Gemeindetag

Gemeinden fordern Belastungsstopp

9. Juni 2011, 13:30
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    foto: dapd, montage: ladstätter

    Über den Gemeinden thront längst der Pleitegeier. Sieben von zehn Gemeinden sind verschuldet. Die Schulden wachsen.

Über den Gemeinden thront längst der Pleitegeier - Sieben von zehn Gemeinden sind verschuldet - Die Schulden wachsen

Kitzbühel - Die Gemeinden erteilen einer "von oben verordneten Zusammenlegung" von Gemeinden eine klare Absage. Das war auch Teil einer Resolution, die am Donnerstag beim Österreichischen Gemeindetag in Kitzbühel verabschiedet wurde. Das Einsparungspotenzial von einer Milliarde Euro, wie oft behauptet werde, gebe es nicht, sagte Helmut Mödlhammer, Präsident des Gemeindebundes. Dazu müsste die Verwaltung schon zweimal abgeschafft werden, rechnete er vor.

Alle Bemühungen zu einer Verwaltungsreform würden unterstützt, davor sei auch eine Aufgabenreform unumgänglich. Gemeindezusammenlegungen würden noch keine automatischen Einsparungen bedeuten, legte Ernst Schöpf, Präsident des Tiroler Gemeindeverbands, nach.

Die Gemeinden würden sich überlegen, wo Einsparungen möglich seien und versuchen effizienter zu arbeiten. Wichtig sei aber ein Belastungsstopp für die Gemeinden. Es ginge nicht, dass die Gemeinden immer neue Aufgaben vom Bund aufgehalst bekämen, argumentierte Mödlhammer. Mit einem Belastungsstopp sei dann auch ein Nulldefizit möglich. Zwar nicht für jede einzelne Gemeinde, doch landesweit schon.

Die finanzielle Situation der 2357 Gemeinden ist angespannt, derzeit sind sieben von zehn Gemeinden verschuldet. Laut Prognosen werden die Schulden weiter wachsen, an der prekären Situation würden auch die Einrichtung eines Pflegefonds und die höheren Einnahmen durch das Wirtschaftswachstum nichts ändern. 2009 betrugen die Schulden der Gemeinden bereits elf Milliarden Euro, das sind 20 Prozent mehr als zur Jahrtausendwende.

Vor allem die Kosten für soziale Aufgaben nehmen stark zu. "Der Bedarf an Pflege- und Betreuungseinrichtungen wird in den kommenden Jahren brutal ansteigen", prognostiziert Mödlhammer. "Man darf ja nie vergessen, dass rund 80 Prozent der Menschen immer noch in den eigenen vier Wänden gepflegt werden, meist durch Angehörige, die bei Bedarf durch Mitarbeiter mobiler Dienste unterstützt werden. Nur 16 Prozent der Pflegebedürftigen werden stationär versorgt."

Bei ihrer Tagung setzten sich die Gemeindevertreter aber auch mit der "demografischen Falle" auseinander, in der sie sich sehen. Im Jahr 2030 wird fast ein Drittel der heimischen Bevölkerung über 60 Jahre alt sein, das ist ein Zuwachs um rund 55 Prozent im Vergleich zu heute. Die Gemeinden suchen jetzt Wege gegen die Überalterung. Vor allem die ländlichen Gemeinden müssten sich bemühen, auch für die Jungen attraktiv zu bleiben, erklärte Mödlhammer.

Zentrale Botschaft sei, die Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen in allen Gemeinden zu erhalten beziehungsweise zu schaffen.

