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Foto: Marko Paul Kretschmer/www.pixelio.de
Panik lässt sich nicht kontrollieren sondern bestenfalls verstehen

Der Flug in den Urlaub - für viele eine Qual

Die Kabine bedeutet Enge und wenig privaten Platz. Wer nicht gerne fliegt, sollte daher Kleidung tragen, die nicht zusätzlich einengt.
Rasender Puls, flacher Atem, blutarmes Großhirn - so stellt das vegetative Nervensystem den Körper auf Kampf oder Flucht ein. Früher machten sich die Menschen damit für die gefährliche Begegnung mit einem Raubtier fit. Heute fliegt das "Raubtier" bei Phobikern im Flieger mit: in Form von Angst. Die Reaktion auf den Feind ist dieselbe wie vor Jahrtausenden in der Wildnis. Der Körper spannt sich an und läuft energetisch auf Hochtouren, bereit für den absoluten Ernstfall.
Leidensdruck statt Urlaubsvorfreude
Flugangst ist präsent, aber die Zahl der Betroffenen schwer zu schätzen. Rund 60 Prozent der Menschen leiden darunter, ein Bruchteil davon hat richtige Panikattacken. "Es gibt immer wieder Probleme mit Menschen, die schon vor dem Check-In Theater machen", erzählt der Psychologe und frühere Berufspilot Gerhard Meier. Er arbeitete jahrelang in der Flugeinsatzzentrale am Flughafen Innsbruck. Dabei erlebte er den Leidensdruck Betroffener immer wieder mit.
Seit mehr als zehn Jahren hält Meier Seminare um Phobikern in der Konfrontation mit der Angst auf die Sprünge zu helfen. Er vermutet, dass ein Drittel aller Betroffenen gar nicht erst in den Flieger steigt, eindeutiges Vermeidungsverhalten an den Tag legt. Doch für manche von ihnen kommt der Tag, an dem sie fliegen müssen oder wollen.
Enge und Kontrollverlust als Probleme
"Das Gefühl von Enge induziert die Angst und das beginnt oft schon in der Flughalle", weiß der Psychologe. Simple Ablenkung funktioniere da nur bis zu einem gewissen Grad. Gegen das "Kopfkino der Angst" können aber Zeitschriften und MP3-Player nicht viel ausrichten. Denn das Flugzeug sei eine Projektionsfläche für viele Ängste: eingeschlossen zu sein, fallen zu müssen, Trennungsangst, Kontrollverlust.
"Kontrollsucht ist bei allen ängstlichen Menschen übermäßig ausgeprägt", sagt auch der Wiener Psychologe Robert Wolfger, der im Auftrag der Austrian Airlines Flugangstseminare abhält. Sowohl die verlorene Kontrolle nach außen - das Flugzeug in der Luft zu halten, als auch die unkontrollierbaren angstgetriebenen Vorgänge im Inneren - der Schwindel und das pochende Herz - belasten die Hilfesuchenden. "Die Kontrolle gelingt aber nicht, weil das emotionale System und das, was uns die Evolution mitgegeben hat, stärker sind als die Vernunft. Und dann tritt die Panik ein", so Wolfger.
Sein Publikum ist bunt gemischt: vielfliegende Geschäftsreisende, ältere Ehepaare, die sich endlich eine Flugreise gönnen wollen und viele Mütter, die nach der Geburt Flugangst entwickelt haben. Gerhard Meier hat viel mehr Frauen als Männer in seinen Seminaren, was aber nicht daran liegt, dass Frauen öfter Flugangst haben, sondern dass es unter Männern vielmehr ein Tabu ist darüber zu sprechen.
Körpervorgänge erklären
Standen früher in Flugangstseminaren Entspannungsübungen im Zentrum, setze man jetzt auf die Akzeptanztherapie. Wolfger erklärt den Teilnehmern genau was sich bei Panik im Körper abspielt, damit sie wissen, was in ihnen vorgeht. "Angst ist eine wichtige Sache, man muss lernen damit umzugehen. Ihr auszuweichen ist die falsche Strategie", erklärt auch Meier. Er lehrt seine Klienten wie sie die aufkeimende Flucht- oder Kampf-Reaktion des vegetativen Nervensystems in gute Bahnen lenken können. Dazu gehört auch körperliche Entspannung: "Aufstehen, Runden im Flugzeug machen, nicht sitzen bleiben", rät der Psychologe. Die psychische Entspannung stelle sich dann automatisch ein. Kommen Turbulenzen auf, solle man sich nicht verkrampfen, sondern versuchen mit den Bewegungen des Flugzeugs mitzugehen, sonst reagiere der Körper schnell mit Schwindel und der Angst-Teufelskreis kommt erst recht in Schwung.
