Lehrerbildung Neu

Mödlhammer ist gegen Akademisierung von Kindergartenpädagoginnen

8. Juni 2011, 15:58
  • Artikelbild
    foto: der standard/hendrich

    Gemeindebundpräsident Mödlhammer warnt vor einer "künstlichen Akademisierung".

Gemeindebundpräsident sorgt sich um Finanzierbarkeit

Es ist noch nicht einmal beschlossen, da gibt es schon erste Proteste. Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer spricht sich gegen eine akademische Ausbildung für KindergartenpädagogInnen aus. "Wir haben in Europa eine hervorragende Ausbildung, die Bakips (Anm.: Bundesbildungsanstalten für Kindergartenpädagogik) leisten sehr gut Arbeit", sagt Mödlhammer im Gespräch mit derStandard.at. Er spricht von einer "künstlichen Akademisierung", die nicht notwendig sei. 

Der Plan alle pädagogischen Ausbildungen in ein vierjähriges Bachelorstudium zu integrieren, kommt von Andreas Schnider, Leiter der Vorbereitungsgruppe Lehrerbildung neu. Auch KindergartenpädagogInnen sollen künftig dazu zählen. Bisher ist die Ausbildung in Österreich durch Bakips organisiert, das heißt entweder eine fünfjährige Ausbildung von der neunten Schulstufe beginnend mit Matura als Abschluss oder ein zweijähriges Kolleg nach der Matura. 

Knackpunkt Finanzierung

"Man kann nicht nur akademisch ausbilden, man muss dann auch akademisch zahlen und dafür entsprechende Stellen schaffen", sagt der Gemeindebundpräsident. "Das trifft dann nicht den Bund, nicht die Länder, das trifft in erster Linie die Gemeinden", empört er sich. Es bedeute eine enorme Belastung für Gemeindebudgets ohne zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen. Mödlhammer kann darin keine Qualitätsverbesserung erkennen. Er wolle niemanden daran hindern eine akademische Ausbildung zu absolvieren, aber eine generelle Vereinheitlichung der PädagogInnenausbildung lehne er ab. 

Es müssen andere Prioritäten gesetzt und die Betreuungsmöglichkeiten den Bedürfnissen der Kinder und Eltern angepasst werden. Mödlhammer schlägt flexiblere Betreuungszeiten und kleinere Gruppen vor. "Lassen wir die Kirche im Dorf, wir haben einen hohen Qualitätsstandard. Warum muss man immer etwas draufsetzen?" Weiterbildungsangebote können auch außerhalb von Universitäten wahrgenommen werden. (mte, derStandard.at, 8.6.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2
Carla Sociale
11
Kinder gehören bis zum 5.Lebensjahr von der Mutter betreut.

Dann darf ein Jahr Kindergarten folgen, um das Kind an den schulischen Rhythmus zu gewöhnen.
Dadurch, dass diese Grundsätze verletzt werden, gibt es heutzutage so viele verhaltensgestörte Kinder und Jugendliche.

rigil kent
00
11.6.2011, 12:57

Wer dazu ein rotes Stricherl gibt, kennt weder Entwicklungspsychologie noch Kulturanthropologie!

Bildung Zukunft
02

Wie kann sich jemand anmaßen über die Ausbildung von Dipl. KindergartenpädagogInnen bestimmen zu wollen, wenn er anscheinend nicht die geringste Ahnung von der miesesten Ausbildung ganz Europas hat?
Österreichische Pädagoginen dürfen in ganz Europa maximal als Assistentinnen arbeiten-soviel zur ausgezeichneten Ausbildung!!!!!!!
Weiß Herr Mödlhammer überhaupt, welche Qualifikationen eine Kindergartenpädagogin mitbringen soll um kompetent arbeiten zu können?
Ausgezeichnete Sprachkenntnisse (wir sind oftmals das 1 Sprachvorbild von Kindern mit einer anderen Muttersprache), psychologische Fachkenntnisse (Elterngespräche, Reflexionsgespräche, Beratung bei familiären Problemen wie zum Beispiel Scheidung, Bettnässen,Reinlichkeitserziehung....

Lines Peanut
10

Frau Magister Tante, der Bernhard hot mi wieder gezwickt...

Bildung Zukunft
00
Sorry hab grad Tippfehler entdeckt-war in Schreibrage

PädagogInne natürlich mit 2 n

double standard
03

auch ärzte und juristen wären leichter finanzierbar wenn man ihnen keine akademische ausbildung aufzwingt

Plattform EduCare
 
04
"Schuster bleib beim Leisten!" - Entbehrliche Zurufe

Wir von der Plattform EduCare wollen den Herren und Damen Bürgermeister nicht erklären, welche Qualifikation sie für ihren sicherlich herausfordernden Beruf brauchen.

Wir wollen aber auch nicht, dass uns erklärt wird, welche Ausbildung für KindergartenpädagogInnen die geeignetste ist und daher halten wir solche Zurufe für entbehrlich.

Wir haben daher an Herrn Präsidenten Mödlhammer einen offenen Brief geschrieben: http://www.plattform-educare.org/Offener%2... 202011.htm

Rosa Stahl
00

Der große Denkfehler liegt in der Annahme, dass Familie einfach durch Institutionen ersetzt werden kann.
Gerade Leute, die über Entwicklingspychologie von Kleinkindern bescheid wissen (sollten), sollten bemerken, dass Bindungsfähigkeit und sonstige wesentliche Anlagen im Kind in den ersten drei Jahren grundgelegt werden. Kinder, die in dieser Zeit in schwierigen Familien, oder deswegen vermehrt in großen Insitutionen aufwachsen müssen, verlieren fast unwiederbringlich einen wesentlichen Teil ihres Lebens für die spätere Entwicklung. Zu glauben, dass man dies mit Zwangskindergarten wett machen kann, zeugt von einigem Sachunverstand.

