Grüne wollen Noten in Volksschule abschaffen

9. Juni 2011, 10:42
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    apa-foto: harald schneider

    Lernzielorientierte Beurteilung anstelle von Notenvergabe, fordern die Grünen.

Ziffernnoten sind ein "Hemmschuh", meint Bildungssprecher Walser - Er setzt auf Kompetenz statt Faktenwissen

Wie so vieles im österreichischen Schulsystem stammen auch die Ziffernnoten aus dem 19. Jahrhundert. Die Grünen haben sich schon öfter gegen dieses System der Leistungsbeurteilung ausgesprochen. Nun fordern sie in einem Entschließungsantrag die "weitesgehende Abschaffung der Ziffernnoten, jedenfalls an den Volksschulen". Stattdessen sollen die Leistungen von Schülern mit anderen Methoden, wie beispielweise Pensenbüchern, in die Lernfortschritte eingetragen werden, und lernzielorientierter Beurteilung überprüft werden.

ÖVP will Noten beibehalten

Bisher werden die Leistungen von Schülern mit Prüfungen und Tests, die benotet werden, bewertet. Die ÖVP hat in ihrem Bildungskonzept klargestellt, dass sie an den Noten festhalten will. In alternativpädagogischen Schulen wie der Montessori-Schule oder den Waldorfschulen werden Leistungen anders beurteilt. Auch in Finnland und Schweden, die bekanntlich bei der PISA-Studie sehr gut abgeschnitten haben, gibt es keine Ziffernnoten. Die Bildungsreform von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ), sieht Bildungsstandards vor - hier wird festgehalten, welche Kompetenzen Schüler ab einer bestimmten Schulstufe können müssen. Diesen Weg wollen die Grünen nun auch im Schulalltag gehen.

Sein Idealbild der Leistungsbeurteilung und -feststellung zeichnete Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen bei einem Hintergrundgespräch. Gemeinsam mit Angela Schulster von der Universität Klagenfurt, die beim Projekt IMST (Innovationen machen Schulen Top) Leiterin der Themas "Prüfungskultur" ist.

Ziffernnote "fataler Hemmschuh"

"Die Ziffernnote ist vor allem in der Volksschule ein fataler Hemmschuh", erklärt Walser. Sie entscheide darüber, ob ein Kind ins Gymnasium oder in der Hauptschule komme. Dabei würden Noten "wenig bis nichts über die Leistung" der Schüler aussagen, so der Grüne Bildungssprecher. Noten würden bei vielen jungen Menschen vor allem Blockaden schaffen. "Wir wollen Neugierde wecken, keine Panik bis zur nächsten Schularbeit", sagt der ehemalige Schuldirektor eines Gymnasiums.

Mehr Transparenz

Die Grünen forden deshalb in ihrem Entschließungsantrag, dass es den Schulen einfacher gemacht wird, Leistungen von Schülern anders als mit Ziffern zu bewerten. Demnach soll der Lehrer am Anfang des Schuljahres seinen Schülern klar machen, welche Kompetenzen sie sich im Lauf der folgenden Semester erwerben sollen. Dies würde mehr Transparenz schaffen, so Walser. In Pensenbüchern, sollen Lehrer den Lernfortschritt von Kindern vermerken, was dem Bildungssprecher zu Folge zu mehr Motivation führen würde.

Kommission statt Lehrer

Am wichtigsten ist für Walser die Rückmeldung ans System. Eine unabhängige Kommission soll ein bis zwei Mal jährlich die Kompetenzen der Schüler erfassen, damit Lehrer, Direktoren und das Unterrichtsministerium wissen, wo es Probleme gibt und was die Schüler noch lernen müssen. Dieses System würde dazu führen, dass "die Lehrer mit den Schülern in einem Boot sitzen", so Walser. Damit hätten sie nicht mehr die Aufgabe eines Richters, sondern eines Coaches.

