Nachlese

Ex-Linksextremist Battisti erhält Aufenthaltsgenehmigung

9. Juni 2011, 11:08

Gründungsmitglied der "Bewaffneten Proletarier" freigelassen - Italien geht vor Internationalen Gerichtshof

Brasilia -  Brasiliens Regierung hat dem italienischen Ex-Linksextremisten Cesare Battisti eine Aufenthaltsgenehmigung gewährt. Einen entsprechenden Beschluss fällte am Mittwoch der dem Arbeitsministerium angegliederte Nationale Einwanderungsrat in Brasília. Die Entscheidung ist Voraussetzung für ein Daueraufenthaltsvisum, dessen Ausstellung dem Justizministerium obliegt. Diese Entscheidung gilt aber als sicher.

Anfang Juni hatte der Oberste Gerichtshof Brasiliens die Auslieferung Battistis nach Italien abgelehnt und seine Freilassung angeordnet. Von neun Richtern stimmten sechs gegen die Auslieferung des 56-Jährigen. Die Richter bestätigten mit ihrer Entscheidung einen entsprechenden Beschluss des früheren brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva.

Dieser hatte an seinem letzten Tag im Amt am 31. Dezember 2010 einem Auslieferungsantrag Italiens eine Absage mit der Begründung erteilt, Battisti könnte Opfer politischer Verfolgung werden. Die Entscheidung Lulas entspreche dem 1989 zwischen Brasilien und Italien vereinbarten Auslieferungsabkommen, hieß es am Mittwoch vom Gericht. Zugleich stimmten die Richter mehrheitlich für die sofortige Freilassung Battistis.

Italien geht vor Internationalen Gerichtshof

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi erklärte, er bedauere den Beschluss des brasilianischen Gerichtshofs, da er die Rechte der Angehörigen von Battistis Opfern ignoriere. Italien respektiere den Willen der brasilianischen Justiz, werde jedoch weiterhin auf internationaler Ebene aktiv sein, damit die Abkommen zwischen den beiden Ländern respektiert werden.

Außenminister Franco Frattini erklärte, dass der Beschluss des Obersten Gerichtshofs in Brasilien ein Affront für die Angehörigen von Battistis Opfern sei, die Gerechtigkeit verlangten. Italien werde sich beim Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag einschalten und weiterhin für Battistis Auslieferung zu kämpfen.

Frage nationaler Souveränität

Kurz vor dem endgültigen Gerichtsurteil hatten die Richter erklärt, Italien sei nicht berechtigt, die Entscheidung des brasilianischen Präsidenten infrage zu stellen. Es handle sich um eine Frage nationaler Souveränität. Das Oberste Gericht hatte einer Auslieferung Battistis nach Italien im November 2009 zunächst zugestimmt, die endgültige Entscheidung aber dem Staatschef überlassen. Diese hatte zu einer andauernden, diplomatischen Krise zwischen Brasilia und Rom geführt.

Ausbruch aus italienischem Gefängnis

Battisti soll als Gründungsmitglied der Gruppe "Bewaffnete Proletarier für den Kommunismus" Ende der 1970er-Jahre an vier Morden in Italien beteiligt gewesen sein. Zwei seiner Opfes sollen italienische Polizisten gewesen sein.  Nach dem Ausbruch aus einem italienischen Gefängnis fand er jahrelang in Frankreich Asyl, das ein Ausstiegsprogramm für italienische Linksextremisten aufgelegt hatte. Im Rahmen der nach dem damaligen Präsidenten benannten "Mitterand-Doktrin" wurden wegen Gewaltverbrechen Verurteilten, die nicht an "aktivem,  blutigem Terrorismus" beteiligt waren, nicht nach Italien ausgeliefert.

Ein Pariser Gericht lehnte 1991 seine Auslieferung nach Italien ab. Als Frankreich 2004 sein Asyl zurückzog, floh Battisti nach Brasilien und wurde im März 2007 in Rio de Janeiro festgenommen.

Kritik aus Rom

Italien kritisierte das Urteil des brasilianischen Gerichts scharf. Die Entscheidung, nicht die Auslieferung "eines Kriminellen wie Battisti" anzuordnen, stelle ebenso wie die Entscheidung des damaligen Präsidenten Lula "zum wiederholten Mal eine Erniedrigung für die Familien seiner Opfer" dar, zitierte die italienische Nachrichtenagentur ANSA Jugendministerin Meloni.