D/E
01
Ungefähr die gleiche Formulierung könnten die Gemeinderäte

verwenden, die ganz sicher nicht auf den Zuruf einer Erzieher/innen-Plattform gewartet haben.

Der Bund schafft an, die Gemeinden zahlen?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so einfach wird.

Denker9
03

Mödlhammer hätte am liebsten, dass Muttis, die zuhause sind, ehrenamtlich Kindergartentante spielen!
Zahlt endlich Frauen den ihnen zustehenden Lohn für jene wichtigen Arbeiten, die sie für die Gesellschaft leisten! Leider werden KindergartenpädagogInnen und ihre Arbeit nicht ernst genug genommen.

[Cotton]
02

Eine "Akademisierung" soll dann aber auch wohl mit einer Gehaltssteigerung einhergehen. Wer zahlts?

coolio
20

;-) niemand, ist ja gratis der kindergarten. im ernst der spaß kostet viel und bringt wenig, außer den pseudoakademikerInnen am gehaltszettel und der partei, die diese umverteilung herbeigeführt hat.

trollvottel
00

Kindergartentanten ein Diplom zu schenken ist immer noch billiger, als endlich in die Unis zu investieren -- und fettet die Absolventenstatistiken genau so auf.

Neuer Nick neues Glück
01

Fehlt das nicht das Innen-Bi? Oder gilt das für männliche Pädagogen nicht?

Mamma mia!
10
Der Mödlhammer

ist ein Hammer!

Einserseits plagen ihn Sorgen über die vielen total verschuldeten Gemeinden.

Gemeindezusammenlegungen will er aber keine. Ebenso will er auch nicht beim unnötigen Personal sparen. Denn da könne man vor allem in kleineren Gemeinden 3 von 4 Gemeindeverwaltunsbediensteten nach Hause schicken und die übrigen würden sich immer noch fadisieren.

Er will einfach nur mehr Steuergeld, damit das Geld der Bürger weiter beim Fenster hinaus geworfen werden kann.

So Leute sind der Untergang.
Weg mit Mödlhammer!!!

sociovation
00
Gute Idee

Am besten noch alle Waffen des Bundesheers verkaufen, die moderner als ein Faustkeil sind ("jemand der sein Land wirklich liebt, verteidigt es auch mit bloßen Händen") und die Budgets sind saniert.

trollvottel
11

Die "Akademisierung" der Kindergartentanten hat ja auch nur ein einziges Ziel: Die Akademikerinnenrate künstlich zu erhöhen, ohne dass man einen Cent in Bildung investieren müsste.

Spucks
22
"wir haben einen hohen Qualitätsstandard"

*looooooooooooooooooooooooooooool*

sowieso
010
mödlhammer sollt sich mal einen tag reinstellen

einige verahltensoriginelle, die die ganze gruppe tyrannisieren, die eltern meist noch ärger. grossteils goldene einzelkinder, denen man alles machen muss. ich bewundere meine kindergärtnerinnen, die mE stark unterbezahlt sind, weshalb massiver Arbeitskräftemangel besteht.
Pädagogische Ausbildung mit generell angepasster Entlohnung ist mehr als notwendig!

Rosa Stahl
00

Sie bringen es auf den Punkt: die Sozialisation in vielen Familien ist zum Sp*iben. Die Kinder deswegen quasi von der Geburtsstation in die Krippen zu verfrachten macht die Sache auch nicht besser, höchstens führt das zu bindungsgestörten Kindern.

Familien, die mehrere Kinder haben und diese auch noch vernünftig erzogen sind, die suchen sich dann halt bei den Kindergärten die Rosinen aus dem Kuchen, sowas gibts ja auch.

Reg.Rat Borromäus Maschitz
51
in der tat:

eine liebevolle kindergartentante, die ein kind altersgemäß betreut und fördert, braucht keine akademische ausbildung.

bei manchen betreuerInnen wäre auch, ob des postnatalen alters diverser kinder, die absolvierung eines wickelkurses nicht schlecht...

Denker9
04

Kinder, die noch gewicklt werden müssen, sollten gar nicht fremdbetreut werden müssen! Und "liebevolle Kindergartentante" klingt nach Diskriminierung dieser anspruchsvollen pädagogischen Aufgabe!

Rosa Stahl
00

Erster Satz: Zustimmung

Zweiter Satz: Ich wünsche sehrwohl eine liebevolle Person im Umgang mit meinen Kindern. Und die braucht tatsächlich nicht verakademisiert sein. Ich kenn genug sog. Akademiker/innen im Schul- und Sozialbereich, die sowas von meschugge sind, dass man ihnen Kinder nicht guten Gewissens ausliefern darf.

Denker9
04

Es gibt auch genügend bescheuerte Ärzte, Juristen... Aber eine akademische Ausbildung bringt auch mehr Bildung mit sich! Ich möchte, dass meine Kinder von gebildetem Betreuungspersonal, das nebenbei auch nicht nur Dialekt sprechen kann, gefördert wird!

La Balance
05

Herrn Mödlhammer ist sich hoffentlich schon bewusst, dass Österreich neben Malta, in der päd. Ausbildung der Kindergartenpädagoginnen europäisches Schusslicht sind, d. h. in alle ehelmaligen Ostblockstaaten befindet sich die Ausbildung auf der Uni. Ganz zu schweigen im skandivanvischen Raum. Aber Hauptsache ein Gemeindebundpräsident weiß über die Kleinkindpädagogik Bescheid!!!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.