Verschärfte Vorgangs­weise gegen Hooligans

8. Juni 2011, 11:00
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Innenministerin Mikl-Leitner, ÖFB und Bundesliga wollen die Sicher­heitsmaßnahmen optimieren - Vermummungsverbot und perso­nalisierte Eintrittskarten in Betracht gezogen

Johanna Mikl-Leitner will der Gewalt in Österreichs Fußballstadien Einhalt gebieten. Die Innenministerin fordert im derStandard.at-Chat "zahlreiche Maßnahmen wie einen strengeren Umgang mit Stadionverboten, Vermummungsverbot, keine Ausnahmen bei Pyrotechnikverbot für jene die diese Ausnahme missbrauchen" und gibt an, dass "dies und mehr derzeit diskutiert wird". Sie kann sich auf Grund der letzten Vorkommnisse ein "Vermummungsverbot vorstellen" und ist "diesbezüglich im Gespräch mit ÖFB und Bundesliga".

"Polizei hat professionellst eingegriffen"

Mikl-Leitner wehrte sich auch gegen den Vorwurf, dass die Polizei bei den innerstädtischen Randalen rund um den Länderspielklassiker gegen Deutschland nicht energisch genug agiert habe. "Bei den Ausschreitungen im Bermuda-Dreieck im Vorfeld des Fußball-Matches wurden mehr als 200 Personen festgenommen. Die Polizei hat professionellst eingegriffen um Schlimmeres zu verhindern", so die Innenministerin.

Kampf den Tyrannen

Unmittelbar nach dem Platzsturm beim Bundesligaspiel Rapid gegen Austria am 22. Mai gab Mikl-Leitner den Auftrag an den Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Dr. Herbert Anderl, mit Verantwortlichen des ÖFB (Dr. Leo Windtner) und der Bundesliga (Georg Pangl) gemeinsame Lösungen zu finden. "Ich lasse nicht zu, dass Familien und die echten Fußballfans von Chaoten und Rowdys tyrannisiert werden", sagte die Innenministerin. Ziel müsse es sein, "dass in Zukunft normale Fußballfans und Familien ohne Belästigung und Gefährdung durch Störenfriede die Spiele genießen können". 

Personalisiertes Eintrittskartensystem

So sollen die Strafsätze in der ÖFB-Rechtspflegeordnung verschärft werden. Auch die missbräuchliche Verwendung von Pyrotechnik soll verbandsrechtlich geahndet werden. Die Vereine und Verbände überlegen, Strafen, die auf Grund von Randalen gegen sie verhängt werden, im Regressweg von den Randalierern verstärkt einzuklagen. Zur Durchsetzung von Stadionverboten soll die Polizei bei den Einlasskontrollen die Ordner unterstützen. Bundesliga und ÖFB überlegen ein personalisiertes Eintrittskartensystem. ÖFB und Bundesliga prüfen, wie weit es sinnvoll ist, bestimmte Vermummungskleidungsstücke auf die Liste der Gegenstände zu nehmen, die nicht in Stadien mitgenommen werden dürfen.

Verbesserte Ordnerdienste

Auch die Ordnerdienste sollen optimiert werden, da die Polizei erst dann einschreitet, wenn es zu strafbaren Tatbeständen kommt. "Daher ist es wichtig, bei den Ordnerdiensten auf hohe Dienstleistungsqualität zu achten", sagte die Innenministerin. Unter anderem ist angedacht, die Ausbildungsdauer für Stadionordner zur Qualitätssteigerung drastisch zu erhöhen. 

Stadionverbote

Damit Stadionverbote erlassen werden können, werden die Daten von Gewalttätern so rasch wie möglich an die Bundesliga weitergeleitet. "Wir haben aber auch darauf hingewiesen, dass wir uns nicht nur auf die obersten Spielklassen konzentrieren dürfen", betont Mikl-Leitner. "Die Veranstalter der unteren Ligen sind wenig bis gar nicht auf größere Ausschreitungen vorbereitet - sowohl was die Ordnerdienste betrifft als auch bezogen auf das Bauliche." Der ÖFB sprach sich dafür aus, auch für Vergehen in den Regionalligen bundesweite Stadionverbote zu erlassen. (red)

  • Johanna Mikl-Leitner sagt den Fußball-Raudis den Kampf an.
    foto: derstandard.at

    Johanna Mikl-Leitner sagt den Fußball-Raudis den Kampf an.

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