Battisti war Gründungsmitglied der Gruppe "Bewaffnete Proletarier für den Kommunismus". Er streitet eine Beteiligung an den Morden, wegen denen er verurteilt wurde, ab. Mit der jüngsten höchstgerichtlichen Entscheidung darf er in Brasilien bleiben.  (red/APA)

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Posting 1 bis 25 von 112
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Schinkenfleckerl 3000
03
23.6.2011, 16:56

Wenn wir schon bei frei herumlaufenden Terroristen mit Italienbezug sind: Wie gehts eigentlich Licio Gelli?

NONE
00
19.11.2011, 02:30

Der Verbrecher ist leider nach wie vor frei.

Für die Terroranschläge der Gladio-Operation gehört er meiner Meinung nach lebenslang eingesperrt.

Javert
00
23.6.2011, 12:59
"Die Entscheidung, nicht die Auslieferung "eines Kriminellen wie B." anzuordnen"

... ja, DARAN knabbert das italienische parlament seit jahren, das ist ja das schändliche

Ernst Guevara
22
23.6.2011, 12:55
wäre der herr battisti

ein rechtsextremer massenmörder, bei deren aufzählung ich ewig brauchen würde, weshalb ich nicht näher ins detail gehe, dann würden uns die rechten freaks hier im forum erklären, dass alles seine richtigkeit habe. aber der mann ist ein linker, da gelten natürlich andere maßstäbe. also braucht man den theaterdonner der rechten forumsfreaks genauso wenig beachten wie die angebliche sorge der italienischen faschisten um die angehörigen von battistis mutmaßlichen opfern.

Kein Begriff drückt Mich aus
04
23.6.2011, 12:19
Das gut zu finden könnte schon bald strafbar sein in Österreich.

Freigeistin1
11
24.6.2011, 09:13

Na hoffentlich! Wir brauchen keine Extremisten - egal ob von rechts oder links!

AntiFa201
11
19.8.2011, 15:35

aber turbokapitalistische extremisten müssen wir schützen, mit unserer verfassung, gell? die menschen werden ja nicht zerbombt, sondern sterben einen langsamen tod... das ist viel besser, gell?

pöse pöse
 
00
30.8.2011, 18:11

Ich wünschte beinahe ich könnte in deiner Welt leben - so einfach, so zweidimensional, und für alles gibt es EINEN Sündenbock...

gracchus l'ouverture
00
23.6.2011, 11:47
allein

schon weil er vermutlich bei der Namensfindung dabei war sollte er Asyl erhalten.
"Bewaffnete Proletarier für den Kommunismus" - das klingt eher nach Star Trek als nach Linksradikalismus.

Roter Baron
01
23.6.2011, 08:52
jetzt wird er aber fuchtig werden

der baldy man in italien
oder aber es wird wieder schnell ruhig um die sache
weil seine rechtsrechte regierung doch nicht auseinandergeflogen ist.

roter baron

Poldi Fesch
00
23.6.2011, 11:30
den wollen auch

die linkslinken im Haefen sehen

Jupidupidu
00
22.6.2011, 19:24

weiß jemand, ob der ein nachfahre des im ersten weltkrieg ermordeten cesare battisti ist?

muhme
00
23.6.2011, 10:56
nein,

soweit ich das herausfinden konnte, handelt es sich um eine zufällige Namensgleichheit. Ist aber schon interessant, die beiden Viten zu vergleichen....

Martin de sa vieira
87
12.6.2011, 21:01
bunga bunga

Die brasilianische Entscheidung war rechtsstaatlich einwandfrei und muß von Italien hingenommen werden! Brasilien hat in Italien immer noch einen Alliertenstatus und übrigens auch in Deutschland! Die italienischen Politiker sollten vorsichtig mit Ihren Handlungen sein! Brasilien hat nach internationalem Recht und den Alliertenverträgen immer noch das Recht Truppen nach Italien zu versenden, um seine nationale Sicherheit zu garatieren und die Italiener in Ihre Grenzen zu verweisen. Keiner könnte dies unterbinden! Nicht einmal die USA! Sie würden sonst einen dritten Weltkrieg anfangen, denn dann wären alle bestehenden Verträge ( Alliertenverträge, der deutsche Einigungsvertrag, Rechtsabkommen u.s.w.) gebrochen und China und Rußland würden sic

Pullutbay
00
16.8.2011, 00:47
Und was hast du geraucht?

