"Positionen der NATO nicht hinnehmbar"
Brüssel - Die NATO und Russland haben bei ihren
Beratungen über einen Raketenschild in Europa erneut keinen
Fortschritt erzielt. Das Ziel der NATO seien weiterhin "zwei
unabhängige Systeme mit einem gemeinsamen Zweck", sagte der
Generalsekretär der Militärallianz, Anders Fogh Rasmussen, nach einer
Sitzung des NATO-Russland-Rats in Brüssel. Für Russland seien "die
Positionen der NATO nicht hinnehmbar", sagte der russische
Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow nach den Gesprächen mit
seinen NATO-Kollegen.
Die NATO hatte im November bei ihrem Gipfel beschlossen, einen
Raketenschirm zum Schutz Europas aufzubauen. Russland sagte zwar zu,
sich an dem Vorhaben zu beteiligen. Über die Details der Kooperation
gibt es jedoch noch keine Einigung. Schon bei dem
NATO-Außenministertreffen im April in Berlin hatte es in dieser Frage
keine Fortschritte gegeben.
Moskau besteht auf schriftlichen Garantien, dass der Abwehrschild
nicht die russische Fähigkeit zu einem Gegenschlag im Falle eines
Atomangriffs beeinträchtigen darf. Er verstehe das Bedürfnis
Russlands nach schriftlichen Garantien, aber "die beste Garantie ist
eine aufrichtige und enge Zusammenarbeit bei der Raketenabwehr",
lehnte Rasmussen diese Grundforderung der Russen ab. Bis zum nächsten
NATO-Gipfel im Mai 2012 solle jedoch an den Meinungsverschiedenheiten
gearbeitet werden, fügte der Däne hinzu. (APA)