iCloud: Piratenamnestie um 25 Dollar

8. Juni 2011, 11:24
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Apples iCloud bedient auch Musik aus illegalen Quellen - Bemerkenswerter Deal mit der Musikindustrie

Es ist ein bemerkenswerter Deal, der Apple mit Plattenlabels und Musikverlagen gelungen ist: Der neue Onlinedienst iCloud ermöglicht iTunes-Kunden, ihre bei Apple gekaufte Musik (auch frühere) auf bis zu zehn Geräten automatisch zu synchronisieren. Und es gewährt eine Art billige Amnestie für illegal kopierte Musik vom eigenen PC oder Mac: Um 25 Dollar im Jahr (Euro-Preise wurden noch nicht bekanntgegeben) werden die in der eigenen Musiksammlung vorhandenen Titel mit der iTunes-Datenbank gematcht, damit sie gleichfalls automatisch für andere Geräte desselben Benutzers bereitsteht.

Ablasszahlung

Natürlich wird "iTunes Match" - so der Produktname - nicht als Ablasszahlung definiert. Und tatsächlich ist es auch ein subtiler Weg der Musikindustrie und von Apple, die von gekauften CDs importierte eigene Musik ein zweites Mal zu besteuern - eine Art Festplattenabgabe in der Internetwolke. 70 Prozent der Jahresgebühr teilen sich Labels und Musikverlage, 30 Prozent bleiben bei Apple. Aber da niemand nachprüft, was der Ursprung der abgeglichenen Musik ist, kann iTunes Match auch als eine Waschanlage für Raubkopien dienen.

Nur ein Teil

Musik ist nur ein Teil, wenn auch wahrscheinlich der populärste des neuen iCloud-Service von Apple. PC und Mac sind nicht mehr die zentrale Drehscheibe, sondern nur ein weiteres Gerät, um ins Internet zu kommen, beschrieb Apple-Chef Steve Jobs den Paradigmenwechsel der Firma, die den Personalcomputer sehr entscheidend prägte.

Aber wirklich vollständig ist die Kette nur mit Apple-Geräten

Die Basisdienste von iCloud sind unentgeltlich. Trägt man beispielsweise einen Termin auf seinem iPhone ein, knipst ein Bild, notiert eine Adresse auf einem PC oder erstellt ein Dokument, eine Tabelle oder eine Kalkulation auf einem iPad, dann erscheinen diese Daten wenige Sekunden später auf allen anderen synchronisierten Geräten, Onlineverbindung vorausgesetzt. Auch andere Anwendungen - Apps - können diese Funktion nützen. Zwar können Fotos, Musik, Kalender und Adressen auch zwischen iPhone, iPad und Windows-PCs abgeglichen werden. Aber wirklich vollständig ist die Kette nur mit Apple-Geräten: Android-, Windows- oder Blackberry-Handys können nicht in die Synchronisation eingebunden werden.(Helmut Spudich, DER STANDARD Printausgabe 8. Juni 2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 212
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Ruben Weil
00
21.9.2011, 20:09
Wer glaubt 20.000 Titel

würden mir reichen der irrt gewaltig! Sorry ich zahle doch keinen Ablass für meine über Jahre bei legal sounds punkt com gekaufte Musik!

sagnix
00
13.6.2011, 10:49

Und wann wird der Dienst in Österreich angeboten?
Die österr. Plattenfirmen werden das sicher verhindern wollen.

svkapfenberg
00
12.6.2011, 20:31
:D

Die Überschrift ist ja wohl is geilste :)

johann potakowskyj1
 
01
10.6.2011, 10:17
Ganz toll wird so ein Service

wenn Ihr ganz persönliches Angebot beim Billa auf Ihre iCoud abgestimmt wird.

opryde
00

peter nach dürften die itms-songs, die ich unter meinem account runtergeladen habe, gar nicht am imac meiner frau, die eine eigene apple-id hat laufen. tun sie aber eigenartigerweise schon, genau wie die kopie meiner lib auf meiner externen festplatte. ob er mir den "fehler" hier erklären kann?

verleih nix
01
mut kann man nicht kaufen

es stellen wirklich menschen eine sammlung ihrer raubkopien in die cloud? noch dazu an einen anbieter wie apple?

das beeindruckt mich wirklich, so was nenn ich mal verwegen!

halbkurt
00
16.6.2011, 14:10

wer soll selbst geripptes file von einem abseits von itunes herruntergeladenen file unterscheiden? universal +co jedenfalls nicht!

McJ
11
10.6.2011, 10:52

Ehrlich gesagt finde ich Apple Spitze im Musik-Business.
Wer hat DRM-Freiheit für gekaufte Songs durchgesetzt? Apple. Wer hat, nennen wir es mal wie der web-standard, eine Piratenamnestie durchgesetzt? Richtig, Apple.
Für diese beiden Punkte hat Apple für die User gekämpft und nicht für Ihr Budget, sie haben weniger von $25,- jährlich, als wenn Sie die User mit DRM auf biegen und brechen zwingen würden die Songs mehrmals zu kaufen oder Ähnliches.

