Schweizer Studie

Lärm im Operationssaal ist gefährlich

8. Juni 2011, 09:49

Lässt die Hygiene-Disziplin der Chirurgen nach, steigt Infektionsrate bei Patienten an

Bern - Lärm im Operationssaal verheißt nichts Gutes: Bei höherem Geräuschpegel steigt das Risiko, dass sich die Operationswunde entzündet und der Patient länger im Spital bleiben muss. Das zeigt eine Studie am Inselspital Bern.

Die Forscher um den Chirurgen Guido Beldi zeichneten bei insgesamt 35 großen Unterleibsoperationen auf, wie hoch der Lärmpegel im Operationssaal war. Die Messergebnisse verglichen die Forscher dann mit dem Genesungsverlauf der Patienten, wie der Wissenschaftsverlag Wiley-Blackwell mitteilte.

Wie Beldi und seine Kollegen im Fachmagazin "British Journal of Surgery" berichteten, stieg das Risiko für postoperative Infektionen mit dem Lärmpegel. Sechs Patienten erlitten solche Komplikationen - und bei ihnen erreichte der Geräuschpegel im Durchschnitt 43,5 Dezibel. Bei den Patienten ohne Infekte lag der Wert nur bei 25 Dezibel.

Längere Spitalsaufenthalte

Die postoperativen Infektionen hätten dazu geführt, dass betroffene Patienten bis zu 13 Tage länger im Spital bleiben mussten, wird Guido Beldi in einer Aussendung zitiert. Das habe bis zu einer Verdreifachung der Kosten geführt. Wie genau der Zusammenhang zwischen Lärm und Infektionen zu Stande kommt, wissen die Forscher noch nicht.

Eine Möglichkeit wäre, dass der Lärm auf Schwierigkeiten beim Eingriff hindeutet. Dazu passt die Beobachtung der Wissenschaftler, dass der Geräuschpegel ansteigt, wenn die Operation länger als eine Stunde andauert - und damit wahrscheinlich besonders kompliziert ist.

Der Lärm könnte laut den Forschern aber auch darauf hinweisen, dass die Konzentration und Disziplin der Beteiligten nachlassen. Der Lärmpegel stieg nämlich auch dann, wenn Chirurgen, Narkoseärzte und Pflegepersonal im Operationssaal über Dinge sprachen, die nichts mit dem Eingriff zu tun hatten.

Konzentration und Disziplin im OP-Saal

Beldis Team hatte schon in einer früheren Studie gezeigt, wie wichtig Konzentration und Disziplin im Operationssaal sind. Lärm, Hektik, Schichtwechsel während der OP und fremde Besucher führten demnach zu einem Nachlassen der Hygiene-Disziplin. Die Folge: Mehr Patienten erlitten wegen verunreinigter Operationsbestecke eine Infektion. (APA)

schöne grüne welt
00
16.6.2011, 12:58

Alarmierend: Patienten hören trotz Narkose und das Gehörte trägt sich im Unterbewußtsein ein.
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Ich weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe, aber es hat mich schon beunruhigt.

vanilleeis
00
wenn es...

...aber leise wird, dann pennt der anästhesist weg und das ist auch nicht so wünschenswert.

oropax für den chirurgen, der muss eh nix hören :-)

Kra Wuzikabuzi
02
Lärm im Operationssaal ist gefährlich

Tanzt der Operateur bei Heavy Metal, könnte es Komplikationen bei der Hirn-Op geben.

Alte bauernregel.

Dirty Sanchez
 
33
Lässt die Hygiene-Disziplin der Chirurgen nach, steigt Infektionsrate bei Patienten an

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