Gesichtserkennung bei Facebook schürt Datenschutz-Sorgen

8. Juni 2011, 12:46
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"Privatsphäre der Nutzer heimlich untergraben"

Die Freischaltung einer automatischen Gesichtserkennung bei Facebook - der WebStandard berichtete -  hat Datenschützer auf den Plan gerufen. Nachdem das weltgrößte soziale Netz stillschweigend eine Funktion zur Identifizierung von Personen auf Fotos auf fast alle Länder ausweitete, äußerten Experten Datenschutzbedenken.

Heimlich

"Wieder einmal scheint es, dass Facebook die Online-Privatsphäre seiner Nutzer heimlich untergraben hat", schrieb Analyst Graham Cluley im Unternehmensblog der Sicherheitsfirma Sophos am Mittwoch. Marc Rotenberg, Präsident der gemeinnützigen Interessengruppe Electronic Privacy, kritisierte, dass Facebook-Mitglieder nicht die Möglichkeit hätten, selbst zu entscheiden, ob sie den neuen Service nutzen wollten oder nicht. Die Gesichtserkennung werde stattdessen automatisch aktiviert. Wer darauf verzichten wolle, müsse das Angebot ausschalten. In den benutzerdefinierten Einstellungen gibt es den Punkt "Freunden Fotos von mir vorschlagen - Wenn ein Foto nach mir aussieht, meinen Namen vorschlagen".

Ausweitung

Facebook, mit mehr als 500 Millionen Nutzern weltweit, hatte die Gesichtserkennung im Dezember in den USA eingeführt. Am Dienstag erklärte der von Marc Zuckerberg gegründete Konzern, diesen Service auf die "meisten Länder" ausgeweitet zu haben. Laut Facebook erfolgt die Identifizierung von Personen nur bei neu hochgeladenen Fotos. Google und Apple bieten mit Picasa beziehungsweise iPhoto die Gesichtserkennung bereits an. Bei iPhoto können Nutzer allerdings im Voraus entscheiden, ob sie diesen Service nutzen wollen oder nicht. (APA)

 

  • Facebbok-Gründer Mark Zuckerberg am Time-Cover

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