Heidrun Primas Vorsitzende - Bald mehr Rechte für Programmbeirat
Graz - Das Grazer "Forum Stadtpark" hat seit Dienstagabend
mit Heidrun Primas eine einstimmig gewählte neue
Vorstandsvorsitzende. Nach vierjähriger Tätigkeit legte die bisherige
Chefin Carola Peschl ihre Funktion zurück. Peschl erklärte, sie freue
sich, das Haus "in neuem Schuss" übergeben zu können. Primas, die
bisherige Vize-Vorstandsvorsitzende, war als einzige Kandidatin
angetreten. Als Stellvertreter wurde der Autor Johannes Schrettle
gewählt, als Nachfolgerin von Kassierin Karin Petrovitsch wird
künftig Ursula Musil agieren. Im Vorstand befinden
sich weiters Andreas Heller, Josef
Obermoser, Max Höfler, Filipa Cicin-Sain und Vera Hagemann.
Primas musste sich vor der Wahl gleich
einige Fragen gefallen lassen: Einige Mitglieder brachten eine
ungünstige "Machtverlagerung im Forum" zur Rede, da zum einen die vor
einem halben Jahr gekündigte Geschäftsführung vakant geblieben sei
und demzufolge ein sehr kleiner Vorstand ohne Kontrolle "zu mächtig"
werden könnte. Primas versprach eine Statutenänderung: "Unser
Programmbeirat wird in Zukunft mehr Rechte zur Programmgestaltung
bekommen. Bis die Konsolidierung abgeschlossen ist, wird jedoch der
Vorstand und der Programmbeirat kleingehalten."
Die neue Vorsitzende des Kulturhauses im Grazer Stadtpark
versprach Pluralität: "Das Haus muss sich weiterhin öffnen und offen
gehalten bleiben." So sollen laut Primas vor allem die Prozesse zur
Entstehung eines Kunstwerks im Vordergrund stehen. Die Arbeit in
einem Mehrspartenhaus finde sie nach wie vor reizvoll, in diesem
Sinne wünsche sie sich "einen Austausch mit allen dem Forum
zugeneigten Künstlern und Mitgliedern." In ihrer Antrittsrede
bestärkte Primas "den Geist, der seit einigen Monaten wieder im Forum
Stadtpark weht".
Das "Forum Stadtpark" wurde 1960 als Mehrspartenhaus gegründet und
machte sich bald einen Ruf als eines der impulstragenden
Kulturhäusern im deutschsprachigen Raum. Im Dezember 2010 hatte die
Kündigung von zwei Angestellten - Geschäftsführerin Eva Martischnig
und Pressereferent Martin Erhard - für Turbulenzen gesorgt. Am 17.
Jänner 2011 war dann nach einer turbulenten außerordentlichen
Hauptversammlung doch der damalige Vorstand um Carola Peschl
bestätigt worden - Ex-Geschäftsführerin Martischnig hatte die Abwahl
beantragt. (APA)