit. Sie verstieß auch gegen ihre eigenen Statuten. Denn für die Bank ist es ein Tabu, Staatsanleihen aufkaufen. Außerdem setzte sich der Franzose Trichet dem Vorwurf aus, er stütze vor allem französische Großbanken. Die haben nämlich besonders viele griechische Anleihen und konnten die nun günstig bei der EZB los werden."

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
10.6.2011, 22:47
Geschenke an wen? Abzockende banken!

Konsumierende bevölkerung? Wer, was, wie?

Hätten tatsächlich alle mitgemacht, dann wäre die forderung nach einem einfachen, bedingungslosen grundeinkommen über der armutsgrenze schon längst nicht mehr notwendig!

mundll
00
10.6.2011, 18:33
Wurden in die Pensionskassen verlagert.....

Wüstenläufer
01
10.6.2011, 18:09
"Banken sind alle Verbrecher"

und Versicherungen!

Die Politiker, sollten wenigstens einige ein Stehvermögen haben, sollten sich mit aller Macht auf diese Gierlinge stürzen und sie bluten lassen.

romanemperor
00
10.6.2011, 16:21

Sexuelle Eskapaden und Übergriffe sind in den USA schon lange ein Karrierekiller - und zunehmend auch in Europa.

Diestandard sollte gleich mit einer Zitrone nach Herrn Frey werfen, der hier der puritanischen Versuchung erliegt, einver­nehmlichen außer­ehelichen und uneinver­nehmlichen Sex auf dieselbe Stufe zu stellen.

Und das ist problematisch, weil es die notwendige Abscheu vor uneinver­nehmlichen sexuellen Akten verdünnt (und weil es Spaß verbietet).

Meine erste Reaktion, als ich von der Verhaftung von Strauss-Kahn las, war sofort abwiegelnd: Wer kann schon einen Staatsanwalt aus einem Land ernstnehmen, in dem ein zwölfjähriger Stehpinkler als Sexstroch in Handschellen abgeführt wird?

Daß es in diesem Fall wirklich ein erster Versto

Seinsgewißheit
00
10.6.2011, 21:29
Falsches Forum,

Ihr Beitrag gehörete eigentlich ersatzlos gestrichen!

Wüstenläufer
00
10.6.2011, 18:05
Herr Frey?? sexuelle Eskapaden???

irgendwie dürften Sie zu tief ins Glas oder in die Kristallkugel geschaut haben!

Thema verfehlt, setzen, NG!

Padierna
03
10.6.2011, 15:31
Nur,

an wen können diese Ramschpapiere wohl verkauft werden?

Eine in meinen Augen naheliegende Möglichkeit stellen hauseigene Anleihenfonds dar, deren Manager natürlich karrieremässig von der Mutterbank völlig abhängig sind. Die Mutterbank zwingt dem Fonds ihre Nostrobestände auf, vielleicht sogar zu Kursen, die höher als vorherrschende "Marktkurse" liegen. Eine transparente Kursbildung dürfte es bei diesen Papieren ohnedies nicht geben.

Die Bankkunden, die sich in Veranlagungsfragen "vertrauensvoll" von der Bank haben beraten lassen, halten so die Papiere, wenn die Shecisse endgültig den Ventilator trifft. Schauen wir im nächsten Jahresbericht der Anleihenfonds von DWS, Cominvest, etc. nach!

Schneetomate
00
10.6.2011, 15:29

wo lernt man so eine kapitale Gier, die über Leichen geht?

coldturkey
02
10.6.2011, 15:29

Sie vergessen aber einen wesentlichen Unterschied, Herr Rauscher: Politiker (na ja, vielleicht nicht alle) und Bankmanager wussten ganz genau was sie taten und was für ein riskantes Spiel sie betrieben, doch den Politikern war und ist zum Machterhalt bzw. zur Befriedigung ihrer jeweiligen Klientel eben so gut wie jedes Mittel recht, und die schlimmste "Strafe", die sie zu erwarten haben, ist abgewählt zu werden, und die Bankiers konnten sich schon vor der Krise leicht ausrechnen dass sie selbst bei einem Crash sicher ungeschoren davonkämen. Die Bevölkerung aber wurde von Politik und Finanzwirtschaft nach Strich und Faden belogen und betrogen, zahlt dafür jetzt aber die Zeche.