Mit den Bildungsstandards, die Ministerin Claudia Schmied (SPÖ) bis 2012 einführen will, wird dieser Weg bereits gegangen. In der Leistungsbeurteilungsverordnung, in der die Lehrer erfahren, wie sie die Leistungen von Schülern anhand von Noten beurteilen sollen, schlägt sich diese Kehrtwende weg von der Überprüfung von Faktenwissen in Richtung Kompetenzorientierung allerdings noch nicht zu Buche. Genau das fordern nur die Grünen in ihrem Entschließungsantrag.

Warum aus ihrer Sicht eine Kompetenzüberprüfung besser als Noten ist, erklärt Angela Schuster von der Universität Klagenfurt so: "In Mathematik müssen die Schüler bei jeder Schularbeit die Hälfte der Punkte erreichen, um ein 'Genügend' zu bekommen. Das kann aber heißen, dass ein Schüler nie die Wahrscheinlichkeitsrechnung gekonnt hat".

Walser: "Ich bin Vertreter des Leistungsprinzips"

Was entgegnet Walser nun jenen, die Noten befürworten, da sie Schüler zu Leistungen anspornen? "Eine Note ist keine Leistungsbeurteilung, Noten sind eben nicht vergleichbar", sagt der Bildungssprecher. Eine Arbeit eines Schülers würde von unterschiedlichen Lehrpersonen mit "Sehr gut" oder "Ungenügend" beurteilt. "Ich sage: Die ÖVP verhindert Leistung und ich bin der Vertreter des Leistungsprinzps", so Walser. (lis, derStandard.at, 9.6.2011)

Kommentar posten
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mountaineer
10
28.7.2011, 12:41

Warum sind die Beiträge Walsers immer so ungewollt komisch?

Episteme
00
28.6.2011, 19:01

Er selbst hat immer fair und gerecht benotet :D

Interessant...
00
28.6.2011, 18:22
TEIL 2

Ähnlich bei der mündlichen Beurteilung. Länder heranzuziehen, in denen eine solche sich offensichtlich zumindest nich negativ auf den Bildungserfolg auswirkt, vllt sogar positiv - ohne dabei das Gesamtsystem dieser Länder miteinzubeziehen, lässt mich böse Absicht, oder mehrfaches Aufsteigen mit zumindes 2 Fünfern vermuten (musste sein)

In der momentanen Situation denke ich, kann keine sinnvolle Diskussion über diese durchaus argumentierbaren Neuerungen stattfinden - da sie im gegenwärtigen Kontext ein Verschleppen der Situation ermöglichen.
Die schlechen Bildungsverhältnisse schaffen an sich immensen Druck - diesem weicht man mit vorliebe aus; und diese Maßnahmen vereinfachen ein Ausweichen, auch wenn ihr Hintergrund gern ein anderer wär!

Interessant...
00
28.6.2011, 18:16
Meiner Meinung nach, tragen mit diesen Themen alle Beteiligten dazu bei das Hauptthema zu umgeehn: Kürzungen der Bildungsbudgets (vA Unis) TROTZ katastrophaler Bildungssituation

jetzt eine Diskussion über Aufsteigen mit 3 Fünfern zu führen, kann mE garnicht fruchten. Selbst mit den besten Argumenten&Absichten, komm ich nicht drumrum zu vermuten, dass diese Regelung dazu missbraucht würde, die notwendigen Investitionen & Änderungen ins Bildungssystem zu verschleppen. Ich fühl mich an die AMS-Politik der Zwangsverkursung oft ohne Sinn & Ziel erinnert, um die Arbeitslosen aus der Statistik zu halten, ohne damit den Tatsachen zu entsprechen, oder echte Hilfe für die Betroffenen zu schaffen.
Ich geniere mich mittlerweilen zutiefst für mein Geburtsland Österreich:
PISA
27% Strache
Bildungsbudget-Kürzungen
EU-fremdeln par excellence
keine Vision(en) für AUT oder EU
& das im angeblich 7.reichsten Land auf diesem Erdball...