Verschärft wird die demografische Entwicklung zudem durch rückläufige Geburtenzahlen. "Es kann nicht das Ziel sein, dass die ländlichen Räume zu Altersregionen werden, in denen dauerhaft überwiegend Senioren leben. Auf allen Ebenen der Politik haben wir auch die Verantwortung dafür, die Lebensräume so zu gestalten, dass sie für junge Menschen attraktiv bleiben", erklärte Mödlhammer. (APA, völ, STANDARD-Printausgabe, 10.6.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 139
1 2 3 4
austria as it is
02
13.6.2011, 09:17
die schnellste Art einzusparen:

Abschaffung der NGO's, die sich
- jeglicher Kontrolle entziehen,
- als Selbstbedienungsladen von normalerweise arbeitslosen Sozialarbeitern herausstellen,
- für die Gemeinden als ständiger Verlustausgleicher entpuppen, natürlich ohne fragen zu dürfen,
- überhaupt in vielen Fällen als völlig überflüssig und nutzlos bewahrheiten...

nick melin
 
00
11.6.2011, 08:25
danke herr Mödlhammer

jede reform stoppen bevor sie spruchreif wird.
lassen wir österreich einfach bankrottgehen.

Fraho
01
11.6.2011, 07:06
Dringend: Gemeidnen zusammen legen!

Es gibt keinen vernünftigen Grund dass oö ganze 444 Gemeinden mit eigenem Bürgermeister und eigener Gemeindevertretung hat.
Niemand dieser "Volksvertreter" hinterfragt seine eigene Notwendigkeit, zahlen müssens ja ohnehin die BürgerInnen.
In Zeiten der modernen Kommunikation braucht niemand einen Dorfbürgermeister der telefonisch erreichbar ist - da kann man sich gleich an den Schmied wenden.
In vielen Gemeinden wurden die Postämter geschlossen, die Lebensmittelgeschäfte, es gibt keinen Pfarrer mehr und kein Dorfwirtshaus, aber der Bürgermeister ist noch in Amt und Würden. Ersetzen die Gemeinden alles Zugesperrte oder zuckt der Bgm. auch nur die Schultern - dagegen kann man/er nichts machen.

Gegenflieger
01
10.6.2011, 22:35

Das Problem ist das viele Junge wegziehen wo es Jobmöglichkeiten gibt und aussicht auf Karriere oder Studium.Wenn man ehrlich ist haben die kleinen Gemeinden all das immer weniger zu bieten.

DirtyHarry
00
10.6.2011, 21:46

Kann man die Überschrift ändern - ev. so:

Bürger forderen sorgsamen Umgang mit dem Geld

Bitte lesen - hat direkten Bezug zum Thema:
http://diepresse.com/home/poli... huldenloch

DirtyHarry
00
10.6.2011, 21:45

Kann man die Überschrift ändern - ev. so:

Bürger forderen sorgsamen Umgang mit dem Geld

Bitte lesen - hat direkten Bezug zum Thema:
http://diepresse.com/home/poli... huldenloch

DirtyHarry
01
10.6.2011, 21:45

Kann man die Überschrift ändern - ev. so:

Bürger forderen sorgsamen Umgang mit dem Geld

Bitte lesen - hat direkten Bezug zum Thema:
http://diepresse.com/home/poli... huldenloch

DirtyHarry
00
10.6.2011, 21:42

Gemeinden haben sehr viel Geld in absurde Projekte gesteckt.
http://www.kleinezeitung.at/steiermar... lsch.story

Gemeinden lamentieren permanent - angeblich ist kein Geld da, anderseits haben viele Gemeinden sehr viel Geld vorloren, weil sie das vorhandene Geld falsch angelegt haben.
Wie kann man Geld anlegen das man nicht hat?

Kremser
00
14.6.2011, 08:16

steuergelder fließen in vereinskassen!
subvention, förderung, unterstützung oder wie auch immer genannt!
vereine sind hobbys irgendwelcher leute. warum deren hobby gefördert wird und meines nicht, sehe ich nicht ein!

DirtyHarry
00
18.6.2011, 07:35

"vereine sind hobbys irgendwelcher leute. warum deren hobby gefördert wird und meines nicht, sehe ich nicht ein"

kann ihnen nur zustimmen

carbonara
03
10.6.2011, 15:22

Bund, Länder, Bezirke, Gemeinden.....

ganz schön viele Hierarchie-Stufen für so ein Pimperl-Land.
Dazu kommt die ganze EU-Bürokratie, ohne im Gegenzug eine Hierarchieebene abzuschaffen.

