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Odessa/New York/Wien - Es war eine wirklich gute Nachricht, die die Uno Ende vergangener Woche verkündete: Die Zahl der HIV-Neuinfektionen sei in den vergangenen zehn Jahren um 25 Prozent zurückgegangen. Wegen "noch nie dagewesener Fortschritte" bei Behandlung, Pflege und Vorsorge sei auch die Zahl der Aids-Toten gesunken.
In der ukrainischen Stadt Odessa am Schwarzen Meer zeigt sich derzeit jedoch ein ganz anderes Bild. Wie Mitarbeiter der Caritas Wien auf Anfrage des Standard mitteilten, starben dort in den ersten drei Monaten des Jahres 2011 bereits 59 Menschen an Aids - mehr als doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres (28 Tote).
Die Ukraine ist das Land mit der höchsten HIV-Ansteckungsrate in Europa. Seit 1987 bis April 2011 wurden in der Ukraine nach offiziellen Angaben rund 187.000 Menschen mit HIV registriert. UNAIDS schätzt jedoch, dass derzeit rund 350.000 Menschen ab dem 15. Lebensjahr mit HIV infiziert sind - und nur jeder Vierte davon weiß.
Wartezeit bis zu einem Jahr
Derzeit warten nach Angaben der Hilfsorganisation 211 Bewohner Odessas auf eine antiretrovirale Therapie. Allerdings mangle es an Medikamenten. Die Aidshilfe in der Ukraine begründet die Situation damit, dass jene HIV-infizierten Menschen, bei denen die Krankheit Aids noch nicht ausgebrochen ist, nicht im Medikamente-Beschaffungsplan für 2011 berücksichtigt worden seien. Allerdings gebe es in Odessa zahlreiche Menschen mit sehr niedrigem Immunstatus, bei denen sofort mit einer Behandlung begonnen werden müsste.
Allein in Caritas-Projekten, wo Menschen mit zusätzlich zur HIV-Therapie notwendigen Medikamenten gegen Tuberkulose und für Leberschutz versorgt werden, starben vier Personen. Sie warteten vergebens auf die antiretrovirale Therapie. "Wir können uns die Medikamente gar nicht leisten", erklärt Gudrun Gusel von der Caritas-Auslandshilfe. Ein fünfter HIV-Infizierter sei kurz nachdem er die Therapie begonnen hatte verstorben. Die Wartezeit habe in diesen Fällen zwei Monate bis zu einem Jahr betragen.
Rabatte und Korruption
In der Ukraine kauft der Staat die HIV-Medikamente und verteilt sie dann. Als Gründe für die Versorgungslücken werden von Aidshilfe-Organisationen zum Beispiel Verhandlungen über "Sonderrabatte" mit den Herstellern oder Korruption vermutet. Der Global Fund, einer der größten Finanzierer des Kampfs gegen Aids, hat mehrmals kritisiert, dass die Ukraine HIV-Medikamente um vier- bis sechsmal höhere Preise als üblich einkaufe.
Eine Vertreterin des ukrainischen Gesundheitsministeriums verteidigte die Engpässe nach Angaben der Deutschen Aidshilfe mit den Worten, die Gesamtlage habe Vorrang vor dem Schicksal Einzelner: Die derzeitigen Versorgungslücken seien weniger problematisch, als weiterhin Medikamente teuer einzukaufen.
"Dringend eine Behandlung"
Laut Deutscher Aidshilfe brauchen weltweit rund zehn Millionen HIV-Infizierte "dringend eine Behandlung". Diese Woche entscheidet sich, wie der internationale Kampf gegen Aids weitergeht. Ab heute, Mittwoch, findet bis 10. Juni bei der Uno in New York ein Treffen von Regierungsvertretern statt, bei dem das weltweite Programm zur Aids-Bekämpfung für die kommenden zehn Jahre entworfen werden soll.
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat die Regierungen vorab aufgerufen, bis 2015 die Behandlung von mindestens 13 Millionen HIV-/Aids-Patienten zum Ziel zu erklären. Hilfsorganisationen berichten allerdings von Widerstand seitens der USA und anderer europäischer Regierungen, der hinter verschlossenen Türen geäußert worden sei.
Im Fall der Ukraine ist das HIV-Problem eng mit dem weit verbreiteten Drogenkonsumverbunden. Infizierte Drogenabhängige werden in Osteuropa von der Gesellschaft weitgehend ausgegrenzt, was die Verbreitung der Krankheit noch beschleunigt. (Gudrun Springer, DER STANDARD, 8.6.2011)
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Damals glaubte man nämlich, die Schuldigen daran wären böse Zauberer, hexen, Juden und sonstige übliche "Schuldige". Aber so mir nix, Dir nix durfte man die "Medizin", nämlich die Hexenverbrennung, Pogrome udglm. nicht anwenden, dafür hat es schon die Bewilligung durch die "Rechteinhaber", nämlich die Obrigkeit sowie die jeilige katholische Kirche, gebraucht.
Gäbe es keine Patentrechte - was würde Unternehmen veranlassen, in Forschung und Entwicklung etwas zu investieren, wenn dann kein Geld dafür zurückfließt? Und Generika sind normalerweise erst dann möglich, wenn das Patent ausgelaufen ist, also in der Regel nach maximal 20 Jahren.
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