Also sagen sie mir bitte, warum Apple in Ihren Augen so ein mieser Laden in Bezug auf digitale Songs sein soll.

verleih nix
00
10.6.2011, 11:50

meine kritik im nebensatz 'wie apple' bezog sich auf privacy, nicht auf deren musikbusiness.

im kern wollte ich aber nur darauf hinweisen dass das kleingedruckte die piratenamnestie nicht untermauert. im endeffekt liegt also eine liste geschützer musik auf einem externen server. kommt der contentinhaber - wie auch immer - an diese daten wäre seiner gebührenforderung wenig entgegenzuhalten.

zwar nicht rasend wahrscheinlich, ich würde mich darauf aber nicht einlassen. und behalte daher lieber für mich was ich höre.

opryde
00
nicht wirklich.

es ist eher nicht so leicht nachzuvollziehen wo die files herkommen und selbst wenn: die gleiche argumentation kam schon vor ein paar jahren als apple "genius" für itunes vorgestellt hat. ist auch nichts passiert. keine firma ist so blöd einen dienst für die eigenen kunden anzubieten um diese dann "auszuliefern" und für die MI ist es eine win-win, weil ein anteil an 25$ ist besser als nichts.

chacun à son gout
01
ich sage nur TomTom

die haben die GPS daten ihrer kunden in den niederlanden an die polizei verkauft, damit die ihre radargeräte entsprechend optimal aufstellen kann.

never say never.

opryde
00
10.6.2011, 13:32

das ist natürliche eine blöde aktion, hat hiermit allerdings genau nichts zu tun.

g *star
20
10.6.2011, 21:04
Irrtum, hat genau damit zu tun!!

chacun à son gout
00
10.6.2011, 13:36
keine firma ist so blöd einen dienst für die eigenen kunden anzubieten um diese dann "auszuliefern"

hat damit also schon zu tun.

meine antwort bezog sich auf das posting, auf das ich geantwortet habe, nicht auf den artikel.

verleih nix
11

jaja, die eigenen kunden nicht ausliefern. und was machen sie wenn doch? das muss ja nicht einmal absicht vom apfel sein, ein gerichtsbeschluss am dubiosen serverstandort reicht ja.

sie bekommen dann eine klage auf vorlage des bezugsnachweises für ihre 7236 musiktitel oder alternativ eine rechnung über 72.360 euro. viel spaß, das zu diskutieren.

beyond23
01
10.6.2011, 09:43
"eine klage auf vorlage des bezugsnachweises"

ja genau! es gibt ja ein gesetz, dass mich als konsument dazu zwingt, alles genau zu protokollieren und die rechnungen abzulegen wenn ich etwas kaufe.

alles wo bei mir zuhause lieg und kein bezugsnachweis hat ist somit geklaut!

beyond23
00
10.6.2011, 09:52
LEGAL/ILLEGAL

selbst wenn nachgewiesen wäre, dass songs aus tauschbörsen,... von einem download stammen, gäbe eis keine rechtsgrundlage! downloads sind NICHT illegal(!) da es NICHT die aufgabe der konsumenten ist, zu überprüfen, ob der anbieter der downloads auch die nötigen rechte dazu besitzt!

verleih nix
00
10.6.2011, 10:22

sie müssen differenzieren zwischen der straf- und der zivilrechtlichen komponente beim download. selbstverständlich können sie die erlaubte privatkopie nicht auf das gesamte internet ausdehnen, da gibts schon einiges an judikatur dazu.

im übrigen sollten sie dringend einen blick auf die neue eu-richtlinie zu diesem thema werfen. in deutschland wird sie bereits umgesetzt.

mir selbst ist es natürlich völlig egal welche musik sie hören und ob die info darüber im internet zu finden ist. ob das klug ist muss jeder selbst entscheiden - in einer zeit wo selbst gestohlene und gehehlte bankdaten (in deutschland) bereits in verfahren einfließen.

hellfast
00
10.6.2011, 02:22

welche rechtsgrundlage? oder wolltma einfach nur irgendwas schreiben...

verleih nix
10
10.6.2011, 09:48

§ 91 Abs 1 UrhG iVm § 86 Abs 1 Z 1 UrhG

was sonst?

hellfast
10
11.6.2011, 00:11

hast du den paragraphen auch verstanden? ich denk mal nicht...

verleih nix
00
11.6.2011, 10:33

es sind 2 paragraphen. sie müssen weiterlesen!

undalleswirdgut
00
10.6.2011, 08:10
... twitter hat auch

Daten Ihrer Kunden weitergeben müssen, war auch nicht so gedacht ...

hellfast
00
10.6.2011, 08:50

und wer war vor gericht?

opryde
00

wie schon gesagt, diese diskussion gab es schon bei genius, insofern finde ich es für zeitverschwundung "was wäre wenn"-szenarien durchzudiskutieren.

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