Wen wundert´s, wenn sich´s finanziell nicht ganz ausgeht.

01052004
01
10.6.2011, 14:00
versteh ich nicht:

wenn pflegebedürftige zu 80% daheim gepflegt werden, entstehen den gemeinden erhöhte ausgaben??? wird heimpflege jetzt von den gemeinden finanziert und nicht mehr von den angehörigen???

oder kommen jetzt die leichen in den kellern zum vorschein: die abartigen finanzgeschäfte, abartige gemeinde-prachtbauten, abartige verträge zur vergabe von arbeiten im gemeindegebiet etcetc...

und es reicht halt offensichtlich nicht, einen schotterteil mit wasser zu füllen, ein paar einfamilenhäuser rundum zu stellen und ein shoppingzentrum aus dem boden zu stampfen...

Kremser
01
14.6.2011, 08:17

ja ja, in den letzten jahren hat sich eine schöne "kellerkultur" entwickelt in diesem land!

schmu schubiak
01
10.6.2011, 12:57

steuerzahler fordert belastungsstop.
weg mit den gemeinden!

lord sinclair
01
10.6.2011, 11:47
ich fordere einen belastungsstopp...

...für MICH!

meine abgabenquote, steuerlast ist ebenso zu hoch

Takeshi Kovacs
00
10.6.2011, 11:08
ich fordere ebenso einen belastungsstop!

Yellow submarine zum Giebelkreuz
04
10.6.2011, 09:44

ich fordere ein stopp und verfassungsrechtliche einschränkungen für orts- und gemeindekaiser. nicht jedes 500 einwohner dorf braucht ein freibad, nicht jede gemeinde ein thermalbad oder sonstige wellnes-oase. da liegt der hund begraben, am größenwahn der lokalen politiker.

Ohr O Pax
01
10.6.2011, 09:39
Fragen Sie den Bürgermeister von Wiener Neudorf, NÖ

einstmals eine der reichsten Gemeinden Österreichs, wie man in 6,5 Jahren die Schulden von 15 auf über 30 Mio. verdoppelt. Schuld ist natürlich nur die Finanzkrise, und so wurden heuer alle Abgaben zum Teil drastisch Erhöht, viele Förderungen und Subventionen erheblich reduziert oder gestrichen. Der Lebenshilfe wir aber ein Grundstück im Wert von ca. € 0,75 Mio. geschenkt (Verzeihung: für 99 Jahre um € 1,- / Jahr verpachtet) weil dieser Bürgemeister beim Land karriere machen will. Und jetzt gibt es Schönwetterpolitik in Form von "Leitbildentwicklung", weil die Gemeinde ja sonst keine anderen Probleme hat.... Das solche Menschen die Verantwortung für immerhin 10.000 Einwohner tragen, ist furchtbar und ein Zeichen dieser Zeit und Politik.

Achmo Ledbid
02
10.6.2011, 09:32
junge leute...

...am land? da sollen die gemeinden mal schauen, ob sie urbane zentren pflegen, ob auch ausgehlokale vorhanden sind (oder wegen der älteren anrainer doch unerwüscht sind), ob die bauabteilung moderne architektur akzeptiert, ob man neubausiedlungen mit voller infrastruktur bietet, ob es ein bus-system für schüler gibt, ob es sammel-taxis gibt, ob das letzte öffi nicht um 19 uhr heimfährt, wohnungen in verschiedener größe leistbar sind, usw... aber manche gemeinden glauben ein schwimmbad ist das allheilmittel um junge leute zu halten, bieten keinen brauchbaren öffentlichen verkehr für nachtschwärmer, asphaltieren neubausiedlungen erst 10jahre später, usw. die größten sorgen unsererer bürgermeister sind ein facharztmangel, postamts-mangel, ob