Alkohol hilft nicht
Nicht zu empfehlen sei das berühmte Stamperl Schnaps: "Der Luftdruck wirkt verstärkend auf den Alkohol und das ist kontraproduktiv." Gabriele Gerra ist seit 30 Jahren Flugbegleiterin bei der AUA und kennt das Problem aus der täglichen Praxis: "Nur wenige artikulieren ihre Angst im Flieger, viele kompensieren mit zu viel Alkohol." Ihr und ihren Kollegen ist es am liebsten, wenn Betroffene von ihrem Problem erzählen, dann bekommen sie auch die notwendige Aufmerksamkeit: "Kontakt zum Gast, freundliches Lächeln und Empathie helfen den Menschen ungemein", so Gerra. Laufen Fluggäste Gefahr zu hyperventilieren, weil sie eine viel zu hohe Atemfrequenz haben, nimmt sich die Flugbegleiterin Zeit und versucht sie "runterzubringen" - mit Atemübungen und Tipps zur Muskelentspannung.
Unbekannte Technik
Ein Drittel der Flugphobiker, darunter viele Erstflieger, haben Angst vor dem Unbekannten. Ihnen hilft die Erklärung der technischen Details eines Flugzeugs oft schon weiter. Gerra erklärt dann auch - sehr beruhigend für viele Fluggäste: "Die Luft ist ein tragendes Element." Deswegen erläutert auch im Seminar ein Pilot die Geräusche und Bewegungen beim Fliegen. "Die wenigsten wissen, dass ein Flugzeug wunderbar ohne Treibstoff gleiten kann, eine halbe Stunde vor der Landung ist es schon im Leerlauf", weiß Wolfger. Ein Flugzeug könne niemals fallen. Im Kabinenmodell können sich die Seminarteilnehmer mit den Gegebenheiten und möglichen Turbulenzen vertraut machen. So wird Schritt für Schritt Vertrauen in die Technik aufgebaut.
Testflug als "Abschlussprüfung"
Das abschließende Erfolgserlebnis für die Seminarteilnehmer ist der Testflug, eine Kurzstrecke innerhalb Europas. "Die Stimmung ist anfangs zwar meist noch etwas angespannt, später aber gelöst", erzählt Wolfger. Für den seltenen Fall, dass ein Teilnehmer kneifen will, kommt dem Psychologen der Gruppeneffekt zu Hilfe: "Die Menschen motivieren sich immer gegenseitig."
Doch bei manchen steckt hinter der Flugangst mehr, weiß Meier. Merkt er das, schickt er Betroffene statt zum Seminar zur Psychotherapie, "dort sind sie besser aufgehoben". Auch Wolfger kennt das Problem: "Manche müssen weiter tun, wenn die Angst tiefsitzend und generalisiert ist." Mit einem einzelnen Seminar ist es dann nicht getan. Für viele bedeutet der Testflug aber den ersten großen Schritt zum positiven Umgang mit der Angst und danach heißt es üben, üben, üben. (Marietta Türk, derStandard.at, 11.7.2011)
Erkenntnisse zur Entstehung von Angst: Die Gehirnstruktur Amygdala generiert Furcht und Panik - Sie kann aber auch Furcht hemmen
Patienten mit Depressionen erlangen mit schwacher elektrischer Stimulation die Fähigkeit wieder, den Einfluss emotionaler Informationen auf ihr Denken und Handeln zu kontrollieren
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Sonneneinstrahlung spielt eine wichtige rolle bei der Entstehung seelischer Erkrankungen
Lichtmangel, Depressionen und Angsstörungen schränken die Bindungsfähigkeit des Serotonin-1A-Rezeptors ein
Schritt in Richtung individualisierter Therapie: Mit der Positronen-Emissions-Tomographie wird die Wirkung der SSRI sichtbar
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Wo genau spielt sich Angst im Gehirn ab und inwiefern ist sie beeinflussbar? US-Wissenschafter gehen der Hypothese nach, ob nicht auch Mut in den grauen Zellen verortet ist
Wahrscheinlichkeit für eine ernsthafte Erkrankung wird hoch eingeschätzt
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Nach wie vor große Defizite bei der Diagnose und Behandlung von Depressionen - 1. Deutscher Patientenkongress Depression lädt zum Austausch ein
400.000 Österreicher leider unter bipolaren Störungen - Bis zur Diagnose vergehen mitunter Jahre - Unbehandelt sinkt die Lebenserwartung
Symptome gehen auch unter Normalbedingungen der Therapie zurück - 35 Sitzungen dauert die Therapie einer Depression im Schnitt
Kürzlich bei einem Transatlantikflug: Eine Stimme über Boardlautsprecher: "Dies ist der erste vollautomatische Flug in der Geschichte der Luftfahrt. Es befindet sich keinerlei technisches Personal an Board. Kein Pilot, kein Co-Pilot, kein Flugingenieur, aber es besteht trotzdem kein Grund zur Panik, weil die Technik, die Technik, die Technik, die Technik...."