Poldi Fesch
00
23.6.2011, 11:33
dann sollen

sie einmal senden. Die Entscheidung ist rechtsfrei u. willkuerlich. Ein Staat deckt einen, in einem ordentl. Verfahren verurteilten Moerder

Träume sind Schäume..
00
23.6.2011, 11:21
Einen Schei*dreck hat Brasilien

Die Verweigerung der Auslieferung eines Mörders bzw. Massenmörders kann ein Staat schon erklären.

Als Reaktion sind natürlich alle zwischenstaatlichen Rechtshilfeabkommen zu kündigen.
Übrigens bei zivilrechtlichen Klagen der Opfer des besagten Mörders läßt sich auch brasilianischer Staatsbesitz gerichtlich beschlagnahmen und als Entschädigung überweisen.

Der Mist mit dem "Alliertenstatus" klingt ja lustig lol.
Da müssten kubanische Truppen auch grad in Deutschland stehen ;)

Im übrigen gibts Präzedenzfälle für solche Probleme.
Der Massenmörder Eichmann wurde vom israelischen Geheimdienst in Brasilien gefasst, rausgeschmuggelt und in Israel nach einem Prozess hingerichtet.

Problem gelöst ;)

babak kamgaran
 
00
23.6.2011, 10:41

oje, ein brasilianischer xxhour ...

JP M
02
23.6.2011, 03:35
Ha ha...

...die brasilianische Armee ist ein Witz.

Die haben nicht einmal die Transportkapazitaeten um Truppen nach Italien zu transportieren.

vogel von der walterweide
11
17.6.2011, 13:09

das schau ich mir an, ob das niemand verhindern kann. mindestens die italienische armee weiß das zu verhindern. oder die nato. ;-)

und nein, nur weil ein teilrecht verweigert wird, bedeutet das nciht, dass alle verträge ungültig sind.

auch hat brasilien kein recht besatzungssoldaten zu schicken, dazu braucht es einen un-beschluß, wie auch dafür, wenn die allierten wieder österreich besetzen wollen. bestehendes recht ist, dass die vier sigermächte gewisse kontrollrechte ausüben können - theoretisch! praktisch wird das nicht gemacht. brasilien gehört aber nicht in den kreis der allierten, die diese kontrollrechte ausüben darf.

es wäre schön wenn sie ihre halbwahrheiten in volle umwandeln würden...

Martin de sa vieira
52
17.6.2011, 22:29
Ich weiß von was ich rede

Mein Großvater hat gekämpft in Italien im 2. Weltkrieg in der brasilianischen Armee. Ich habe alle Verträge hier als Kopie! Außerdem ist die Armee Italiens doch eher ein Witz und würden die so dumm sein und Brasilien den Krieg erklären ( Was ich nicht glaube! ) Würden die Brasilianer einen Raketensilo in Alcântara öffnen und die Welt wüsste, dass man uns nicht ungestraft den Krieg erklärt! Unser Verteidigungsminister und Außenminister hat das ja schon oft erklärt! Die über 200 Raketensilos in Alcântara sind nicht leer. Wir können Italien ohne Probleme treffen, aber die nicht uns! Nur eine Stadt würde reichen und Italien würde kapitulieren! Übrigens würden wir das wohl aber eher wie die Amerikaner tun und unsere Elitekommandos reinschicken u

Schinkenfleckerl 3000
00
23.6.2011, 16:50

Alcantara? Dieser Nachwuchskicker von Barcelona?

Poldi Fesch
01
23.6.2011, 11:34
dasz die bras. Regierung

im rechtsfreien Raum agiert hat man in dieser Causa gesehen

étoile du berger
00
23.6.2011, 09:09

Sind sie Aktivist einer Medien-Guerilla-Gruppe?

Karl-Heinz, der Unschuldsvermutete
00
23.6.2011, 09:51
Eher

Entsprungener

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