01052004
00
10.6.2011, 15:17

aber sitzen nur ehrenmänner mit absoluter handschlagqualität in den entscheidungsgremien der banken, oder???

deswegen haben die banken ja auch einen so supertollen ruf...

also ich könnt mir keine luxusvilla auf pump nur mit einem versprechen "ich werd das schon mal zahlen" herbeireden...nicht mal von der mafia...

wieso glauben unser aller volksvertreter noch immer bedingungslos den vollmundigen behauptungen von bankster-terroristen???

Hanns Ch.1
00
10.6.2011, 14:19
crash

diese Misere ist unlösbar, es fehlt politischer Wille, und die Wähler klammern sich an jeden Cent,..also wird es nur zwei Szenarien geben: Crash mit oder ohne Rebellion.

mikromalist
 
00
10.6.2011, 14:14
Übrigens, bei USE

könnten sich Angriffsgewinnler im Zusammenspiel mit Rating Agenturen kalt brausen gehen.
Aber dann erhielten Merkel, Sarko, ... keine Orden mehr. Und wer nähme sie dann noch wahr?

märchenonkel
00
10.6.2011, 13:10
Verstaatlichen der Banken, sofort, und die Kriese ist vorbei!

mikromalist
 
01
10.6.2011, 14:11
Um von der Krise der Überhitzung,

in die Krise der Eiseskälte zu schlittern.
Kader die für die Bevölkerung denken, sie bewirtschaften UND auch noch ihr Geld verwalten?

Ein Linker,

coldturkey
01
10.6.2011, 15:31

Ach, und jetzt ist es nicht so? Ist das Netzwerk aus Politik, Konzernen und Finanzwirtschaft etwa etwas anderes?

(°)(°)
00
10.6.2011, 14:44

Wieso nicht?
Ich geb derzeit eh schon den Grossteil meines Geldes an den Staat ab.

Herr und Frau Österreicher
 
01
10.6.2011, 13:55

Halt ich für ein Märchen, lieber Onkel!

Der Kapitalismus ist die Krise. Daran ändert sich weder was, wenn Banken verstaatlicht, noch wenn Staaten verbanklicht werden!

Protagoras v. Abdera
00
10.6.2011, 12:21
Die Entwicklung der Finnazökonomie in den letzten 30 jahren hat vielleicht doch ein wenig komplexere Ursachen als die (nachträglichen) Haftungsübernahmen der Stataen

Folgt man dem Pfad der "Linkspopulisten", was selbstverständlcih jedem freisteht, dann liegt das vor allem an einer spezifischen Form der kapitalistischen Überakkumulation, die sich aus der Profitkrise der 1970er Jahre entwickelt hat und überpropotrial viel fiktives Kapital an den Finanzmärkten oszillieren ließ. Die gesellschaftliche Basis dieser Entwicklung ist ein Klassenkamof von oben, der sich auch in der immer ungleicheren Einkommensverteilung manifestiert. Da wird mit ein paar Reförmchen, wie der Revision der Eigenkaptalvorschriften oder der Errichtung von Kontrollagenturen ohne Kompetenzen, keine Umkehr möglich sein.