WeAreChange
00
23.6.2011, 12:28

Die guten PISA-Ergebnisse von Schweden und Finnland sind aber nicht nur auf das Fehlen von Ziffernnoten zurückzuführen oder Herr Walser?

das ist fix
00
22.6.2011, 19:32

Die Grünen liegen vollkommen falsch.
In der Volksschule geht es nicht um "Faktenwissen" -es geht dort um das Erlernen von Basisfähigkeiten, damit sich Kinder später überhaupt "Faktenwissen" aneignen können.

akademius
 
50
22.6.2011, 18:05

Noch so ein Wahnsinns-Vorschlag von den GrünInnen. Wie sollen die Kinder den lernen, dass Leistung belohnt wird? Die GrünInnen würden wohl gerne kleine antikapitalistische Chaoten heranzüchten.
Gottseidank gibt es mit der ÖVP und Dr. Spindelegger einen Faktor in der Regierung, der solchen Idiotien Einhalt gebietet.

lawiesalon
 
12
21.6.2011, 01:36
Der ÖVP souffliert

Noten: na aber sicher. Dazu passend könnte man auch andere bewährte Mittel wieder einführen:
- Schuluniformen
- Karzer
- Rohrstaberl und Eselsmütze
- Pflichtlatein ab der ersten Klasse, damit's das quod licet besser verstehen
- Schüler prinzipiell mit dem Familiennamen anreden, das schafft die nötige kritische Distanz
- Kollektivstrafen
- auf Fünfer prüfen

wenn schon, denn schon!

walter h.
01
21.6.2011, 12:59
obrigkeitsglaube

das schulsystem werden die politiker nie frei von einflußnahme, authoritätsdenken, obrigkeitsglauben, gleichmachersystem...etc machen
das is pure illusion -
denn das schlimmste was politikern passieren kann,
sind selbständig denkende, kritische und antiauthoritäre staatsbürger!!
(dann gäbe es nur mehr "linke")

bbbbbbb
10
20.6.2011, 10:54
Wie lange lassen wir es zu,

daß solche "Einfachdenker" über unsere Kinder bestimmen?!

Rosenholzer
00
20.6.2011, 08:00

Ohne Faktenwissen keine Kompetenz!

Kelborn
01
17.6.2011, 08:39
neue GrünInnenpolitik

Noten verbieten!
Automaten verbieten!
Radfahren verbieten!
Alles verbieten!

Pfuideifi
01
19.6.2011, 23:57

stupide postings verbieten...

schreiber2
40
14.6.2011, 21:19
schon mal überlegt,

dass hinter den ziffern der noten eine ziemlich genaue, vom gesetz definierte beschreibung der schülerleistung steht?

haymat
01
20.6.2011, 20:50
der war gut!

RS69
 
00
14.6.2011, 21:57

Sie haben noch nie Noten vergeben?

wombat007
20
14.6.2011, 14:51
Wombat will Grüne im Parlament abschaffen!

tock tock tock
01
13.6.2011, 18:50
Bei einer verbalen Beurteilung

kann man dann dazuschreiben warum jemand dumm ist - und nicht nur dass jemand dumm ist.

s.i.a s.l.
00
14.6.2011, 05:22
so weit

darf dann die verbale beurteilung auch wieder nicht gehen. lt. grüne und anderen darf es keine dummen menschen geben.

RS69
 
00
13.6.2011, 18:58

Man kann aber auch dazuschreiben, was er kann und was er nicht kann.

Was wesentlich differenzierter wäre, und möglicherweise für so manchen Job weniger verhindernd wäre als ein 5er.

_mimmi
00
19.6.2011, 19:26
anmerkung

aber im grunde haben sie recht :)

_mimmi
00
19.6.2011, 19:22
hehe sie sind nicht ganz beim thema ;)

sie haben da was übersehen: nach der volksschule geht niemand arbeiten ;) ;)

RS69
 
01
19.6.2011, 19:53

Aber für manche ist es der höchste erreichte Abschluss. ;-)

meinSenfdazu
00
29.6.2011, 12:34
danke für das outing

RS69
 
00
29.6.2011, 12:55

Netter Versuch - Ich bin am anderen Ende der Skala.

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