"Leben mit Krebs"

Krebserkrankung immer noch ein Tabu

9. Juni 2011, 09:11

Viele Patienten und Angehörige verunsichert - Relaunch der Informationsinitiative "Leben mit Krebs"

Wien - Rund 300.000 Österreicher sind derzeit persönlich von der Krankheit Krebs betroffen - die Thematik ist aber nach wie vor ein Tabu. Meist wird wenig über die Erkrankung gesprochen, hieß es bei einer Pressekonferenz im Wiener AKH anlässlich des Relaunchs des Projekts "Leben mit Krebs". Die im Jahr 2000 gegründete Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst allen Interessierten fundierte und aktuelle Informationen zu bieten - in erster Linie über das Internet, aber auch durch Veranstaltungen.

Krebs-Spezialisten aus unterschiedlichen Disziplinen erläutern auf der neuen Plattform www.leben-mit-krebs.at diverse Aspekte der Krankheit. Dabei werden nicht nur einfach schriftliche Abhandlungen geboten, sondern kleine Filmbeiträge. Diese zeigen sowohl die Person hinter dem Doktortitel als auch übersichtliche Präsentationsunterlagen.

Abstruse Informationsquellen

"Natürlich können Online-Vorträge das Arzt-Patienten-Gespräch nicht ersetzen, sondern nur ergänzen" erklärte Christoph Zielinski, Mediziner am AKH und Initiator von "Leben mit Krebs". Da Betroffene aber gerade in akuten Fällen oft abstruse und ungeeignete Informationsquellen heranziehen, steige die Unsicherheit. "Die Internetinformation hat mir klargemacht, ich soll sobald wie möglich mein Testament machen", meinte auf der Pressekonferenz beispielsweise Ruth Steiner, Krebspatientin seit nunmehr 24 Jahren.

Aufgrund der medizinischen Fortschritte wird Krebs immer häufiger zu einer chronischen Krankheit, mit der man viele Jahre leben kann. Für Patienten und ihr Umfeld bedeute das auch, "Self Management" zu betreiben und sich stets über aktuelle Erkenntnisse auf dem Laufenden zu halten. In den meisten Fällen haben sich diese seit der jeweiligen Diagnose weiterentwickelt. Informationen zu den Themen Früherkennung, Therapie, Nachsorge und Langzeitbetreuung wiederum betreffen nicht ausschließlich aktuell Betroffene.

Sinnvolle Ergänzung

Auch wer in einem ausführlichen Diagnosegespräch umfassend informiert wurde, kann auf der Plattform fündig werden. Wie der Chirurg Walter Kleptko erläuterte, verstehen viele Patienten nicht auf Anhieb, was die Diagnose konkret bedeutet - nicht zuletzt deshalb, weil sie sich in diesem Moment in einer Stresssituation befinden. Zu Hause in Ruhe online Details abrufen zu können sei eine "sinnvolle und innovative Ergänzung". Derzeit sei es leider nicht möglich, via Internet konkrete individuelle Fragen an die Experten zu richten, meinte "Leben mit Krebs"-Präsidentin Gabriela Kornek. Den diesbezüglichen Bedarf habe man erkannt, verfüge aber über kein eigenes Büro.

Laut einer von Marketagent.com unter 506 Personen durchgeführten Online-Umfrage hatten im Vorfeld 91 Prozent gemeint, es sollte "offener über Krebserkrankungen informiert werden". 93 Prozent sprachen sich für "unabhängige Information direkt vom Experten" aus - fast drei Viertel (72 Prozent) fanden Internet Video-Vorträge "sehr interessant". (APA)

Weitere Informationen

Leben mit Krebs

triebstrü
 
00
"verstehen viele Patienten nicht auf Anhieb, was die Diagnose konkret bedeutet "

Ärzte verstehen nun aber ebenfalls nicht, was eine Diagnose konkret bedeutet.
Weil viele Diagnosen nur sehr vage Prognosen über den weiteren Verlauf der Krankheit zulassen.

xxx...yyy...
00
10.6.2011, 23:43
genau

die haben ja keine jahrelange ausbildung gemacht, haben keinerlei erfahrungswerte

Lilith Boessse
 
00
"ie der Chirurg Walter Kleptko erläuterte, verstehen viele Patienten nicht auf Anhieb, was die Diagnose konkret bedeutet -"

das kann ich mir schon gut vorstellen - aber nicht, weil die patientin sich in einer streßsituation befindet, sondern weil sie ganz einfach NICHT die ärztin ist!

Stanley K. Brick
00

Krebs ist harmlos, wir werden alle 100 Jahre alt!

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