Spartaner13
02
10.6.2011, 09:26
Mein Vorschlag: Einsparen an der richtigen Stelle

Bei allen Gemeindebediensteten, weil die so hohe Gehälter haben? Nein. Bei den Vize-Vize-Chefs, Zimmerkommandanten, Untergruppenleitern ... ja vielleicht, weil so viele Vorgesetzte braucht man nicht. ABER wo man wirklich einsparen sollte sind die Ausgaben FÜR die Gemeindeverwaltung. Also irgendwelche teuren Büroaustattungen (Teppiche, Luster usw). Ich kenne auch ein paar Direktoren von Schulen, die sich immer wieder private Dinge mit dem Schulgeld kaufen, die Rechnung zur Gemeinde schicken und diese zahlt es dann brav. SOWAS darf doch nicht sein!

der Xote
14
10.6.2011, 08:44
Was vielen Gemeinden noch auf den Kopf fallen wird

Dadurch, dass viele beamtete Gemeindebedienstete sehr viel verdienen und demnächst in Pension gehen wird selbstverständlich auch deren Abfindung aus der Mitarbeitervorsorge fällig.

Generell sehe ich es so, dass die Gemeinden genug Geld haben. Sie wirtschaften schlecht und jetzt soll irgendwer dafür einspringen. Ich sehe das nicht ein.

Spartaner13
00
10.6.2011, 09:23

*lol* sorry, aber das ist einfach nur falsch. Die Gemeindebediensteten mit hohem Posten verdienen relativ viel ... aber die Mehrheit, die keinen hohen Posten hat, verdient nicht so viel ...

ocelote
02
10.6.2011, 08:34
auf Schrumpfung vorbereiten

Es gibt gute Gründe, warum der ländliche Raum schrumpft. Zu glauben, man könne diesen Trend aufhalten, ist eine kostspielige Illusion: So viel kann man gar nicht ausgeben um wieder Junge anzuziehen. Stattdessen wäre es notwendig, die Realität zu akzeptieren und die Leistungen sowie die Raumplanung daran anzupassen - auch wenn das für viele Bürgermeister sowie die dort bleibende Restbevölkerung psychisch nur schwer zu verkraften sein wird ...

ArtGenosse
 
02
10.6.2011, 08:14
Ganz so wie in den meisten Gemeinden-Bash-Posts sieht die Realität nicht aus. (Teil 1)

1. Ja die meisten Bürgermeister wären nicht qualifiziert genug dieses Amt zu übernehmen, aber die meisten Gemeinden bekommen zumindest in NÖ soweit ich das beurteilen kann Berater für die verschiedensten Dinge.
2. Der Präsident des Gemeindebundes hat insofern recht, dass das Land sich enormen Belastungen gegenübergestellt sieht. Glauben Sie nicht? Schauen Sie sich das Budget einer beliebigen Gemeinde an und vergleichen sie die Beiträge, die die Geminden abgeben für Pflege und sonstige Beiträge ans Land. Dagegen sind ärgerliche (Jugendcontainer um mehrer 10-Tausender) Prestigeprojekte Peanuts.

Ran Dom
02
10.6.2011, 09:29
Danke für den Beitrag!!

Auch ich war mal Gemeinderat - einen undankbareren Job gibt es kaum noch.
Das bisschen Geld steht in keiner Relation mit dem Aufwand, den man hat wenn man es ernsthaft betreibt.
Egal wo man hinkommt, jeder will nur was von einem - meistens noch dazu das Gegenteil von dem was wieder andere wollen.
Das Schlimmste ist, das alle glauben man hat persönlich irgend etwas davon Gemeinderat zu sein - es ist halt wie so oft in Ö - die meisten Bürger sind Politkonsumenten und überlassen das Feld schimpfend anderen. Kaum jemand will sich selbst politisch betätigen.

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