(°)(°)
00
10.6.2011, 11:38
So lange

diese Papiere nicht von der EZB gekauft werden...

mikromalist
 
03
10.6.2011, 11:23
im Ideologiepatt: Der Staat darf nicht wirtschaften

(aber eine fette Verwaltung haben) die Konservativen, der Staat muss wirtschaften (und dabei fett sein) die Retrolinken.
Jene, die den Wohlstandstopf füllen, schaun durch die Finger (und das noch ungerecht verteilt)

EZB hat beinahe kostenloses Geld in die Banken geflutet, mit der Auflage der Sanierung, diese haben folgerichtig in Staatsanleihen investiert und die Staatsdefizite in noch befeuert, weil das Geld von den Staaten noch zur Verfettung verwendet wurde.

Deshalb fordern moderne Linke: das Steuersystem radikal umzubauen (Summe aller Erträge, nicht nur Löhne), die Wirtschaft von Monopolen zu befreien und schlanken Staat (weil der fette Staat das Verteilgut selbst frisst).
Wirtschaft und Soziales endlich orthogonalisieren - Stupids!

tempa
00
10.6.2011, 10:47
Das Banken,Versicherungen,etc sich nun auf breiter Front zurückziehen,bedeutet das wohl,das die EU sich endgültig zur Transferunion wandelt.Gr. bekommt das notwendige Kapital nur mehr über andere EU-Staaten.

Bedeutet wohl,alle EU-Staaten müssen höhere Zinsen zahlen.Das wird den internen Druck in der Eu verstärken.

Eine andere Sache ist die stille Desertifikation des gesamten Mittelmeerraums.Gr. hat Probleme auf Kreta etc.Spanien muss immer tiefere Brunnen bohren für seine besonders wasserbedürftigen Sparten Gemüseanbau und Tourismus.Afr. Einwanderer finden genau in diesen Sparten ihren Broterwerb.Die Türkei ist übrigens ebenfalls stark betroffen.
http://www.wwf.de/presse/de... ittelmeer/
Da die Golf-Plätze noch schön grün sind,haben das anscheinend wenige im Blickfeld.Wenn Tourismuszentren/Landwirtschaft/Industrie permanent drastischen Wassermangel zu spüren bekommen,wird die Lage dort erst so richtig übel werden

Flann O'Brien.
12
10.6.2011, 09:28
Richtig, der Daseinszweck von Banken ist die Generierung von Profit,

was sich oft genug nicht mit volkswirtschaftlichem Benefit deckt. Was spricht also gegen verstaatlichte Banken, die ausschließlich der Gemeinwirtschaft und nicht dem Gewinn verpflichtet sind? Dass die Landesbanken fröhlich im Casino mitgespielt haben, ist kein Gegenargument, weil verbietbar.

tempa
00
10.6.2011, 11:42
"Was spricht also gegen verstaatlichte Banken, die ausschließlich der Gemeinwirtschaft und nicht dem Gewinn verpflichtet sind?"

Weil es immer Interessen geben wird,den man den Mantel des "Gemeinwohls" umhängen kann.
Politische Funktionäre sind nun mal daran interessiert, das ihre Partei mit entsprechender Kreditvergabe direkt oder indirekt Stimmen erhält oder gewinnt.Das kann mit Nutzen für die Allgemeinheit verbunden sein oder auch nicht."Gut gemeint,aber nicht ökonomisch selbstragend" kann langfristig verherrende Folgen für das Gemeinschaftswohl haben.Aber auch durch Kredite von Privatbanken finanzierte (Privat-)Projekte können dem Allgemeinwohl dienen.

Übrigens, Haider hat mit der Hypo ja viele vorgeblich dem Gemeinwohl dienende Projekte unterstützen lassen.

General Cornwell
00
10.6.2011, 11:31
so etwas wie die Vertretung des "Gemeinwohls"

(was auch immer das ist müsst man erstens mal definieren) gibt es nicht.

Wahlmöglichkeiten, die es gibt, sind:
- Vertretung der Interessen von wirtschaftlichen Anliegen --> Gewinn
(privat)
- Vertretung der Interessen der Politiker --> Wiederwahl
(verstaatlicht)

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