Oh ja, die gibt es und ich habe dies oft schon miterlebt und einmal selbst verspürt - als mir nach 12 Stunden bewusst wurde, dass es noch einmal so lange bis nach Melbourne dauern würde. Seither vermute ich, dass es in vielen Fällen gar keine Angst vor dem Fliegen ist, sondern vor dem Eingesperrtsein ohne Fluchtmöglichkeit. Enge Sitzreihen, unangenehme Nachbarn und eine Art des Entmündigtseins können auch gefestigten Personen erheblich zusetzen. Und zwar insbesondere, seit man sich über solche Krisensituationen nicht mehr mit einer Zigarette hinweg helfen kann. - Warum narkotisieren uns die Airlines nicht einfach mit einer Spritze und wecken uns erst nach der Landung wieder auf? Wäre doch von großem Vorteil für alle Beteiligten.
Ich habe eigentlich auch massiv Flugangst.
Aber ich pack mich dann halt in den Vogel, schau mich um und denke mir "Wenn die Wappler um dich herum nicht in Panik verfallen, dann du auch nicht!".
Dann noch die Stewardess becircen damit es nicht nach dem zweiten Glas Wein keinen Nachschub mehr gibt und die 10 Stunden Flug können beginnen.
...ich bin auch ein Flugphobiker und deshalb fliege ich nicht. Ich pfeif auf Angst Überwindungs Strategien und auf das Fliegen. Überhaupt seit man im Flieger nicht mehr rauchen kann, was mich ein wenig beruhigt hat.
Ich brauche auch nicht stundenlang zu ausgebeuten Völkern zu fliegen, um zu erzählen, was ich für ein toller Typ bin. Will ich wohin, fahr ich mit dem Auto oder dem Zug. Steckt Euch Eure bescheuerten Flugzeuge einfach in den A.....
Ich bin auch ohne Flieger sehr weit gekommen aber leider lässt das der Terminplan heute nicht mehr zu. Ich habe keine Angst vor dem Fliegen aber im Flieger habe ich das Gefühl sehr langsam gebeamt zu werden. Durch die kleinen Fenster und die große Flughöhe bleibt der Weg auf der Strecke. Ein wichtiger Teil des Reisens ist das Reisen selber.
you are sitting in a CHAIR – in the SKY!!!
das is einfach völlig abnormal. man sitzt mit irgendwelchen leuten eingesperrt in der luft, unter einem der ozean, hat keine kontrolle. die leute, die sich da sorglos reinsetzten sind für mich abnormal ;-)
eine gewisse skepsis sollte da schon angebracht sein
man sitzt auch im bus, straßenbahn, ubahn und zug mit irgendwelchen leuten eingesperrt und hat keine kontrolle. diesmal halt übern ozean, weils ein fliegendes objekt ist. das sollte man nüchterner betrachten. klar macht eine kontrollabgabe generell probleme und genau das ist bei solchen dingen immer der punkt, diese reele chance und dann nix ausrichten zu können... ich hatte früher angst, mittlerweile sitze ich sehr entspannt drinnen, nur einmal bei extrem heftigen turbulenzen, die über 1 stunde lang gingen, kam ich ein wenig ins schlottern
bei ubahn, bus und zug habe ich aber die Möglichkeit auszusteigen wenn mir irgendwas nicht gefällt...und im falle eines unfalls bin ich bereits am boden, was meine chancen lebendig davon zu kommen wesentlich erhöht.
bis zu einer notlandung hatte ich nie probleme mit dem fliegen...leider muss ich beruflich fliegen.
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